Tansanias Sieg im Regionalturnier Beleg für größeren Talentepool in Afrika

10. Okt. 2021
  • Tansania gewinnt überraschend die COSAFA Frauen-Meisterschaft 2021

  • Favoriten Südafrika und Sambia scheitern im Halbfinale

  • Afrika-Qualifikation für die Frauen-WM 2023 steht an

Tansania ist das jüngste einer ganzen Reihe von Teams, die unter Beweis stellen konnten, dass der Talentepool des afrikanischen Frauenfussballs exponentiell wächst. Die Twiga Stars sind ein Beleg dafür, dass die bevorstehende Qualifikation der Afrika-Zone für die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Australien & Neuseeland 2023™ hochspannend werden könnte. Entgegen aller Erwartungen sicherten sie sich am Wochenende den Titelgewinn bei der COSAFA Frauen-Meisterschaft 2021.

Als Gastgeber war der siebenmalige Turniersieger Südafrika im Vorfeld für viele favorisiert, gefolgt von Sambia, das kürzlich beim Olympischen Fussballturnier der Frauen in Japan einen beeindruckenden Auftritt hingelegt hatte. 

Doch dann stahl ein Gast beim Regionalturnier für Nationen aus dem südlichen Afrika allen die Show. Das ostafrikanische Land Tansania komplettierte gemeinsam mit zwei weiteren Gastnationen, nämlich Südsudan und Uganda, das zwölf Teams umfassende Teilnehmerfeld des Turniers, bei dem in einem Zeitraum von 12 Tagen sage und schreibe 22 Spiele ausgetragen wurden. Austragungsort war Port Elizabeth.

Tansania, Sambia und Südafrika waren Gruppensieger, und Malawi zog mit einer etwas besseren Bilanz als Simbabwe als bestes drittplatziertes Team ins Halbfinale ein. Obwohl Barbra Banda, Sambias Tormaschine bei den Olympischen Spielen in Tokio, diesmal nicht dabei war, strahlte das Team in der Gruppenphase erneut große Torgefahr aus und konnte am Ende neun Treffer bei keinem einzigen Gegentreffer für sich verbuchen.

Im Halbfinale fanden die Sambierinnen allerdings gegen Tansania keine Mittel, und schließlich setzten sich die Twiga Stars im Elfmeterschießen durch. 

Im zweiten Halbfinale sorgte Malawi für eine noch größere Überraschung, denn das Team sicherte sich dank eines Doppelpacks von Sabinah Thom einen 3:2-Sieg gegen Titelverteidiger Südafrika und zog damit zum ersten Mal ins Finale ein. Umgekehrt verpasste der Rekordsieger zum ersten Mal den Einzug ins Endspiel des Turniers.

Malawi players celebrate a goal scored by Fazila Chembekezo of Malawi during the 2021 COSAFA Womens Championship semifinal game between South Africa and Malawi at Nelson Mandela Bay Stadium in Gqeberha on 7 October 2021 ©Ryan Wilkisky/BackpagePix

Am Samstag reichte Tansania dann ein einziger Treffer von Enekia Lunyamila im zweiten Durchgang, um Malawi zu schlagen und sich den Titel zu sichern. Amina Bilali, Spielführerin Tansanias, wurde für ihre hervorragenden Auftritte im Mittelfeld zur besten Spielerin des Turniers gekürt.

Im Spiel um Platz drei sicherte sich Sambia im Elfmeterschießen seine vierte Bronzemedaille, nachdem es 2019 sogar zu Silber gereicht hatte. Die südafrikanische Stürmerin Sibulele Holweni (fünf Treffer) wurde zum zweiten Mal in Folge beste Torschützin des Turniers. Bei der Auflage von 2020 hatte sie sogar acht Treffer auf dem Konto gehabt. Die Auszeichnung mag für die Gastgeberinnen vielleicht ein kleines Trostpflaster gewesen sein.

"Wir werden auf jeden Fall dafür sorgen, dass wir gut in Form sind", so Südafrikas Trainerin Desiree Ellis nach dem Finale mit Blick auf die in Kürze anstehende Qualifikation für die WM 2023.

Ende des Monats beginnen zwei K.-o.-Runden mit Heim- und Auswärtsspielen. Am Ende qualifizieren sich die vier Nationen, die beim zwölf Teams umfassenden CAF Afrikanischen Nationen-Pokal der Frauen im nächsten Jahr am besten abschneiden, direkt für die Weltmeisterschaft.