Khenissi: "Dieses Mal wollen wir es besser machen"

  • Khenissi nimmt zum dritten Mal an einer FIFA Klub-Weltmeisterschaft teil

  • Espérance Sportive de Tunis hat sein Auftaktspiel bei dem Turnier noch nie gewonnen

  • Der Angreifer hat ein Rezept zur Überwindung dieses Traumas

Taha Yassine Khenissi war erst 19, als er erstmals die Atmosphäre einer FIFA Klub-Weltmeisterschaft erlebte. Beim Turnier 2011 in Japan saß er als Kadermitglied auf der Bank. Zwar kam er weder gegen Al-Sadd aus Katar noch gegen Monterrey aus Mexiko zum Einsatz, doch er nahm dennoch viel wertvolle Erfahrung aus dem Turnier mit. Als Espérance Sportive de Tunis 2018 in den Vereinigten Arabischen Emiraten erneut teilnahm, hatte Khenissi bereits zu einem Schlüsselspieler gemausert.

Nun bereitet er sich auf seine neuerliche Rückkehr auf die globale Bühne vor. "Die Teilnahme an einem Turnier wie der FIFA Klub-Weltmeisterschaft ist für jeden Spieler eine große Ehre", sagte er in einem Exklusiv-Interview mit FIFA.com. "Dass ich bei einem Spitzenklub wie ES Tunis spiele, hat mir die Chance gegeben, nun bereits zum dritten Mal an diesem wichtigen Weltturnier teilzunehmen."

Der Weg nach Katar war für Khenissi und seine Teamkameraden allerdings nicht leicht. Als Titelverteidiger war ES Tunis der Klub, den alle in der jüngsten Auflage der CAF Champions League schlagen wollten. "Es war ein schwieriger und langer Weg, insbesondere weil wir das zweite Finale innerhalb von sechs Monaten spielen mussten", so der Stürmer. "Wir hatten zahlreiche schwere Spiele, beispielsweise gegen CS Constantine aus Algerien und auch das Endspiel gegen Wydad Casablanca aus Marokko. Doch wir haben uns zum zweiten Mal in Folge als bestes Team Afrikas durchgesetzt."

Zahlen und Fakten zum Spieler:

  • Name: Taha Yassine Khenissi

  • Position: Stürmer

  • Größe: 1,83 Meter

  • Alter: 27

  • Klub: Espérance Sportive de Tunis

Der vermeintliche Fluch des Auftaktspiels

Bei den beiden bisherigen Teilnahmen hat er tunesische Klub sein Auftaktspiel jeweils verloren, 2011 in Japan gegen Al-Sadd und 2018 in den VAE gegen Al-Ain. Mit Blick auf diese Niederlagen sagte Khenissi: "Wir waren gedanklich schon mehr beim Halbfinale als beim ersten Spiel. Das war ein Fehler. Dieses Mal werden wir uns voll und ganz auf das erste Spiel gegen Al Hilal konzentrieren, das enorm schwer werden dürfte. Unser erstes Ziel ist ein Sieg gegen Al Hilal. Erst dann dürfen wir an die folgenden Spiele denken."

Er fügte hinzu: "Wir wollen, dass es in diesem Jahr anders für uns läuft. Im vergangenen Jahr gingen wir als Favorit in das Spiel gegen Al-Ain, doch wir haben verloren, weil es uns an Erfahrung mangelte. Dieses Mal wollen wir es besser machen, uns optimal vorbereiten und voll und ganz auf das jeweilige Spiel konzentrieren."

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Starke Gegner

Bei der dritten WM-Teilnahme trifft ES Tunis im Auftaktspiel erneut auf einen arabischen Gegner, nämlich den AFC Champions League-Sieger Al Hilal. "Dieser Klub ist Weltklasse, nicht nur das beste Team Asiens", so Khenissi, der eine schwere Aufgabe erwartet. "Ein Team mit Spielern wie Sebastian Giovinco, Bafétimbi Gomis und André Carrillo ist definitiv überaus stark. Doch die Stärke von ES Tunis liegt in erster Linie in unserem Teamgeist. Wenn wir in Bestform sind, kann uns niemand stoppen. Und wenn das Spiel beginnt, dürfte das Team gewinnen, das sich bis zum Ende am besten konzentriert."

Arabische Teams haben in der Geschichte der FIFA Klub-Weltmeisterschaft bereits häufig für Furore gesorgt. Raja Casablanca aus Marokko schaffte es 2013 bis ins Finale, das gegen Bayern München verloren ging. Al Jazira aus den VAE stieß 2017 bis ins Halbfinale vor und musste sich dort Real Madrid geschlagen geben. Im vergangenen Jahr setzte sich Al-Ain aus den VAE im Halbfinale überraschend gegen River Plate durch und forderte im Finale Real Madrid alles ab.

Khenissi ist überzeugt, dass solche Resultate nur dann erreicht werden können, wenn man nicht über das erste Spiel hinaus blickt: "Arabische Teams haben sich in der jüngeren Turniergeschichte gut geschlagen, zunächst Raja, dann Al Jazira und dann auch Al-Ain. Doch wie ich bereits gesagt habe, wir wollen nicht vorgreifen und die gleichen Fehler wie 2011 und 2018 machen. Unsere Konzentration gilt einzig dem ersten Spiel gegen Al Hilal. Danach sehen wir weiter."

Der Stürmer, der auch für die tunesische Nationalmannschaft spielt, hofft, auf ein Finale gegen den FC Liverpool. "Natürlich träumen wir davon, gegen Liverpool zu spielen", sagt er. "Wir sind daran gewöhnt, um Titel zu spielen. Die Teilnahme an diesem Turnier ist ein wahr gewordener Traum. Diesen wollen wir so lange wie möglich träumen, indem wir so weit wie möglich kommen. Doch wie ich schon gesagt habe, wir dürfen nicht zu weit nach vorn schauen. Unsere gesamte Konzentration muss dem ersten Spiel gegen Al Hilal gelten. Erst danach können wir weiter sehen."