Al Araimi: "K.o.-Runde ist machbar"

Einmal bei einer FIFA WM anzutreten ist wohl der Traum eines jeden, der schon einmal gegen einen Ball getreten hat. Dies gilt natürlich auch für Profispieler, doch anscheinend nicht für Yahya Al Araimi, einen überaus vielversprechenden Beach-Soccer-Spieler aus Oman, der glaubhaft versichert, bis vor kurzem noch keinen Gedanken daran verschwendet zu haben.

Der heute 27-Jährige hatte seine sportliche Karriere in der Leichtathletik begonnen und erst später mit dem Fussball angefangen. Rein zufällig geriet er dann in die Beach-Soccer-Szene seines Landes. Ein glücklicher Zufall, wie sich später bestätigen sollte, denn mit Al Araimi belegte Oman beim asiatischen Qualifikationsturnier für die FIFA Beach-Soccer-Weltmeisterschaft Ravenna/Italien 2011 den zweiten Platz.

Bei diesem Qualifikationsturnier etablierte sich der junge Spieler endgültig als Star. Bei der Wahl zum besten Spieler des Turniers ließ er zahlreiche weitaus bekanntere Akteure hinter sich.

Ein glücklicher ZufallIm Exklusivgespräch mit FIFA.com erinnert sich der ehemalige Leichtathlet an seinen Wechsel von der Laufbahn auf den grünen Rasen: "Ich trainierte als Läufer unter Nationaltrainer Mohamed Al Houti, doch dann gab ich meiner Leidenschaft für den Fussball nach und schloss mich Al Masnaa an, wo ich sechs Jahre lang gespielt habe."

Der Sprung zum Beach Soccer hingegen ergab sich rein zufällig. 2009 nahm Al Araimi an einem Amateurturnier des Fussballverbands von Oman teil, wo sein enormes Talent von Trainer Taleb Hilal entdeckt wurde, der ihn sofort in die Beach-Soccer-Nationalmannschaft holte.

"Ich hatte nie auch nur im Entferntesten daran gedacht, bei einer WM zu spielen", so Al Araimi. "Ich hatte für Al Masnaa gespielt und war auch in die Nachwuchsmannschaft Omans berufen worden, doch es war nichts daraus geworden. Stellen Sie sich also meine Überraschung vor, als sich bei dem Amateurturnier plötzlich die Chance im Beach-Soccer-Team ergab!"

Der ehemalige Läufer sieht seine sportliche Vergangenheit als wichtigen Faktor für seinen Erfolg im Beach-Soccer: "Dieses Spiel zieht mich ganz besonders an, weil es technisch höchst anspruchsvoll ist und es spektakuläre Tore gibt. Hinzu kommen die hohen physischen Anforderungen, die das Spiel an die Akteure stellt."

Vom Nobody zum StarBeim asiatischen Qualifikationsturnier für Ravenna wurde er quasi über Nacht zum Star. Mit nicht weniger als sechs Toren trug der Shootingstar dazu bei, dass Oman das Finale des Turniers erreichte, das gegen die starken Japaner verloren ging. Die Enttäuschung über die Endspielniederlage wurde durch die Freude über die gelungene Qualifikation für die FIFA Beach-Soccer-WM gemildert, ebenso wie durch die Auszeichnung Al Araimys zum besten Spieler des Turniers.

"Das war ein unbeschreibliches Gefühl", so seine Erinnerung an den Erhalt der Auszeichnung. "Unter all den großen Stars bei diesem Turnier war ich zum besten Spieler gewählt worden. Aber diese Auszeichnung gebührt nicht nur mir allein. Alle meine Mannschaftskameraden haben dazu beigetragen, dass ich so glänzen konnte, ganz zu schweigen von der Arbeit des technischen Stabes und des Managements."

Die Auszeichnung eröffnete dem bescheidenen Omaner neue Wege, so zum Beispiel einen Wechsel zum Beach-Soccer-Team des brasilianischen Klubs Corinthians São Paulo. Auf die Frage nach seinen Erfahrungen in Brasilien antwortete Al Araimi mit großer Begeisterung: "Das Angebot kam völlig überraschend! Es war fantastisch. Ich bekam die Möglichkeit, das Training dieser Spieler und ihre ganze Klasse aus nächster Nähe kennen zu lernen. Das hat mich enorm motiviert. Zunächst saß ich auf der Bank, aber selbst das hat mir großen Spaß gemacht denn ich konnte die unglaublichen Fertigkeiten der Spieler beobachten. So etwas hatte ich zuvor noch nie erlebt."

"Ich habe neben einigen der ganz großen Stars des Beach Soccer gespielt, beispielsweise den brasilianischen Nationalspielern Benjamin, Buru und Mao, der als bester Torhüter der Welt gilt, ganz zu schweigen von Juninho. Ich kann gar nicht beschreiben, was es für ein Gefühl war, Seite an Seite mit diesen Jungs zu spielen."

Große AmbitionenAl Araimi hat bereits viel erreicht, auf das er stolz sein kann, doch sein Blick ist fest auf das nächste Ziel gerichtet: in Ravenna will er mit starken Leistungen dazu beitragen, dass seine Mannschaft die entscheidende Phase des Turniers erreicht.

"Das ist keineswegs unmöglich", so seine Einschätzung. "Die WM ist ein großes Ereignis und es wird eine fantastische Erfahrung, die Flagge Omans neben denen der großen Beach-Soccer-Nationen zu sehen. Wir fahren zu diesem Turnier, um dort Eindruck zu hinterlassen und ich bin überzeugt, dass wir mindestens das Viertelfinale erreichen können!"

Das scheint in der Tat nicht unmöglich, auch wenn Oman in Gruppe B vor kniffligen Aufgaben steht. Denn die Gegner heißen immerhin Argentinien, El Salvador und der ewige Mitfavorit Portugal. Al Araimi weiß durchaus, wie groß die Herausforderungen sind und er hält einen guten Start ins Turnier für den Schlüssel zum Erfolg. "Wir wollen natürlich alle Spiele gewinnen. Wenn wir es schaffen, im ersten Spiel Argentinien zu besiegen und dann auf El Salvador treffen, dann bin ich sicher, dass wir es in die K.o.-Runden schaffen. Aber zunächst müssen wir uns voll und ganz auf das erste Spiel konzentrieren: Wir wollen bei diesem Turnier Schritt für Schritt den Weg zum Erfolg gehen.

Das wird ganz sicher nicht leicht", so der Spieler weiter. "Denn Portugal gehört zu den besten Mannschaften der Welt und Argentinien hat in der Qualifikation ebenfalls sehr stark gespielt und das Finale gegen Brasilien erreicht. El Salvador ist für uns allerdings eine weitgehend unbekannte Größe."

Die großen Ambitionen Al Araimis enden indes keineswegs mit dem Turnier in Italien. "Nach der WM will ich in Europa spielen und dann noch einmal an einer FIFA Beach-Soccer-WM teilnehmen", gibt er an.

Sollte Al Araimi Recht behalten und Oman in Ravenna tatsächlich eine große Überraschung gelingen, dann stehen die Chancen gut, dass er auch seine neuesten Ziele erreichen kann.

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