Al Thanawi: "Oman könnte für eine Überraschung sorgen"

14. Juli 2021
  • Talib Al Thanawi will Oman in Russland 2021 in die zweite Runde führen

  • Er war bereits bei den letzten drei WM-Teilnahmen Trainer der Auswahl

  • Das Team Omans trifft auf den amtierenden Weltmeister, den Afrikameister und auf einen Vizeweltmeister

Die Beach Soccer-Auswahl Omans hat sich in den letzten Jahren beständig weiterenwickelt und zählt mittlerweile zu den besten Teams auf dem asiatischen Kontinent. Oman gewann im Jahr 2015 die AFC Beach Soccer-Meisterschaft und bezwang dabei Japan, eines der großen Teams dieser Sportart. Darüber hinaus nahm Oman an drei der letzten fünf Auflagen der FIFA Beach Soccer-Weltmeisterschaft teil. Der Architekt hinter diesen Erfolgen ist der renommierte Auswahltrainer Talib Al Thanawi, der Oman bereits bei den letzten drei WM-Endrundenteilnahmen betreute. Nun hofft der Coach, das zu schaffen, was ihm bei den letzten drei Ausgaben verwehrt bliebt: das Erreichen der zweiten Runde. Die Auslosung der FIFA Beach Soccer-Weltmeisterschaft Russland 2021TM bescherte Oman eine schwere Gruppe mit Titelverteidiger Portugal, Afrikameister Senegal und Uruguay, dem Vizeweltmeister von 2006. "Wir haben gegen all diese Teams schon einmal gespielt und wissen, wie stark sie sind. Doch wir sind bereit. Unser Ziel ist es, stark aufzuspielen, um möglichst weit im Turnier zu kommen", erklärt Al Thanawi. In einem Exklusiv-Interview mit FIFA.com sprach der 57-jährige Trainer über die Entwicklung des Spiels in Oman, über die früheren WM-Teilnahmen und auch die Gründe, warum er glaubt, dass sein Team beim Turnier, das im nächsten Monat beginnt, für eine Überraschung sorgen könnte.

ESPINHO, PORTUGAL - JULY 11: Head coach Talib al Thanawi of Oman reacts during the FIFA Beach Soccer World Cup Portugal 2015 Group B match between Oman and Italy at Espinho Stadium on July 11, 2015 in Espinho, Portugal. (Photo by Alex Grimm - FIFA/FIFA via Getty Images)

Sie waren bei allen bisherigen Beach Soccer-WM-Teilnahmen Omans Trainer des Teams. Wie sehen Sie die Entwicklung des Spiels im Sultanat Oman und welche Rolle spielten die bisherigen WM-Teilnahmen? In den letzten 13 Jahren, seit der Geburtsstunde des Beach Soccer im Sultanat, konkret im Jahr 2008, hat sich diese Sportart beständig weiterentwickelt. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Leistung der Auswahl beim Turnier in den 2011 von unserem Land in der Stadt Al Mussanah ausgerichteten Asienspielen. Dort belegte Oman den zweiten Platz, was der bis dahin größte Erfolg war. Im selben Jahr qualifizierten wir uns für die FIFA Beach Soccer-WM in Italien und zeigten damit, wie sehr sich der Beach Soccer in unserem Land in wenigen Jahren entwickelt hatte. Was war Ihrer Ansicht nach, das bislang denkwürdigste Spiel Omans bei einer Beach Soccer-WM? Die Begegnung, die ich nie vergessen werde, ist das Spiel gegen Costa Rica in Portugal 2015, das wir 7:2 gewannen. Das war der erste Sieg unserer Auswahl bei einer Weltmeisterschaft. In Paraguay 2019 holten wir dann den zweiten Sieg, beim 6:5 gegen Nigeria. Oman unterlag vor zwei Jahren in Paraguay nur ganz knapp Portugal. Hatten Sie diese Leistung gegen ein Team erwartet, das schließlich den WM-Titel holte? Ja, Oman hat gegen Portugal, den späteren Weltmeister, sehr stark gespielt. Wir haben ihnen wirklich Paroli bieten können. Der Grund dafür war, dass ich das erste Spiel der Portugiesen gegen Nigeria sehen konnte. Ich habe sie sorgfältig studiert und die Schwachstellen der Portugiesen ausmachen können. Am Ende hat jedoch das Plus an Erfahrung den Ausschlag gegeben. Auch im ersten Spiel gegen Brasilien, den Titelverteidiger, wussten wir zu überzeugen, verloren jedoch am Ende erneut wegen unseres Mangels an Erfahrung. Ich glaube, dass unser Team gegen jeden Gegner bestehen kann, wenn wir es schaffen unseren Matchplan für das Turnier umzusetzen.

Oman nimmt in Russland zum vierten Mal an einer FIFA Beach Soccer-WM teil. Wie laufen die Vorbereitungen der Auswahl auf das Turnier? Die Vorbereitungen für Russland 2021 begannen mit einem Trainingslager in Marokko vom 10. bis 16. Mai. Dabei bestritten wir auch zwei Freundschaftsspiele gegen die Auswahl Marokkos. Dann haben wir uns erneut im Juni getroffen, dieses Mal in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Dort spielten wir jeweils zwei Mal in Freundschaftsspielen gegen Senegal und die VAE. Hat sich die Pandemie auf Ihre Vorbereitungen auf das Turnier im Allgemeinen und auf den Beach Soccer im Sultanat im Besonderen ausgewirkt? Zweifelsohne hat die Pandemie viele der Auswahlmannschaften beeinträchtigt, insbesondere im Bereich des Beach Soccer. Die Einstellung der sportlichen Aktivitäten in Oman hat uns gezwungen, uns im Ausland zu treffen, was sich wegen der großen Pausen zwischen den Trainingslagern natürlich negativ auf die Spieler auswirkte.

Oman zählt mittlerweile zu den stärksten Teams im Beach Soccer in Asien. Wie sehen sie die Erfolge im Weltmaßstab? Oman könnte in der Tat für eine Überraschung sorgen. Genau das ist auch unser Ziel in Russland, sofern wir uns gut vorbereiten und die notwendigen Freundschaftsspiele bestreiten können, um in Bestform zum weltweit wichtigsten Turnier im Beach Soccer anzureisen. Die Mannschaft Omans hat bislang noch nie die Gruppenphase überstanden. Wird das in Russland gelingen? Unser Ziel bei der Beach Soccer-WM in Russland 2021 ist es in der Tat, die zweite Runde zu erreichen. Und dann wollen wir so weit wie möglich im Turnier kommen. Es ist allgemein bekannt, dass unsere Auswahl zu den besten Teams in Asien und auch der Welt zählt und deswegen wollen wir den Leuten nun zeigen, wie sehr sich unser Team schon weiterentwickelt hat.