Hudson-Wihongi lebt seinen Traum

6. Dez. 2015

Seit seiner Kindheit träumt Te Atawhai Hudson-Wihongi davon, bei der FIFA Klub-Weltmeisterschaft zu spielen. Dieser Traum könnte jetzt wahr werden.

Der 20-jährige neuseeländische Nationalspieler von Auckland City FC trumpfte im Juni bei der FIFA U-20-Weltmeisterschaft groß auf. Nun will er mit dem letztjährigen Drittplatzierten auch in Japan für Aufsehen sorgen.

"Schon als Kind habe ich davon geträumt, bei der FIFA Klub-Weltmeisterschaft zu spielen. Ich hoffe, dass ich in Japan auch mal von Anfang an spiele und dabei zeigen kann, was ich drauf habe", so der Mittelfeldspieler. "Ich möchte einfach so viel Einsatzzeit wie möglich bekommen. Hoffentlich werden dann die richtigen Leute auf mich aufmerksam, und ich bekomme einen Profivertrag."

Japan ist für Hudson-Wihongi dabei kein Neuland. Mit dem von Wynton Rufer trainierten Nachwuchs war er schon drei Mal dort. Dabei hat er das Land kennen und lieben gelernt, wie er sagt: "Von der Lebensweise her ist Japan ganz anders als Neuseeland. Es gibt dort etwa 20 Mal so viele Menschen und jede Menge Fahrräder. Zudem wird es kalt sein, wenn wir dort spielen. Aber der japanische Fussball ist großartig. Technisch haben die Spieler alles drauf, sind kaum vom Ball zu trennen. Die individuelle Klasse ist hoch."

Hiroshi Miyazawa, den Ex-Verteidiger von JEF United und Sanfrecce Hiroshima, nennt Hudson-Wihongi sogar als sein Vorbild. "Hiroshi hatte in jungen Jahren großen Einfluss auf mich", erzählt er. "Ich habe mal für Onehunga Sports gespielt, einen Verein, an dem er beteiligt ist."

Sich international zeigen Der Wechsel zu Auckland City sollte sich für Te Atawhai Hudson-Wihongi auszahlen. Seit November darf er sich neuseeländischer Nationalspieler nennen. Beim 1:0 über Oman wurde er für die All Whites eingewechselt.

"Bislang läuft es für mich bei Auckland absolut rund", freut sich der Mittelfeldmann. "Spieler und Umfeld haben mich gut aufgenommen. Ich kann mich noch erinnern, wie ich im vergangenen Jahr in aller Frühe aufgestanden bin, um mir zusammen mit meiner Familie die Spiele von Auckland City in Marokko anzusehen. Ich habe der Mannschaft die Daumen gedrückt, weil sie ja Vertreter Neuseelands und Ozeaniens war."

"Auch über meinen ersten Länderspieleinsatz habe ich mich sehr gefreut. Ich hoffe, dass noch der eine oder andere mehr dazu kommen wird. Ich möchte nämlich weiter Werbung in eigener Sache machen und mich in den Vordergrund spielen. Meine Eltern haben bestimmt frühmorgens ferngesehen und waren sehr stolz auf mich. Und das soll auch weiterhin so bleiben."

Neuseelands bis dahin letzter Sieg war ein 1:0 in Saudiarabien am 5. September 2013 gewesen. Das Ende der zweijährigen Durststrecke war eine Erleichterung für Trainer Anthony Hudson - und für seine Spieler Grund zum Jubeln. Doch die daraus geschöpfte Hoffnung auf eine Siegesserie zerschlug sich schnell.

"Es war ein unglaubliches Gefühl", erinnert sich Hudson-Wihongi. "Dieser Sieg war längst überfällig. Entsprechend haben wir uns danach gefühlt, als hätten wir ein WM-Qualifikationsspiel gewonnen. Danach war die Stimmung glänzend. Wir waren sehr zuversichtlich und optimistisch und wollten im nächsten Spiel genau so weiter machen. Leider ist uns das nicht gelungen. Das war enttäuschend. Aber der neuseeländische Fussball unternimmt alles, damit wir mehr Länderspiele bestreiten können. Wir können nur abwarten, gegen wen es geht und wo wir spielen. Mit ein bisschen Glück bin ich wieder dabei."

Bei seinem Länderspieldebüt wollte Hudson-Wihongi natürlich in erster Linie gewinnen. Doch einmal mehr faszinierte ihn auch Oman als Land. "Oman war wunderschön, auch wenn wir außer Flughafen, Hotel, Trainingsgelände und Stadion nicht viel gesehen haben. Aber ich habe mich vorher im Internet über Oman informiert. Es ist ein Land mit großartiger Natur und hochinteressanter Kultur", so der 20-Jährige.

Für die Navy Blues aus Auckland beginnt das Turnier am Donnerstag mit dem K.o.-Duell gegen den Meister der japanischen J.League, Sanfrecce Hiroshima