FIFA bei RBFA- und KNVB-Konferenz zu Menschen- und Arbeitsrechten

  • Meinungsaustausch zwischen FIFA, UEFA, Europäischer Kommission, Europäischem Parlament, Internationaler Arbeitsorganisation (ILO) und Amnesty International

  • FIFA betont Fortschritte in Katar in Zusammenarbeit mit lokalen Interessengruppen

  • Konferenz gemeinsam von Belgien und den Niederlanden organisiert – beides Teilnehmer der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Katar 2022™

Die Bedeutung der Menschen- und Arbeitsrechte bei grossen Fussballveranstaltungen sowie inklusiver Turniere, die Toleranz und Respekt fördern, stand heute im Zentrum einer Konferenz, die gemeinsam von den Fussballverbänden Belgiens (RBFA) und der Niederlande (KNVB) am RBFA-Sitz in Tubize (Belgien) organisiert wurde. In ihren Eröffnungsreden machten RBFA-Geschäftsführer Peter Bossaert und KNVB-Generalsekretär Gijs de Jong deutlich, wie wichtig es sei, die Menschen- und Arbeitsrechte im Fussball und insbesondere im Zusammenhang mit der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2022™ zu schützen. „Wir sind uns bewusst, dass dies ein schwieriges Thema ist, bei dem die Meinungen auseinandergehen. Wir möchten eine Informationsplattform bieten, damit jeder über das Thema Bescheid weiss und sich eine eigene Meinung bilden kann“, begründete Peter Bossaert den Zweck der Konferenz, die am Tag des Direktduells zwischen Belgien und den Niederlanden im Brüsseler König-Baudouin-Stadion im Rahmen der UEFA Nations League stattfand. „Mit der Abschaffung des Kafala-Bürgschaftssystems kann man seit 2017 in Katar von einem wirklichen Wandel sprechen. Auch wenn es noch viel zu tun gibt, wird Belgien in diesem Jahr in Katar [bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft] antreten, um auf die positiven Veränderungen hinzuweisen.“ Gijs de Jong sagte seinerseits: „Wir sind gemeinschaftlich organisiert und möchten unsere Verantwortung auf und neben dem Platz wahrnehmen. Wir waren mit dem Entscheidungsprozess für diese WM nicht einverstanden und forderten vor einigen Jahren mit dem ,Pakt für Amsterdam‘ die Aufnahme der Menschenrechte in das Bewerbungsverfahren für globale Veranstaltungen. Unsere Forderung wurde anfänglich ignoriert, aber dank Gianni Infantino schliesslich erfüllt. So waren die Menschenrechte Bestandteil des Bewerbungsverfahrens für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2026, die vom FIFA-Kongress 2018 vergeben wurde. Dies ist ein sehr positiver Schritt für jetzt und in Zukunft.“ Zur FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ in Katar merkte der KNVB-Generalsekretär an: „Wir haben uns engagiert und waren zum Beispiel vor Ort in Katar, um uns selbst ein Bild zu machen und die Medien entsprechend zu informieren. Wir haben dies getan, weil wir uns auf Fakten stützen möchten, um die Menschenrechte zu fördern und unsere Verantwortung wahrzunehmen.“ „Alle Arbeitnehmer in allen Sektoren verdienen unsere Aufmerksamkeit. Denn für alle gilt das Gleiche“, sagte der RBFA-Geschäftsführer zur Strategie, die die beiden Verbände während der WM und darüber hinaus verfolgen. „Katar hat sich nachhaltig verändert – dank dem Fussball. Mit der Kraft der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft wollen wir dafür sorgen, dass dies so bleibt. Was die LGBTQI+-Gemeinschaft betrifft, müssen die FIFA und Katars Oberster Rat für Organisation und Nachhaltigkeit dafür sorgen, dass alle willkommen sind, die WM bedenkenlos besuchen und sich frei äussern können.“ Über eine Videobotschaft würdigte der Vizepräsident der Europäischen Kommission und Kommissar für die Förderung des europäischen Lebensstils, Margaritis Schinas, die Führungsrolle des RBFA und des KNVB auf und neben dem Platz zum Schutz der Menschen- und Arbeitsrechte rund um die Welt und anerkannte die proaktiven Massnahmen der Turnierorganisatoren, einschliesslich der FIFA und der UEFA, zur Förderung dieser Rechte über ihre Plattformen. Der Leiter der FIFA-Abteilung für Menschenrechte und Diskriminierungsbekämpfung, Andreas Graf, betonte, wie sehr die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 2022™ eine nachhaltige Arbeitnehmerschutzreform in Katar vorantreibe, was auch von internationalen Organisationen anerkannt werde, und wies darauf hin, dass die Vorbereitungen, einschliesslich umfassender Schulungsprogramme, weiterlaufen würden, während die Betriebsphase immer näher rücke. Er erinnerte zudem an die konkreten Massnahmen, mit denen die FIFA und ihre Partner in Katar dafür sorgen würden, dass das Turnier für Fans aus aller Welt offen und sicher sei: „Wir arbeiten eng mit unseren katarischen Kollegen zusammen. Ohne das Engagement des Obersten Rats und des Arbeitsministeriums wären Fortschritte bei den Menschenrechten und sonstigen Rechten in Katar unmöglich gewesen.“ Vertreter der UEFA, der Sportgruppe des Europäischen Parlaments, der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), von Amnesty International und belgischer Gewerkschaften beteiligten sich ebenfalls am offenen und konstruktiven Dialog, indem sie ihre Einschätzungen zu den Menschen- und Arbeitsrechten in Katar äusserten.