Iwatas schmerzhafte Heimkehr

10. Dez. 2015

Es hätte alles so schön sein können für Takuya Iwata, den Linksverteidiger von Auckland City FC. Die Teilnahme an der FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2015 in seinem Heimatland Japan, dazu ein Duell mit dem japanischen Meister Sanfrecce Hiroshima – und das zudem vor zahllosen Freunden und Familienmitgliedern auf den Tribünen des International Stadium Yokohama. Doch die Heimkehr des 32-Jährigen, der seit 2012 für Auckland seine Schuhe schnürt, sollte eine in jeder Hinsicht schmerzhafte werden.

Der Ozeanien-Vertreter, der im Vorjahr in Marokko noch einen sensationellen dritten Platz bei der Klub-WM belegt hatte, verpasste durch eine 0:2-Niederlage nicht nur den Einzug ins Viertelfinale. Iwata wurde zu allem Überfluss in der Schlussphase der Partie auch noch bei einem unglücklichen Zusammenprall vom Knie eines Gegenspielers im Gesicht getroffen und musste aufgrund einer Platzwunde behandelt werden, ehe er – mit einem dicken Verband um seinen Kopf und einem zugeschwollenen Auge – für die letzten Minuten auf den Rasen zurückkehrte, die Niederlage seines Teams allerdings trotz dieses heroischen Einsatzes auch nicht mehr verhindern konnte.

Dementsprechend niedergeschlagen war Iwata, als sich FIFA.com nach der Partie mit ihm unterhielt: "Ich bin sehr traurig. Wir wollten dieses Spiel unbedingt gewinnen. Aber das war keine gute Leistung von mir heute. Ich war vor allem im Spiel nach vorne nicht konzentriert genug. Die entscheidenden Pässe sind einfach nicht angekommen."

Dabei war Aucklands Nummer 3 mit großen Erwartungen in die Partie gegangen. "Meine Motivation war groß, zumal ich mir für dieses Turnier einen Stammplatz erkämpft hatte", so Iwata, der während der 90 Minuten auf lautstarke Unterstützung bauen konnte. "Rund 400 Familienmitglieder, Freunde und ehemalige Teamkollegen von mir waren heute im Stadion. Einer meiner Freunde ist sogar aus Australien hierher angereist. Sie haben mir alle schon vor dem Spiel Mut zugesprochen und mir gesagt, dass ich das Spiel einfach genießen soll. Ich habe ihre Anfeuerungen während des Spiels gehört. Ihre Unterstützung hat mir gut getan."

Auch das Lob seines Trainers Ramon Tribulietx dürfte Iwata sicherlich gut tun. "Seine weiblichen Fans waren nach dem Tritt in sein Gesicht sicherlich nicht gerade glücklich. Sein Gesicht ist wie Luftballon angeschwollen", meinte Aucklands spanischer Coach. "Aber dass Takuya trotzdem weitergespielt hat, zeigt was für einen großartigen Charakter er hat. Für ihn ist es schlimmer, dass wir das Spiel verloren haben. Er ist ein toller Typ."

Und auch der sympathische Japaner fand, angesprochen auf seine Verletzung, sein Lächeln schnell wieder. "Alles halb so wild, das gehört halt zum Fussball dazu", so Iwata, der seinen Blick lieber bereits wieder nach vorne richtet. "Für mich ist die Klub-WM ein Traum. Ich hätte mir vor ein paar Jahren im Traum nicht vorstellen können, ein Turnier auf diesem Niveau bestreiten zu können. Jetzt war ich bereits zum vierten Mal dabei. Darauf bin ich sehr stolz."

Nun, da das Abenteuer FIFA Klub-Weltmeisterschaft für Auckland City beendet ist, steht für Iwata und seine Teamkollegen die Rückkehr in den Alltag an. Da die Neuseeländer ein semiprofessioneller Verein sind, gehen die Spieler abseits des Fussballplatzes geregelten Jobs nach. "Das ist schon anstrengend und kräftezehrend, den ganzen Tag zu arbeiten, bevor man zum Training mit der Mannschaft geht", gibt der Abwehrspieler einen Einblick. "Es war toll, dass wir uns hier in Japan ausschließlich auf den Fussball konzentrieren und uns wie eine Profimannschaft vorbereiten konnten. Ich werde mein Bestes geben, damit wir nächstes Jahr wieder bei diesem Turnier dabei sind." Sollte es für Iwata 2016 eine erneute Rückkehr mit Auckland in sein Heimatland geben, verläuft diese hoffentlich weniger schmerzhaft.