Yassine Bounou – Mit viel Einsatz ans Ziel

  • Yassine Bounou über die Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Katar 2022™

  • Der marokkanische Schlussmann über seine Ziele mit dem Nationalteam

  • Marokko ist mit Sudan, Guinea und Guinea-Bissau in einer Gruppe

Yassine Bounou, genannt Bono, hat den Konkurrenzkampf angenommen und in einen Erfolgskatalysator verwandelt. Jetzt gehört der Torhüter zu den Leistungsträgern der marokkanischen Auswahl. Nachdem er eine Zeit lang mit dem Platz auf der Ersatzbank Vorlieb nehmen musste, brüllte der Löwe in den Stadien Spaniens, um allen zu beweisen, dass er den Stammplatz im Tor verdient hatte, und zwar nicht nur in Sevilla, sondern auch im Nationalteam. Jetzt will Bono mit seinem Team in der Vorrunde der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Katar 2022™ weitere Glanzauftritte hinlegen. Marokko startet am 2. September gegen Sudan in den Wettbewerb.

Der Trainerstab unter der Führung von Cheftrainer Vahid Halilhodžić gibt sich optimistisch in Bezug auf die Chancen, in einer Gruppe weiterzukommen, in der man auf Sudan, Guinea und Guinea-Bissau treffen wird. Dennoch fordert der Schlussmann des FC Sevilla Respekt und volle Konzentration in allen Begegnungen. "Die Spiele in Afrika sind in der Regel kompliziert. Alle Teams sind gut und haben sich in den letzten Jahren stark verbessert, und zwar sowohl taktisch als auch technisch. Wir wissen, dass es nicht leicht werden wird, vor allem auswärts. Wir müssen uns auf jeden Gegner gut vorbereiten, um allen die Stirn bieten zu können", so Yassine Bounou im Interview mit FIFA.com. "In unserem Team gibt es noch Raum für Verbesserungen. Hinten machen wir unsere Sache gut. Wir haben gute Spieler im Angriff, in der Verteidigung und im Mittelfeld", erklärt der marokkanische Nationalspieler mit Bezug auf das Potenzial seiner Mannschaft.

Ursprung: Wydad – Sprungbrett: Sevilla

Nachdem Bono in den Nachwuchsteams seines Landes zu glänzen gewusst hatte, schaffte er 2013 den Sprung in die A-Nationalmannschaft. Er wurde häufig berufen, unter anderem für den Afrikanischen Nationen-Pokal und die WM, war jedoch nie erste Wahl, sondern fungierte als Ersatzmann für Stammtorhüter Mounir Al Mohammadi. "Die Entscheidung trifft immer der Trainer. Wir müssen bei unseren Klubs eine gute Leistung bringen, um für die Nationalmannschaft auflaufen zu können. Ich habe mich nie geweigert, für mein Land zu spielen. Ganz im Gegenteil: Es macht mich jedes Mal stolz, Marokko zu vertreten", meint er. Die Karriere des 30-Jährigen hat seit seinem Wechsel zum FC Sevilla im Jahr 2019 eine ganz neue Dimension angenommen. Seine ersten Schritte im Profifussball machte Bono beim marokkanischen Klub Wydad Casablanca, anschließend setzte er seine Karriere auf dem "alten Kontinent" fort. Nach Engagements bei diversen spanischen Klubs zog es ihn schließlich nach Sevilla, wo er sein ganzes Talent zur Schau stellte. "Ich habe mich immer gleich viel angestrengt, immer mit derselben Mentalität. Es gibt im Fussball manchmal Momente, die entscheidend sind und den Karriereverlauf eines Spielers ändern. Genauso war es bei mir. Ich war immer bereit, mein Bestes zu geben, und als ich dann die Chance hatte, habe ich all meine Qualitäten gezeigt. Das Erfolgsrezept ist harte Arbeit. Ich bin glücklich, bei einem Klub zu spielen, mit dem ich gegen große Gegner antreten kann, und mit dem ich all meine bisherigen Erfolge erreicht habe. Aber ausgebildet hat mich Wydad Casablanca, das ich immer im Herzen behalten werde. Dieses Team ist ein Teil von mir und mit ihm habe ich die schönsten Momente meines Lebens erlebt", meint er. "Das war ein toller Moment in meiner Karriere, aber ich werde mich nicht mit dieser Trophäe zufriedengeben. Ich werde mein technisches und taktisches Niveau weiter verbessern und bin entschlossen, auch diese Saison mein Bestes zu geben", erklärt Bono mit Blick auf den Titelgewinn bei der letzten Auflage der Europa League mit dem Team von Julen Lopetegui, an dem er großen Anteil hatte.

Auf der Jagd nach neuen Titeln

Der Weg von Yassine Bounou war nicht frei von Hindernissen. Die Sprache des Fussballs ist zwar universal, doch außerhalb des Stadions sieht es ganz anders aus. Wie viele afrikanische Spieler, die in Europa aktiv sind, hatte auch Bono mit Schwierigkeiten zu kämpfen. "Für afrikanische Spieler ist es immer schwierig, sich in Europa einzugewöhnen. Am Anfang versuchen wir, Bezugspunkte zu finden, die unserer Herkunft ähnlich sind und Menschen zu treffen, bei denen wir uns wohl fühlen. Ich habe schwierige Situationen erlebt, aber sie haben mich stärker gemacht. Wir müssen uns an die europäische Mentalität anpassen und uns mächtig anstrengen, um mit den anderen Spielern zurechtzukommen und gute Ergebnisse zu erzielen", meint er rückblickend. Ende des Monats geht Bono mit der marokkanischen Nationalmannschaft ins Trainingslager. Er will von den 2018 in Russland gesammelten Erfahrungen profitieren und dazu beitragen, dass Marokko sich zum sechsten Mal für die WM qualifiziert. "Bei der WM in Russland haben wir eine gute Leistung gebracht, aber wir hatten nicht genügend Erfahrung, um gute Ergebnisse zu erzielen. Jetzt wollen wir diese Erfahrung für die nächsten Auflagen nutzen", kündigt er an. "Mein aktuelles Ziel ist die WM-Teilnahme mit Marokko. Außerdem möchte ich beim Nationen-Pokal in Kamerun eine gute Rolle spielen, denn das ist ein ganz besonderes Turnier für uns", meint der ehemalige Akteur von Wydad Casablanca abschließend.

VALLADOLID, SPAIN - MARCH 20: Yassine Bounou of Sevilla FC celebrates with teammates after scoring their team's first goal during the La Liga Santander match between Real Valladolid CF and Sevilla FC at Estadio Municipal Jose Zorrilla on March 20, 2021 in Valladolid, Spain. Sporting stadiums around Spain remain under strict restrictions due to the Coronavirus Pandemic as Government social distancing laws prohibit fans inside venues resulting in games being played behind closed doors.  (Photo by Angel Martinez/Getty Images)