Nordafrikaner in Führung, Favoriten lassen die Muskeln spielen

  • Hohe Siege für Algerien und Marokko am zweiten Spieltag des FIFA-Arabien-Pokals

  • Ägypten muss zittern, Jordanien mit knappem Sieg gegen junge Saudis

  • Baghdad Bounedjah und Abelilah Hafidi unter den Stars des Tages

Überraschungen waren Fehlanzeige am zweiten Tag des FIFA-Arabien-Pokals Katar 2021, an dem einige Spitzenteams der Region ihre Titelaspirationen untermauerten. Besonders fruchtbar war der Tag für die nordafrikanischen Länder. Ägypten, Algerien und Marokko konnten allesamt die volle Punktzahl verbuchen, wobei die beiden letztgenannten sich relativ problemlos durchsetzten.

Auf den ersten Blick mag der Sieg Jordaniens gegen Saudiarabien überraschend erscheinen, weil hier der 91. gegen den 48. der FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste gewonnen hat, in Anbetracht der Zusammensetzung und des Durchschnittsalters der beiden Teams war aber auch dieses Ergebnis zu erwarten.

FIFA.com fasst die Ereignisse eines Tages für Sie zusammen, an dem acht weitere Mannschaften in diese erste Turnierauflage gestartet sind.

Ergebnisse

Mittwoch, 1. Dezember Gruppe C: Marokko – Palästina 4:0 Saudiarabien – Jordanien 0:1 Gruppe D: Algerien – Sudan 4:0 Ägypten – Libanon 1:0

Denkwürdige Momente

Bounedjah im Jagdfieber Bereits im Vorfeld der ersten Partie Algeriens beim FIFA-Arabien-Pokal haben wir Baghdad Bounedjah als möglichen Star identifiziert, und der Stürmer wurde dieser Bezeichnung mehr als gerecht. Tatsächlich dürfte es niemanden überrascht haben, dass er gleich einen Doppelpack schnürte und in diesem Stadium des Turniers zu den Toptorschützen gehört. Einmal abgesehen von seiner Abschlussstärke betonte Bounedjah nach der Partie, dass es für ihn nichts Neues sei, Tore im Ahmad-Bin-Ali-Stadion zu schießen. Und da hat er nicht ganz Unrecht. Schließlich gewann der Torjäger hier mit seinem Klub Al-Sadd bereits den Emir Cup, als diese beeindruckende Arena letztes Jahr im Dezember eingeweiht wurde. Auch zu diesem Erfolg trug er seinerzeit einen Doppelpack bei.

Wiederstand der Melki-Brüder gebrochen Ägypten war gegen Libanon hoch favorisiert, hatte in den ersten 70 Minuten jedoch zu kämpfen, denn der Gegner hielt resolut dagegen. Robert und Felix Melki – die einzigen Brüder in diesem Wettbewerb – spielten eine entscheidende Rolle in der Defensive des Außenseiters und hatten es nicht verdient, am Ende auf der Verliererseite zu stehen. Und doch sollte es so kommen, und zwar wegen einer einzigen Situation, die Libanon teuer zu stehen kam. Ein einziges Mal kam der Erstgenannte zu spät und sein Einsteigen wurde mit einem Elfmeter für Ägypten geahndet. "Wäre ich doch nur etwas schneller gewesen", klagte er später. Mohamed Afsha nutzte die Chance vom Elfmeterpunkt eiskalt aus und krönte ein denkwürdiges Jahr, in dem er bereits wichtige Tore für Al-Ahly und Ägypten in der CAF Champions League bzw. der WM-Qualifikation erzielt hat, mit dem ersten Tor der Pharaonen beim FIFA-Arabien-Pokal.

Nahris Blitz aus heiterem Himmel Marokko hatte genau wie Ägypten anfangs Probleme, eine entschlossen agierende und gut organisierte Abwehr zu durchbrechen. Nach einer halben Stunde waren Chancen Mangelware. Frustiert davon, dass seine Vorderleute keine Fortschritte machten, nahm Verteidiger Mohammed Nahiri das Ganze selbst in die Hand. Als er in 35 Metern Torentfernung auf der linken Außenbahn an den Ball kam und nach innen zog, dachten die palästinensischen Spieler vermutlich, dass er mit seinem schwächeren Fuß nicht viel ausrichten würde. Doch das sollte sich als fataler Irrtum erweisen, denn Nahiri jagte die Kugel mit rechts unter die Latte und ebnete den Weg für Marokkos komfortablen Sieg.

Erfahrung kippt das Spiel zugunsten Jordaniens Die Dynamik und Furchtlosigkeit junger Spieler wird im Fussball oft gelobt, und Saudiarabien hat auf jeden Fall einige große Perspektivspieler in seinen Reihen. Doch im Education-City-Stadion wurde einmal mehr deutlich, wie wichtig Erfahrung ist, als Jordanien mit Intellekt und Know-how die Nase vorn behielt. Der diesbezügliche Unterschied zwischen den beiden Teams wurde auch deutlich, wenn man die beiden Kapitäne miteinander verglich. Bei Jordanien übernahm Baha Suleiman (34) die Führungsrolle, beim Gegner trug der 22-jährige Saud Abdulhamid die Kapitänsbinde. Die Saudis haben gut mitgehalten, doch die sehr junge Auswahl, mit der sie hier in Katar antreten, muss verständlicherweise noch das eine oder andere lernen. Die Startelf hatte einen Altersdurchschnitt von gerade einmal 21 Jahren und neun Monaten.

Statistik

4 – Alles Teams haben ihr erstes Spiel absolviert, und vier Spieler führen die Torjägerliste des FIFA-Arabien-Pokals mit jeweils zwei Treffern an. Heute konnten Bounedjah und der Marokkaner Abelilah Hafidi jeweils einen Doppelpack verbuchen und geben in diesem frühen Stadium nun gemeinsam mit dem tunesischen Duo Firas Ben Larbi und Seifeddine Jaziri den Takt an.

Zitat

So geht es weiter

Freitag, 3. Dezember Gruppe A: Bahrain – Irak (13.00 Uhr, Al-Thumama-Stadion) Oman – Katar (16.00 Uhr, Education-City-Stadion)

Gruppe B Mauretanien – VAE (19.00 Uhr, Ras-Abu-Aboud-Stadion) Syrien – Tunesien (22.00 Uhr, Al-Bayt-Stadion)