The Best FIFA Fair Play Award: Die Nominierten im Fokus

  • Wir nehmen die Nominierten für die FIFA Fairplay-Auszeichnung unter die Lupe

  • Dänemarks Nationalteam und Medizin- und Betreuerstab wurden für ihre Reaktion auf den Herzstillstand von Christian Eriksen nominiert

  • Claudio Ranieri für Respekt und Scott Brown für eine besondere Geste

Die bisher älteste Auszeichnung der FIFA ist die Fairplay-Auszeichnung, die bereits vor Einführung der World Player Gala existierte. Diese Tatsache unterstreicht noch einmal die große Bedeutung, die der Weltfussballverband dem Aspekt des sportlichen und fairen Verhaltens beimisst. Auch in diesem Jahr sind wieder beeindruckende Personen, Mannschaften und Taten für die FIFA Fairplay-Auszeichnung nominiert. Wir stellen Ihnen die Kandidaten vor. Sie entscheiden durch Ihre Stimme, wer am Ende den Award in den Händen halten wird.

Dänemarks Nationalteam, Medizin- und Betreuerstab

Es waren Bilder, die um die Welt gingen. Als Christian Eriksen am 12. Juni 2021 im EM-Spiel zwischen Dänemark und Finnland leblos zu Boden sank, schien diese für einige Sekunden still zu stehen. Der dänische Starspieler blieb nach einem Herzstillstand regungslos auf dem Rasen liegen. Die Spieler um ihn herum erkannten sofort die dramatische Lage und riefen medizinische Hilfe herbei. Es begannen dramatische Minuten, in denen der medizinische Stab minutenlang um das Leben von Eriksen kämpfte. Die dänischen Spieler schirmten ihren Mitspieler - teils unter Tränen - ab, um ihn bei den Wiederbelebungsmaßnahmen vor neugierigen Blick zu schützen. Kapitän Simon Kjaer, der den Ernst der Lage auf dem Rasen sofort erkannt und eingegriffen hatte, und Torwart Kasper Schmeichel standen darüber hinaus der Lebensgefährtin von Eriksen in den wohl schlimmsten Minuten ihres Lebens bei.

Dänemarks Trainer Kasper Hjulmand sagte nach der Partie: "Es war ein sehr harter Abend, an dem wir alle daran erinnert wurden, was das Wichtigste im Leben ist. Es geht um bedeutsame Beziehungen. Das sind Menschen, die uns nahe stehen. Es sind Familien und Freunde. Ich könnte nicht stolzer auf diese Mannschaft sein, die füreinander da ist."

Claudio Ranieri

Ein Gentleman durch und durch mit eleganten Umgangsformen. Diese könnten ihm nun die FIFA-Fairplay-Auszeichnung bescheren. Claudio Ranieri, der nach seiner letzten Station bei Sampdoria Genua Anfang Oktober 2021 das Traineramt beim FC Watford übernahm, ließ Inter Mailand eine besondere Ehre zukommen - den "pasillo". Vor dem Spiel zwischen Sampdoria und Inter zollten die Gäste dem neuen italienischen Meister Tribut, indem sie beim Betreten des Platzes einen Korridor bildeten. Die "Ehrengarde" ist eine Tradition im englischen Fussball, aber auch in Spanien, wo sie "pasillo de honor" genannt wird, ist sie nicht unüblich.

Hätten Sie es gewusst? Bei seiner Rückkehr ins King Power Stadium wurde Ranieri wie ein Held empfangen. Der Italiener war am 28. November mit Watford zum Premier-League-Spiel nach Leicester gereist. Es war seine erste Rückkehr ins Stadion als gegnerischer Trainer, seit er den Verein 2017 verlassen hatte. Ranieri gewann mit dem Klub 2016 den Premier-League-Titel. Zu Beginn der Saison standen die Quoten für den Gewinn der Liga bei 5000:1. Als er vor dem Spiel aus dem Tunnel kam, wurde Ranieri mit stehenden Ovationen empfangen. Das Stadion musste er aber am Ende ohne Punkte verlassen. Sein Team verlor mit 2:4.

Scott Brown

Der Schotte Scott Brown zeigte eindrucksvoll, dass es im Fussball nicht nur um Erfolge, Taktiken und den Kampf auf dem Platz geht, sondern um Menschlichkeit, Zusammenhalt und Respekt. Der zentrale Mittelfeldspieler, der im letzten Jahr seiner Amtszeit als Kapitän von Celtic auflief, suchte den finnischen Nationalspieler Glen Kamara vor dem Derby gegen Glasgow Ranger auf, nachdem dieser einige Tage zuvor beim Achtelfinal-Rückspiel der Europa League gegen Slavia Prag rassistisch beleidigt worden war. Hätten Sie es gewusst? Nach der Bekanntgabe seiner Nominierung zeigte sich Brown einmal mehr als fairer Sportsmann. "Damit wir uns richtig verstehen: Ich habe lediglich meinen Respekt und meine Unterstützung für einen Gegner bekundet, der nur wenige Tage zuvor auf schändliche Weise beschimpft worden war. Der Vorfall hat mich angewidert und der Händedruck war das Mindeste, was ich tun konnte. Es war nicht mehr als ein bisschen menschlicher Anstand für jemanden, der es verdient hat zu wissen, dass wir alle auf seiner Seite sind. Aber die dänischen Jungs haben an diesem Tag in Kopenhagen der Katastrophe ins Auge geblickt. Was sie taten, ging weit über einen Akt des Anstands hinaus, es war wirklich heldenhaft. Wenn ich eine Stimme hätte, würde ich sie jedem von ihnen geben", sagte er gegenüber Daily Record.