Ussaca: Weltpremiere und Endspielstimmung

16. Juli 2021
  • Mosambik nimmt zum ersten Mal an einer FIFA Beach-Soccer-Weltmeisterschaft teil

  • Wir sprechen mit Abineiro Ussaca, der die Mambas zum Erfolg geführt hat

  • In Russland trifft Mosambik auf Spanien, die VAE und Tahiti

Abineiro Ussaca hat die Geschichte eines ganzen Landes mit einem Erfolg geprägt, den wohl niemand erwartet hatte. Nachdem er sich mit Mosambik zum ersten Mal für die Qualifikationsphase des CAF Afrikanischen Nationen-Pokals im Beach-Soccer qualifiziert hatte, bescherte er dem Land jetzt erstmals ein Ticket für die FIFA Beach-Soccer-Weltmeisterschaft.

Das Turnier findet vom 19. bis 29. August in Russlandstatt, und Ussaca wird mit seinen Mambas gegen die besten Teams dieser Sportart antreten. Dabei legt das Team die Bescheidenheit eines Neulings an den Tag, hat in der Qualifikation aber auch viel Selbstbewusstsein gesammelt.

"In den Qualifikationsspielen und beim Nationen-Pokal selbst haben wir eine gute Leistung gezeigt. Wir hatten den besten Spieler, den besten Torschützen und den besten Angriff", so der Trainer am Mikrofon von FIFA.com, der bereits ankündigt, den Schwung aus diesem Turnier mit nach Russland nehmen zu wollen. "Wir wollen diesem Wettbewerb unbedingt gerecht werden, indem wir Respekt vor jedem Gegner zeigen und mit Demut spielen. Wir werden jedes Spiel wie ein Finale angehen."

Die Mosambikaner werden sich in Bestform präsentieren müssen, wenn sie in einer Gruppe B bestehen wollen, in der sie auf Tahiti, Finalist von 2015 und 2017, Spanien, Finalteilnehmer von 2013, und die Vereinigten Arabischen Emirate treffen, die bereits zum siebten Mal auf der Weltbühne vertreten sind. "Wir wissen natürlich, dass wir eine kleine Mannschaft sind und noch keine Erfolge vorweisen können. Deshalb werden wir mit Bescheidenheit und Respekt zu dieser Weltmeisterschaft fahren, um etwas zu lernen", so ein realistischer und doch ehrgeiziger Ussaca. "Wir haben die Absicht, unseren Fussball auf der Grundlage von technischer Finesse und Offensivkraft weiterzuentwickeln. Unsere Spieler sind auf dem Sand sehr versiert und hoch motiviert, sich diesen drei Gegnern zu stellen."

Abineiro Ussaca, coach of Mozambique Beach Soccer National Team

Stark und konkurrenzfähig

Wenige Wochen vor ihrem WM-Debüt feilen die Mosambikaner in der Vorbereitung an Details und hoffen, an ihre Erfolge vor dem Turnier anknüpfen zu können. Derzeit trainieren sie noch auf dem Sand ihres Heimatlandes. Vom 24. Juli bis 9. August fliegen sie dann zu einem Trainingslager nach Portugal, wo sie Testspiele gegen Brasilien, Portugal, ACD O Sotão und Os Nazarenos bestreiten werden, bevor es dann am 10. August nach Russland geht. "Wir setzen alles daran, ein starkes, konkurrenzfähiges Team zu präsentieren", versichert der 41-jährige Trainer.

Die Karriere im Beach-Soccer kam für Ussaca, mittlerweile ein Aushängeschild der Sportart in Mosambik, eher unerwartet. Wie viele Kinder auf dem afrikanischen Kontinent begann der Mosambikaner in den Stadtvierteln der Landeshauptstadt, in seinem Fall Maputo, mit dem Fussballspielen. Später spielte er dann bei unterschiedlichen Hauptstadtklubs. Doch im Jahr 2000 zwang ihn eine Verletzung, seine Pläne zu ändern. "Ich konnte nicht spielen und habe diese Zeit für eine Trainerausbildung genutzt. Ich habe Mädchen und Jungen trainiert und bin mit den Erwachsenen im Männer- und Frauenfussball Meister geworden", berichtet er stolz.

Entwicklungsgrundlagen

2005 begann Ussaca dann, sich für Beach-Soccer zu interessieren, eine Sportart, die in Mosambik noch in den Kinderschuhen steckte. "Ich habe an der ersten Meisterschaft teilgenommen, bin 2014 mit dem FC Vulcano Landesmeister geworden und habe beim letzten 2M-Pokal im Beach-Soccer von Mosambik den zweiten Platz belegt", erinnert sich der Stratege, der heute voll und ganz in seiner Rolle als Beach-Soccer-Trainer aufgeht, sich aber gleichzeitig auch als Fussballtrainer sieht.

Jetzt sind seine Leidenschaft für die Sportart und die historische Qualifikation für das Weltturnier die besten Voraussetzungen für die weitere Entwicklung des Beach-Soccer im Lande. "Wir haben seit 2013 eine Meisterschaft mit 16 Teams, aber es wird nur in der Hauptstadt Maputo gespielt. Wir versuchen, sie auf das gesamte Land auszuweiten", erklärt Ussaca. "Wir sind noch Neulinge, und der Beach-Soccer ist in Mosambik noch nicht sehr populär, aber ich hoffe sehr, dass sich das ändern wird", meint er abschließend. Dabei ist ihm sehr wohl bewusst, dass eine gute Leistung in Russland einen großen Beitrag dazu leisten würde.

Abineiro Ussaca, coach of Mozambique Beach Soccer National Team