Gold für Algerien, Bronze für Katar und überraschende Helden

  • Sayoud der Star bei Algeriens Titelgewinn nach Verlängerung

  • Nervenstarke Gastgeber schlagen Ägypten im Elfmeterschießen

  • Fantastischer Abschluss eines historischen Turniers

Algerien ist nach einem torarmen aber dramareichen Finaltag der erste Titelgewinner des FIFA-Arabien-Pokals Katar 2021™.

Die Fennecs mussten in die Verlängerung gehen, um die energisch auftretende, gut organisierte tunesische Mannschaft zu schlagen. Unerwarteter Held des frisch gebackenen Turniersiegers war Amir Sayoud. Zuvor hatte sich Katar den letzten Platz auf dem Treppchen gesichert, was vor allem dem hoch motivierten Auftritt des jungen katarischen Ersatztorhüters zu verdanken war.

FIFA.com fasst die Ereignisse eines Spieltages für Sie zusammen, der in Doha, Algier und in vielen anderen Teilen der Welt noch lange gefeiert werden wird.

Ergebnisse

 Finale

Spiel um Platz drei

Denkwürdige Momente

Barsham der Held des Tages Der 18. Dezember ist nicht nur der letzte Spieltag des FIFA-Arabien-Pokals, sondern auch Katars Nationalfeiertag, der auf den Straßen und Promenaden Dohas begeistert gefeiert wird. Die Gastgeber brauchten nun unbedingt jemanden, der dafür sorgte, dass die Feiern auf den Straßen noch ausgelassener als sonst begangen werden konnten. Gemeinhin wurde erwartet, dass einer der beiden gefeierten Stürmer des Teams, also Akram Afif oder Almoez Ali, diese Rolle übernehmen würde. Doch Afif kam im Spiel um Platz drei gegen Ägypten weniger zur Geltung als sonst, und Ali vergab eine Riesenchance. Am Ende sprang ein anderer in die Bresche, mit dem wohl kaum jemand gerechnet hatte. Meshaal Barsham, ein 23-jähriger Torhüter, der das gesamte Turnier auf der Ersatzbank verbracht hatte, stand plötzlich im Rampenlicht und lieferte eine wahre Glanzleistung ab. Mit seinen Paraden rettete er die Gastgeber mehrmals. Ohne sein Eingreifen wäre es gar nicht zum Elfmeterschießen gekommen, und als es dann soweit war, avancierte der junge Schlussmann erneut zum Helden. Er hielt den entscheidenden Elfer von Mohamed Sherif und bescherte Katar einen denkwürdigen Nationalfeiertag.  

"Fennecs" finden einen Retter Barsham war an diesem Tag nicht der einzige überraschende Held. Auch das Finale wurde durch einen Spieler entschieden, der in den letzten Wochen ziemlich viel Zeit auf der Bank verbracht hatte – genau wie der katarische Schlussmann. Tatsächlich hatte Amir Sayoud nach seinem Startelfeinsatz im Auftaktspiel gegen Sudan keine einzige Minute mehr auf dem Platz gestanden. Außerdem war die Partie gegen Sudan sein erstes Spiel für die A-Nationalmannschaft. Doch wenn der 31-Jährige geglaubt hatte, sein langes Warten auf eine Berufung würde nun mit einer Enttäuschung und Inaktivität enden, so hatte er sich getäuscht. Das Schicksal – und Madjid Bougherra – hatten andere Pläne mit ihm. Der Trainer Algeriens warf Sayoud mitten in der zweiten Halbzeit ins kalte Wasser, und in der neunten Minute der Verlängerung zahlte sich der gewagte Schritt aus. Der Siegtreffer war außerdem noch wunderschön. Der offensive Mittelfeldspieler, der auf Vereinsebene in Saudiarabien aktiv ist, zirkelte den Ball aus knapp 25 Metern mit dem linken Fuß ins obere Toreck und trug seinen Namen mit goldenen Lettern in die algerische Fussballgeschichte ein. 

Die besten Pläne… Steve McClaren erläuterte in seiner Analyse für die Technische Studiengruppe der FIFA im Vorfeld des Finales im Detail, wie das Spiel von einer tunesischen Mannschaft gewonnen oder verloren werden könnte, die als klarer Außenseiter galt. Das Erfolgsrezept bestand im Wesentlichen darin, tief zu stehen, den eigenen Strafraum zu verteidigen und zu vermeiden, dass die Verteidiger gegen die beste Offensivreihe des Turniers in Eins-gegen-Eins-Situationen gerieten. Nach 90 Minuten konnten die Tunesier vermelden, dass sie die Mission erfüllt hatten. Doch dann ging es in die Verlängerung, und ein strategischer Erfolg kann immer durch eine Einzelaktion oder einen magischen Moment ausgehebelt werden. Und für einen solchen magischen Moment sorgte Sayoud.   

Vergebene Chancen und ein später Treffer Der Finaltag brachte nicht nur überraschende Helden, sondern auch überraschend vergebene Chancen. Den Anfang machte Almoez Ali, als er den Ball aus kurzer Distanz volley über das Tor jagte. Genauso unerwartet verfehlte Tayeb Meziani das Ziel in der ersten Halbzeit bei einer fast 100-prozentigen Chance. Selbst Seifeddine Jaziri, dem beste Torschützen des Turniers, wollte einfach kein Treffer gelingen. Gegen Ende der zweiten Halbzeit hatte er den Siegtreffer für Tunesien auf dem Fuß, doch die Kugel flog denkbar knapp am Tor vorbei. Es gab jedoch eine Chance, die so klar war, dass sie selbst heute nicht vergeben wurde. Sie kam in der 125. Minute, als die gesamte tunesische Mannschaft – einschließlich Torhüter – wegen einer Ecke in der gegnerischen Hälfte versammelt war. Yacine Brahimi holte sich den Ball und machte sich unbehelligt auf den Weg zum leeren Tor. Dieser Treffer dürfte der leichteste seiner ganzen Karriere gewesen sein.

Statistik

1 – Bis heute hatte es in 30 Spielen des FIFA-Arabien-Pokals nur ein einziges torloses Remis gegeben. 219 Minuten lang deutete dann alles darauf hin, als sollte es heute gleich zwei an einem Tag geben. Doch Algerien baute seine beeindruckende Bilanz aus und hat nun in seinen letzten zwölf Länderspielen jeweils das erste Tor erzielt. Diesmal sicherte das Team sich damit den allerersten Titelgewinn im neu geschaffenen FIFA-Arabien-Pokal.    

Zitat 

"Heute ist ein wichtiger Tag für dieses Land, und ich glaube, wir haben die Menschen mit unserer Leistung glücklich gemacht. Wir freuen uns über den Ausgang dieses Turniers. Ich bin stolz auf meine Spieler, und es hat Spaß gemacht, heute in einem hervorragenden Stadion zu spielen. Das kann man hier von allen Anlagen sagen. Ich glaube, Katar hat jedem gezeigt, dass es sehr gut auf die Ausrichtung einer Weltmeisterschaft vorbereitet ist." Félix Sánchez (Trainer, Katar)