Conca: Abschied und Rückkehr eines Idols

20. Dez. 2013

Das Spiel um Platz drei der FIFA Klub-Weltmeisterschaft Marokko 2013 gegen Atlético Mineiro wird für Darío Conca der erste Schritt, um sich wieder an den brasilianischen Fussball zu gewöhnen. Der Argentinier bestreitet nämlich am Samstag sein letztes Spiel für Guangzhou Evergrande FC, und zwar gegen einen Gegner, den er ziemlich gut kennt. Anschließend kehrt er zu Fluminense und in ein Land zurück, das ihm zur zweiten Heimat geworden ist.

Conca kehrt mit denselben Voraussetzungen zur Tricolor ans andere Ende der Welt zurück, unter denen er sich einst verabschiedet hat. Damals hatte er den Zeitraum von 2008 bis 2011 mit einem Landesmeistertitel abgeschlossen.

"Ich hoffe, dass nach meiner Rückkehr alles gut klappt, dass ich meine Sache gut mache und dort genauso glücklich bin wie in den drei Jahren, die ich bereits dort verbracht habe", meinte Conca kurz nach der 0:3-Niederlage des chinesischen Klubs im Halbfinale der Klub-WM gegen Bayern München. "Ich freue mich schon sehr darauf, an einen Ort zurückzukehren, an dem ich viele glückliche Momente erlebt habe, obwohl ich auch in China eine sehr gute Zeit hatte."

Nach seiner Rückkehr nach Brasilien wird Conca ein anderes Fluminense vorfinden, das 2012 erneut Landesmeister geworden ist, derzeit allerdings Höhen und Tiefen erlebt. Genau deshalb hat der gerade einmal 1,67 Meter große Spieler derzeit nur eins im Kopf: Mit Flu an die Erfolge des Jahres 2010 anknüpfen, in dem er zum besten Spieler der brasilianischen Meisterschaft gewählt worden war.

"Ich habe damals hart gearbeitet, um das zu erreichen, habe Auszeichnungen bekommen, bin Meister geworden. Jetzt hoffe ich, meine Sache wieder gut machen zu können, denn die Fans haben es verdient", erklärt er. "An gutem Willen soll es nicht mangeln, denn der Klub hat auf mich gesetzt, und ich sehe mich in der Pflicht. Ich fühle mich Fluminense sehr verbunden und will mein Bestes geben. Ich möchte nicht über Titel sprechen, aber ich hoffe, dass ich Freude schenken kann und dass alle glücklich mit mir sind. Fluminense zu helfen, ist das Wichtigste für mich."

Heimweh und etwas Wehmut Einen Klub und seine Fangemeinde glücklich zu machen, bedeutet in diesem Fall, eine andere traurig zu machen. Conca verlässt China jedoch zumindest mit dem Gefühl, seine Mission erfüllt und dem Klub etwas zurückgegeben zu haben. Für Guangzhou haben sich die drei offiziellen Angebote und der hohe Betrag, den der Klub 2011 auf den Tisch gelegt hat, um ihn zu verpflichten, letztendlich nämlich gelohnt. Drei Landesmeistertitel, ein Titelgewinn in der AFC Champions League und vor allem die Entwicklung des Klubs zu einer nationalen Fussballmacht konnten seit seiner Verpflichtung erreicht werden.

Es kommt nicht von ungefähr, dass Conca zu einem Idol avanciert ist, Auszeichnungen erhalten hat (wie die zum besten Fussballer Chinas des Jahres 2013) und selbst für den erfahrenen Trainer Marcello Lippi zu einer Art Passion geworden ist. "Conca ist ein hervorragender Spieler, und ich bin stolz, in den letzten zweieinhalb Jahren mit ihm gearbeitet zu haben", meinte der Italiener kurz vor dem letzten Einsatz des Argentiniers im Lande. "Ich habe schon Spieler wie Del Piero, Zidane und Totti trainiert, und für mich ist Conca genauso brillant wie sie."

Conca hat auch außerhalb des Spielfeldes viel Lob erfahren. Teamkameraden wie der Brasilianer Muriqui, mit dem er in den letzten Spielzeiten viele gute Auftritte feierte und sich als Torschütze abwechselte, sprachen mit einem gewissen Bedauern über seinen Weggang. "Er wird uns sehr fehlen", so der Stürmer gegenüber FIFA.com. "Ich hoffe, dass sich der Klub auch weiterhin stark präsentiert und diese Lücke mit jemandem füllen kann, der dieselbe Klasse hat wie er. Wir sind auf einem hohen Niveau angekommen und hoffen, dass es so weitergeht."

Conca ist natürlich dankbar für so viel Lob und hofft, sich für die große Zuneigung, die er bei Guangzhou erfahren hat, mit einem letzten guten Auftritt für den chinesischen Klub revanchieren zu können. Später wird er dann vermutlich mit einer Mischung aus Sehnsucht und Zufriedenheit auf die andere Seite der Welt zu einem Klub schauen, bei dem er zum Idol geworden ist – genau wie in den letzten Jahren, nur andersherum.

"Das war eine sehr wertvolle Zeit, und ich freue mich, dass ich all dies erlebt habe. Wir haben viele gute Dinge erlebt und uns für diese Weltmeisterschaft qualifiziert. Nur wenige hätten uns das zugetraut", so der Argentinier. "Guangzhou hat einen hervorragenden Trainer, gute ausländische Spieler und wird auch in Zukunft stark sein. Ich werde aus der Ferne die Daumen dafür drücken, dass sie diese Phase fortsetzen und zur Klub-WM zurückkehren können", meinte er abschließend.