Saganowski: "Ich zähle schon die Tage bis zum Abflug"

Bis zum Beginn der FIFA Beach-Soccer-WM 2017 auf den Bahamas sind es noch exakt 71 Tage, doch die Vorfreude steigt beinahe stündlich – zumindestens bei Boguslaw Saganowski, dem Star des polnischen Teams. "Jeder Sportler träumt davon, bei einer WM dabei zu sein. Ich zähle schon die Tage bis zum Abflug", verrät der 39-Jährige im Interview mit FIFA.com.

Zum zweiten Mal nach 2006 sind die Europäer beim weltweiten Gipfeltreffen dabei. In Rio de Janeiro war nach zwei Niederlagen gegen die USA (2:4) und Brasilien (2:9) sowie einem Sieg gegen Japan (8:5) bereits nach der Gruppenphase Endstation. Saganowski gehörte schon damals zu den Leistungsträgern des Teams und erzielte sieben der insgesamt zwölf polnischen Tore.

Elf Jahre später peilt die Biało-Czerwoni die K.o.-Phase an und fliegt als amtierender Europameister mit reichlich Selbstbewusstsein auf den atlantischen Inselstaat. "Wenn wir so spielen, wie bei der EM, dann sind wir in der Lage einige Menschen zu überraschen. Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass wir alles tun werden, um eine Medaille zu holen."

Mit sieben Siegen aus acht Spielen boten die Polen im vergangenen September auf kontinentaler Ebene eine überzeugende Leistung, vor allem mit dem 5:3-Erfolg gegen den zweimaligen Weltmeister Russland (2011, 2013) setzte das Team ein frühes Ausrufezeichen. In der K.o.-Phase behielt man gegen Italien (3:2 n.V.) im Halbfinale sowie im Endspiel gegen die Schweiz (6:3) die Oberhand. Darüber hinaus wurden Szymon Gasinski als bester Torhüter sowie Saganowski als bester Spieler des Turniers (MVP) geehrt.

"Für mich ist das eine große Auszeichnung. Der Dank gilt aber vor allem meinem Team, das dies ermöglicht hat. Die Mannschaft wurde erst kurz vor der EM neu zusammengestellt, da einige Stammspieler nicht mitfahren konnten. Wenn man sich das Resultat am Ende anschaut, war das sicherlich ein Glücksfall."  Durch die WM-Teilnahme erhofft er sich einen weiteren Schub in Polen, wo der Beach Soccer noch immer eine Randsportart ist. "Es spielen vielleicht gerade mal 1.000 Menschen. Das sagt eigentlich alles. Aber die WM könnte helfen, Beach Soccer populärer zu machen."

Seinen Beitrag für die positive Entwicklung des Beach Soccers in Polen hat Saganowski geleistet, so dass er seine Karriere auf Sand nach elf Jahren voraussichtlich nach der WM mit gutem Gewissen beenden kann. "Ich werde im März 40 und es ist Zeit, den Weg für junge Talente freizumachen. Komplett kann ich aber nicht aufhören. Dafür liebe ich diesen Sport zu sehr. Aber ich werde wohl aus der Nationalmannschaft zurücktreten und mich auf die heimische Liga konzentrieren."

Eine Rückkehr zur Rasenvariante kann er sich übrigens nicht vorstellen. "Ich habe zu allen Formen des Fussballs eine Verbindung. In der Halle mit Clearex Chorzów habe ich sogar die polnische Meisterschaft gewonnen. Aber meiner Meinung nach, ist es schwerer auf Sand zu spielen, als auf Rasen. Beach Soccer ist dynamischer, man spielt barfuß auf unebenen Untergrund und darüber hinaus spielen wir oft bei sehr heißen Temperaturen."

Nichstdestotrotz ist er sich bei einer Sache ganz sicher: Angreifer Robert Lewandowski vom FC Bayern München, der aktuell zu den besten Stürmern der Welt auf dem grünen Rasen gehört, wäre definitiv auch ein erstklassiger Beach-Soccer-Spieler, allerdings nur - das verkündet Saganowski zum Abschluss des Interviews mit einem Augenzwinkern - nach einigen gemeinsamen Trainingseinheiten.