Sayoud: Der unerwartete Held Algeriens

  • Amir Sayoud spielte gegen Sudan und saß dann vier Spiele auf der Bank

  • Im Finale gegen Tunesien wurde er eingewechselt

  • Sayoud spricht über sein Tor im Finale und Algeriens Titelgewinn beim FIFA Arabien-Pokal

Für den Algerier Amir Sayoud nahm der FIFA Arabien-Pokal einen merkwürdigen Verlauf. Er spielte im ersten Spiel gegen Sudan, schmorte dann jedoch in den nächsten vier Partien gegen Libanon, Ägypten, Marokko und Katar auf der Bank. Im Finale wurde er von Trainer Majid Bougherra in der 66. Minute endlich wieder eingewechselt und erzielte in der 9. Minute der Verlängerung prompt den Führungstreffer für Algerien: Er wurde von Baghdad Bounedjah angespielt und jagte den Ball dann aus rund 23 Metern mit einem unhaltbaren Linksschuss in den Winkel. Nach dem Spiel und der Siegerehrung sprach FIFA.com mit Sayoud, der wegen seiner starken Leistung im Finale und seinem Tor zum besten Spieler der Partie gewählt wurde. Auf die Frage, warum er den größten Teil des Turniers verpasst und dann im Finale ein Tor erzielt hat, sagte Sayoud: "Ich wurde vier Spiele in Folge nicht eingesetzt, aber dann wurde ich im Finale eingewechselt und konnte ein Tor erzielen. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass mir ausgerechnet im Finale ein solches Tor gelingen würde." Auf die Frage, ob er sich darüber geärgert habe, dass er in vier Spielen nicht eingesetzt wurde, antwortete er: "Ich war nicht verärgert, dass ich nicht gespielt habe. Ich habe weiter hart trainiert, bis ich wieder eine Chance bekam, und ich bin froh, wie es sich am Ende entwickelt hat."

Geistige Flexibilität

Sayoud wollte unbedingt wieder beeindrucken, nachdem er vier Partien nicht berücksichtigt worden war. Schon vor seinem Führungstreffer war er von Bounedjah direkt vor dem Tor angespielt worden, doch er wartete zu lange und der Ball konnte von der tunesischen Abwehr geklärt werden. Danach wirkte Sayoud überaus unzufrieden. Auf die Frage, ob er nach dieser vergebenen Chance an sich selbst gezweifelt habe, sagte er: "Nein, ich habe nicht an mir gezweifelt. Ich habe weiterhin mein Bestes gegeben, um der Mannschaft zu helfen. Tunesien hat uns etwas Platz gelassen, so dass wir einige Chancen herausspielen konnten." "Bei meinem Tor kam der Ball zu Bagdad, der ihn mir in den Lauf spielte. Ich habe ihn kontrolliert und dann diesen Schuss abgegeben, der ins Tor ging. Ich bin sehr glücklich", fügte er hinzu. Algerien musste gegen Tunesien genauso schwitzen wie gegen Ägypten, Marokko und Katar. "Das Spiel gegen Tunesien war schwierig. Sie sind eine sehr starke Mannschaft, und der körperliche Faktor spielte eine große Rolle, denn wir hatten harte Spiele, angefangen mit Libanon, dann Ägypten, Marokko und Katar. All diese Partien waren sehr anstrengend", erklärte Sayoud. "Man darf auch nicht vergessen, dass wir vor dem Finale nur zwei Ruhetage hatten und dass wir es im Vergleich zu den anderen Mannschaften mit den schwierigsten Gegnern zu tun hatten. Wir haben alles gegeben und es war unsere Entschlossenheit, die sich am Ende als entscheidender Faktor erwies."

Hoffnungen für die Zukunft

Algeriens Cheftrainer Djamel Belmadi hat mehr als einmal über Sayouds Fähigkeiten und seine Chancen gesprochen, sich ins Team zu spielen, wo die Konkurrenz auf allen Positionen groß ist. Unbeirrt davon träumt der 31-jährige Sayoud nach seinem Sieg gegen Tunesien von einem Platz in Belmadis Plänen. "Jeder Spieler träumt doch davon, sein Land bei großen Ereignissen wie dem CAF Afrikanischen Nationen-Pokal zu vertreten, und ich hoffe, dass ich eine Chance bekomme, bei diesem Turnier und auch in der WM-Qualifikation zu spielen." Nach dem Gewinn der Afrikameisterschaft 2019 und des ersten FIFA Arabien-Pokals richtet Algerien sein Augenmerk nun wieder auf die WM-Qualifikation, nachdem es die Teilnahme an der WM 2018 in Russland verpasst hat. "Wir wollen auf jeden Fall die WM-Endrunde erreichen", erklärte Sayoud. "Wir haben die Afrikameisterschaft und den FIFA Arabien-Pokal gewonnen. Unser nächstes Ziel ist es, in einem Jahr nach Katar zurückzukehren." Zum Schluss richtete er noch eine Botschaft an die Fans der tunesischen Nationalmannschaft: "Ich freue mich sehr über den heutigen Sieg und den gewonnenen Titel. Das Beste, was ein Fußballer tun kann, ist, den Fans Freude zu bereiten und seinem Land zu helfen, etwas zu gewinnen. Besser geht es nicht."