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Austragung der FIFA-Weltmeisterschaften alle zwei Jahre: Machbarkeitsstudien belegen grossen wirtschaftlichen Nutzen

Gemäss zwei unabhängigen Machbarkeitsstudien würden die 211 FIFA-Mitgliedsverbände finanziell erheblich profitieren, sollten die Weltmeisterschaften der Frauen und Männer neu alle zwei Jahre ausgetragen werden. 

Die Erkenntnisse von Nielsen und OpenEconomics wurden heute beim online durchgeführten FIFA-Weltgipfel präsentiert, an dem 207 der 210 stimmberechtigten FIFA-Mitgliedsverbände teilnahmen. Mit dem Gipfel endete das Konsultationsverfahren zur Zukunft des Fussballs sowie zu den internationalen Spielkalendern, die bei den Männern und Frauen noch bis 2023 bzw. 2024 dauern. 

Gemäß unabhängigen Experten würde die Austragung der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft alle zwei Jahre ab dem ersten Vierjahreszyklus Mehreinnahmen von USD 4,4 Milliarden bringen, die an unsere 211 Mitgliedsverbände zurückfliessen würden", erklärte FIFA-Präsident Gianni Infantino.

"Mit diesen Mehreinnahmen könnten die Beiträge an jeden einzelnen FIFA-Mitgliedsverband ab der ersten Vierjahresperiode von je USD 6 Millionen im Schnitt auf bis zu USD 25 Millionen erhöht werden, wobei die genaue Verteilung den FIFA-Governance-Bestimmungen unterliegen würde."

Die zusätzlichen Einnahmen (bis zu USD 25 Millionen pro Mitgliedsverband) würden gemäss den Machbarkeitsstudien wie folgt verwendet: 

•      Bildung eines Solidaritätsfonds mit einem Vermögen von USD 3,5 Milliarden, das mit Beiträgen von durchschnittlich bis zu USD 16 Millionen allen Mitgliedsverbänden zugutekommen sowie etwaige finanzielle Ausfälle von Mitgliedsverbänden aufgrund der Änderungen am internationalen Spielkalender decken würde

•      Erhöhung der FIFA-Forward-Beiträge an jeden Mitgliedsverband um 50 % auf USD 9 Millionen pro Zyklus

„Wir wollen das Gefälle zwischen den FIFA-Mitgliedsverbänden mindern und möglichst vielen realistischere Chancen bieten, auf der globalen Bühne mitzuspielen“, fügte der FIFA-Präsident hinzu. 

Die Nielsen-Studie, die die finanziellen Auswirkungen untersuchte, kam zudem zum Schluss, dass im ersten Vierjahreszyklus regional gar Mehreinnahmen von USD 6,6 Milliarden möglich wären, sollten die Konföderationen ihre Endrunden der Männer ebenfalls alle zwei Jahre veranstalten. 

Gemäß einer Studie von OpenEconomics, die sich auf die makroökonomischen Aspekte konzentrierte, würde die Austragung der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ alle zwei Jahre über einen Zeitraum von 16 Jahren weltweit eine Wertschöpfung von mehr als USD 180 Milliarden erzielen und zwei Millionen Vollzeitstellen schaffen. 

"Die FIFA bekennt sich zur Zukunft des Fussballs, indem sie jedem Talent eine Chance bieten will und mit ihren Wettbewerben dafür die nötigen Rahmenbedingungen schafft", betonte Arsène Wenger, FIFA-Direktor für globale Fussballförderung. "Wir wollen den internationalen Spielkalender reorganisieren, um den Fussball zu fördern und zu verbessern, und nehmen dabei Rücksicht auf alle Interessengruppen, angefangen bei den Spielern, indem wir eine zwingende Ruheperiode einführen."

Die Länderspieltermine würden zu diesem Zweck im internationalen Spielkalender neu gruppiert, sodass die Spieler weniger reisen müssten. Die Zahl der Heim- und Auswärtsspiele würde nach weiteren Gesprächen mit den Verbänden festgelegt, wobei es für die Vereine insgesamt weniger Abstellungstage geben soll. Beim Gipfel wurden zudem neuartige Modelle für die (gemeinsame) Veranstaltung von FIFA-Jugendturnieren präsentiert, damit diese jährlich ausgetragen werden können und jedes Talent damit eine Chance erhält. 

"Wir haben von Anfang an begriffen, dass der Frauenfussball aus einem anderen Blickwinkel betrachtet werden muss. Das war eine sehr bereichernde Erfahrung", sagte Jill Ellis. "Unser Verbesserungsvorschlag für den internationalen Frauenfussballkalender trägt auch der Gesundheit und dem Schutz der Spielerinnen Rechnung. Die Austragung der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft alle zwei Jahre ist dabei ein wichtiges Element, zusammen mit besseren Fördermassnahmen. Zudem müssen wir im Frauenfussball weltweit für Gleichberechtigung und Chancengleichheit sorgen. Das Wachstumspotenzial ist da. Dank Innovationen wie einem neuen Geschäftsprogramm können wir zudem dafür sorgen, dass im Rahmen der Strategie für die Zukunft des Frauenfussballs auch ein globaler Frauenklubwettbewerb eingeführt wird."

Die FIFA plant für Anfang 2022 weitere Konsultationen mit den Konföderationen und ihren Mitgliedsverbänden, um die Einzelheiten dieser Studien genauer zu erörtern. Alle Unterlagen zu den Machbarkeitsstudien werden in den kommenden Tagen zusammen mit Begleitdokumenten und Videos auf den FIFA-Kanälen veröffentlicht.