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Federation Internationale de Football Association

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IFAB-Beratungsgremien für zusätzliche Tests mit Auswechslungen bei Verdacht auf Gehirnerschütterung

23. Nov. 2020

Das Fussball- und das Technik-Beratungsgremium des International Football Association Board (IFAB) sind zum Schluss gekommen, dass die Grundsätze einer von der Fachgruppe zu Gehirnerschütterungenvorgeschlagenen zusätzlichen definitiven Auswechslung vertieft geprüft werden sollten und eine weitere Klärung der Handspielregel nötig ist.

Die IFAB-Beratungsgremien, die per Videokonferenz unter dem Vorsitz von Jonathan Ford (IFAB-Direktor und Geschäftsführer des walisischen Fussballverbands) tagten, befassten sich zudem mit der Abseitsregel und hielten dazu fest, dass sämtliche Änderungen für alle Fussballebenen gelten müssten.

Bei der Handspielregel sprachen sich die Beratungsgremien für eine weitere Klärung aus, nachdem der Wortlaut ungeachtet der überarbeiteten Fassung 2019/20 nicht immer gleich ausgelegt wurde. Die beiden Gremien betonten, dass der Schiedsrichter letztlich entscheide, nicht jede Ballberührung eines Spielers mit der Hand bzw. dem Arm ein Vergehen sei und eine Definition des Begriffs „unnatürlich vergrössert“ helfen würde, damit die Schiedsrichter wüssten, dass die Position der Hand bzw. des Arms zum Zeitpunkt der Bewegung des Spielers in dieser Spielphase massgebend sei.

Mit Blick auf das Protokoll, mögliche Testverhältnisse und den Zeitplan für eine zusätzliche definitive Auswechslung befürworteten die Beratungsgremien möglichst baldige Tests und schlugen dem IFAB vor, diese eventuell bereits bei der Jahresgeschäftssitzung am 16. Dezember 2020 zu bewilligen, wenn auch die Tagesordnung für die Jahresversammlung am 6. März 2021 festgelegt wird.

Aufgrund der konstruktiven Stellungnahmen von Wettbewerbsorganisatoren aus aller Welt zur aktuellen Anwendung der fünf derzeit zulässigen Auswechslungen (siehe IFAB-Zirkulare 19 und 20) sind die Beratungsgremien der Ansicht, dass die vorübergehende Zulassung von bis zu fünf Auswechslungen beibehalten werden sollte und die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf den Fussball laufend geprüft werden müssten, damit entsprechende Massnahmen getroffen werden könnten.

Bei der Abseitsregel erörterten die Beratungsgremien mögliche Optionen, um den Fussball attraktiver und dynamischer zu machen. Dabei waren sie sich einig, dass eine entsprechende Änderung für alle Fussballebenen gelten müsste und für die Spieloffiziellen ungeachtet der Dynamik der Spielerbewegung einfach anzuwenden sei. Die Gremien sprachen sich deshalb für eingehende Tests aus, ehe eine Änderung beantragt werden könnte.

Die Beratungsgremien wurden des Weiteren über die neusten Innovationen bei den Video-Schiedsrichterassistenten (VAR) informiert, die darauf abzielen, Wettbewerbsorganisatoren mit beschränktem Budget günstigere Systeme und damit ebenfalls Zugang zur VAR-Technologie anzubieten.