Omar Sylla über Senegals und Afrikas Ambitionen auf der Weltbühne

17. Juli 2021
  • Omar Sylla führte Senegal zu drei FIFA Beach-Soccer-Weltmeisterschaften in Folge

  • Bei der Afrikameisterschaft holte sein Team drei Mal den Titel

  • Sylla peilt bei der bevorstehenden WM-Endrunde das Halbfinale an

Seit Omar Sylla 2016 zum Trainer der senegalesischen Beach-Soccer-Nationalmannschaft ernannt wurde, hat das westafrikanische Team einen Erfolg nach dem anderen gefeiert. Der Coach führte das Team zu den Endrunden der FIFA Beach-Soccer-Weltmeisterschaften Bahamas 2017, Paraguay 2019 und Russland 2021. Außerdem gewannen seine Schützlinge drei Mal in Folge den CAF Afrikanischen Nationen-Pokal im Beach Soccer, den er auch als Spieler bereits drei Mal gewonnen hatte, nämlich 2008 in Südafrika, 2011 in Marokko und 2013 erneut in Marokko. Mitten in der Vorbereitung für die FIFA Beach-Soccer-WM im kommenden Monat nahm sich Sylla Zeit für ein Gespräch mit FIFA.com und begann mit Dankesworten für die Leistungen seines Teams: "Zunächst einmal müssen wir Gott danken und dann erkennen, dass Erfolg nie eine individuelle Leistung ist, sondern eine kollektive. Unser Dank gebührt auch dem senegalesischen Staat, der die bestmöglichen Bedingungen für uns geschaffen hat. Das Gleiche gilt auch für den senegalesischen Fussballverband. Auch den Spielern und dem Trainerstab muss man zu all den Trophäen gratulieren, die wir gewinnen konnten. Abgesehen davon gibt es kein Geheimnis für unseren Erfolg, außer unserem Glauben an die Notwendigkeit ständiger Arbeit, um an die Spitze zu gelangen, natürlich mit Gottes Segen."

Über das Viertelfinale hinaus

Zum Triumph Senegals bei der diesjährigen Afrikameisterschaft, bei der man im Finale Mosambik besiegte, sagte der Mann mit dem Spitznamen "Ngalla": "Es war ein wunderbares und ganz besonderes Jahr für uns, denn wir haben die Afrikameisterschaft auf heimischem Boden gewonnen. Das ist keineswegs leicht, denn der Erfolgsdruck vor den eigenen Fans ist immens. Glücklicherweise konnten wir uns der Herausforderung stellen und haben den Titel gewonnen, dank Geduld und harter Arbeit sowie der wunderbaren Organisation rund um das Team." Allerdings ist es den Löwen von Teranga bislang nicht gelungen, ihre kontinentalen Erfolge auch auf globaler Ebene zu wiederholen. Sylla führte das Team bei den letzten beiden Weltmeisterschaften zwar sicher durch die Gruppenphase, doch über das Viertelfinale ist Senegal noch nie hinausgekommen. Auf diese scheinbar unüberwindliche Hürde angesprochen, sagte der Trainer: "Bei der WM auf den Bahamas haben wir stark begonnen, bevor wir mit Italien auf einen sehr renommierten Gegner trafen, der uns mit 1:5 ausschaltete. In Paraguay wurden wir Gruppensieger, obwohl mit Russland, Belarus und den Vereinigten Arabischen Emiraten drei etablierte Beach-Soccer-Nationen in unserer Gruppe waren. Wir haben nur ein Gruppenspiel verloren (gegen Russland) und die beiden anderen gewonnen." Dennoch schied der Senegal erneut im Viertelfinale aus, diesmal mit 2:4 gegen den späteren Sieger Portugal, sehr zum Bedauern des Trainers.

Eine schwere Gruppe

Bei der WM im nächsten Monat hätte die Auslosung für die Senegalesen freundlicher ausfallen können, denn sie landeten in einer Gruppe, die Sylla als "schwierig" bezeichnet: "Wir treffen auf erfahrene Gegner wie Portugal, das ich als Titelfavoriten sehe, Uruguay, eine sehr erfahrene Mannschaft, und Oman, eine solide Mannschaft, die körperlich stark, technisch begabt und taktisch diszipliniert ist. Die vor ihm liegenden Aufgaben entmutigen den jungen Trainer jedoch nicht, der einen unerschütterlichen Glauben an die Fähigkeit seiner Mannschaft hat, aufgrund ihrer guten Vorbereitung gute Leistungen zu erbringen – auch wenn er zugibt, dass die Covid-19-Pandemie seine Pläne beeinträchtigt hat, da einige geplante Trainingslager in Senegal abgesagt werden mussten.

Was Afrika benötigt, um einen Weltmeistertitel zu gewinnen

Bevor er schloss, sprach der senegalesische Taktiker allgemein über Beach Soccer in Afrika und betonte, dass sich die Disziplin "auf allen Ebenen entwickeln muss – sportlich, organisatorisch und administrativ. Wir müssen häufiger an verschiedenen Wettbewerben teilnehmen, damit die Spieler mehr Erfahrung sammeln und kampferprobt werden können. Besondere Bedeutung gebührt auch der Ausbildung von Trainern und Spielern, und den Teams, die den Kontinent bei globalen Veranstaltungen vertreten, muss geholfen werden, sich richtig auf diese Herausforderungen vorzubereiten." Zum Abschluss fragten wir Sylla, ob er daran glaube, dass eine afrikanische Nation eines Tages die Weltmeisterschaft gewinnen werde. Seine Antwort: "Ja, wir könnten eines Tages ein afrikanisches Team als Weltmeister sehen, aber nur unter der Bedingung, dass schon jetzt mit der Vorbereitung begonnen wird. Ich bin nach wie vor überzeugt, dass für Afrika nichts unmöglich ist."