Top-Teams streben nach Ruhm und Ehre

25. Feb. 2011

Das Fussballjahr begann in Asien gleich mit einem absoluten Höhepunkt. Im Januar wurde nämlich der AFC Asien-Pokal in Katar ausgetragen. Jetzt rücken die Vereine ins Zentrum der Aufmerksamkeit, denn am nächsten Dienstag beginnt die AFC Champions League 2011.

Es handelt sich um die neunte Auflage des prestigeträchtigen Turniers, das im Jahr 2003 ins Leben gerufen wurde. Teilnehmen werden 32 asiatische Spitzenklubs aus zehn Ländern. Mit dabei sind außer vier ehemaligen Turniersiegern auch fünf Debütanten. Auch bei dieser Auflage haben wir es mit einem starken Teilnehmerfeld und einigen klaren Favoriten zu tun.

FIFA.com präsentiert Ihnen die Vorschau auf neun spannende Wettbewerbsmonate. Dem Sieger winken die Vormachtstellung auf dem Kontinent und ein Startplatz bei der FIFA Klub-Weltmeisterschaft.

Favoriten wollen hoch hinausDie Republik Korea, die als einziges Land bereits drei Mal den Turniersieger stellte, schickt zweifellos auch bei dieser Auflage wieder aussichtsreiche Kandidaten ins Rennen. Da sich der amtierende Champion Seongnam Ilhwa Chunma nicht qualifizieren konnte, obliegt es nun einem Quartett unter der Führung der Jeonbuk Motors, die Ehre der K-League zu verteidigen. Die Motors sind bereits zum fünften Mal bei diesem Turnier dabei. Zwar konnte sich der Turniersieger von 2006 die Teilnahme erst im Meisterschafts-Playoff der K-League 2010 auf Kosten von Seongnam sichern, die positive Bilanz des Klubs auf asiatischer Ebene spricht allerdings für Jeonbuk. Das Team wird auf jeden Fall den Einzug in die nächste Runde anstreben und muss zu diesem Zweck in seiner Gruppe gegen den chinesischen Meister Shandong Luneng, den japanischen Klub Cerezo Osaka sowie den indonesischen Meister FC Arema antreten.

Auch die ebenfalls in der K-League aktiven Suwon Bluewings schöpfen Hoffnung aus ihrer ruhmreichen Vergangenheit. Die Bluewings haben nämlich bereits zwei Mal die Asiatische Klub-Meisterschaft, den Vorläufer des aktuellen Wettbewerbs, gewonnen (2001 und 2002). Im letzten Jahr unterlag der Klub dem späteren Turniersieger Seongnam nur knapp im Viertelfinale. Jetzt ist Trainer Yoon Sung-Hyo fest entschlossen, es dieses Mal noch besser zu machen. "Wir haben für die neue Saison vieles geändert und uns gut vorbereitet", erklärte er. "Ich glaube, wir können ein besseres Ergebnis erreichen als letztes Jahr, wenn alles planmäßig läuft. Ich möchte einen ansprechenden Angriffsfussball bieten, denn der Trend geht zu Angriffsfussball mit schönem Kurzpassspiel wie bei Barcelona."

Da die FIFA Klub-Weltmeisterschaft 2011 wieder in Japan ausgetragen wird, werden die Vereine der J-League noch motivierter sein und Asien unbedingt auf heimischem Boden vertreten wollen. Allen voran Gamba Osaka, das den Wettbewerb 2008 gewann und anschließend die ganze Welt mit einem dritten Platz beim FIFA-Wettbewerb beeindruckte. Der japanische Verein muss in seiner Gruppe gegen Jeju United, Melbourne Victory und Tianjin Teda antreten und hat nicht nur den Gruppensieg, sondern auch den Turniersieg im Blick. "Wir werden dieses Jahr alles geben und ich glaube, wir können den Titel erneut gewinnen", so Yasuhito Endo, Spielmacher bei Gamba und in der japanischen Nationalmannschaft.

Der saudische Spitzenklub Al Ittihad verfügt zwar über einen starken Kader, muss aber auch mit einem hohen Erwartungsdruck fertig werden, da das Team den prestigeträchtigen Wettbewerb als einzige Mannschaft bereits zwei Mal gewinnen konnte. Unter der Führung des portugiesischen Trainers Toni und mit dem routinierten Mannschaftskapitän Mohammed Noor möchte der Klub aus Jeddah sich erneut die Krone in Asien aufsetzen. Der Einzug in die K.o.-Runde dürfte jedoch kein Selbstläufer werden, denn als Gruppengegner lauern Al Wahda (Vereinigte Arabische Emirate), Persepolis (Iran) sowie das aufstrebende Team von Bunyodkor (Usbekistan).

Starke HerausfordererDas einzige Team, das auch bei jeder der acht vorherigen Auflagen dabei war, ist der usbekische Spitzenklub Pakhtakor. Gemeinhin wird erwartet, dass der Verein im Rennen um den Titel ebenfalls ein Wörtchen mitreden will und die Favoriten vor eine Herausforderung stellt. Stürmer Alexander Geynrikh hat sich beim AFC Asien-Pokal in überragender Form präsentiert und sein Klub ist klar favorisiert in einer Gruppe mit Esteghlal, Al Nasr und Al Sadd. Mit Bunyodkor ist ein weiterer Verein aus Taschkent im Wettbewerb vertreten. Mit gleich fünf Nationalspielern im Team schaffte man beim Asien-Pokal 2011 in Katar den Einzug ins Halbfinale. Obwohl Aushängeschild Server Djeparov inzwischen zum K-League-Meister FC Seoul gewechselt ist, sollte man den Klub nicht unterschätzen.

Persepolis und Esteghlal sind zwar traditionelle iranische Fussballmächte, die den asiatischen Wettbewerb beide schon gewonnen haben, bevor die AFC Champions League ins Leben gerufen wurde. Bei der diesjährigen Auflage ruhen die Hoffnungen der iranischen Fans aber vor allem auf den ehemaligen Finalisten Sepahan und Zob Ahan, da sie sich jüngst in guter Form präsentiert haben. Sepahan belegte bei der Auflage von 2007 den zweiten Platz, während Zob Ahan sich letztes Jahr im Finale mit 1:3 gegen Seongnam geschlagen geben musste.

Die australischen Vertreter Melbourne Victory und FC Sydney werden versuchen, in die Fußstapfen von Adelaide United zu treten, das vor drei Jahren ins Finale des Wettbewerbs einzog. Nachdem sich die beiden größten australischen Vereine über ihre Erfolge in der letztjährigen A-League-Saison für das Turnier qualifiziert hatten, waren ihre Leistungen im gerade abgeschlossenen Wettbewerb allerdings nicht gerade berauschend.

Der chinesische Meister Shandong Luneng ist seit 2005 nicht mehr über die Gruppenphase hinausgekommen. Jetzt hat man sich fest vorgenommen, die Erwartungen der Fans nicht wieder zu enttäuschen. Allerdings steht gleich zum Auftakt eine knifflige Begegnung mit Jeonbuk auf dem Programm. "Zunächst einmal geht es darum, die K.o.-Runde zu erreichen. Wenn wir das schaffen, werden wir alles daran setzen, in jedem Spiel ein positives Ergebnis zu erzielen", so Shandongs aus Kroatien stammender Trainer Branko Ivankovic gegenüber FIFA.com.