Philippinen nehmen den WM-Traum ins Visier

17. Sept. 2021
  • Das Frauen-Nationalteam der Philippinen will sich erstmals für eine FIFA Frauen-WM™ qualifizieren

  • In der Qualifikation für Frankreich 2019 waren die Südostasiatinnen knapp gescheitert

  • Torhüterin Inna Palacios hofft, dass "der Traum wahr wird"

Bei der nächsten FIFA Frauen-Weltmeisterschaft werden erstmals 32 Nationen teilnehmen. Mit großer Wahrscheinlichkeit werden somit einige neue Teams dabei sein, wenn die Elite des Frauenfussballs 2023 in Down Under zusammenkommt.

Eine dieser hoffnungsvollen Nationen sind die Philippinen. Die Südostasiatinnen genießen zwar bislang weltweit wenig Anerkennung, haben sich aber in den letzten Jahren stetig weiterentwickelt und 2018 fehlte ihnen nur ein einziger Sieg zur erstmaligen Qualifikation für eine FIFA Frauen-WM. Sie hatten es erstmals seit 15 Jahren zum AFC Asien-Pokal der Frauen 2018 geschafft und kamen dort bis ins Playoff-Duell um das fünfte und letzte AFC-Ticket für Frankreich - nur um an dieser letzten Hürde an der Republik Korea zu scheitern.

Drei Jahre später sind die Philippinen bereit, den Kampf um einen Platz in Australien & Neuseeland 2023 aufzunehmen. Mit einigen in den USA aktiven Spielerinnen haben die Philippinen Grund zum Optimismus.

Am Samstag trifft das Team auf Außenseiter Nepal. Sechs Tage später steht dann die Partie gegen Hongkong auf dem Programm. Hongkong verfügt über eine beachtliche historische Erfahrung, und da nur eine der drei Mannschaften beim AFC Asien-Pokal der Frauen im Januar weiterkommt, darf man sich kaum Fehler leisten.

Auf der Jagd nach dem Traum

Torhüterin Inna Palacios sagte im Gespräch mit FIFA.com, die Auswirkungen von COVID-19 hätten die Vorbereitungszeit zu einer großen Herausforderung gemacht. Doch die Entwicklung des Teams in den vergangenen Jahren sei mehr als ermutigend. "Das Team lernt und entwickelt sich weiter, je mehr Spiele wir zusammen bestreiten", sagte sie.

"Wenn wir etwas aus der Qualifikation für die Endrunde des AFC Asien-Pokals der Frauen und den Spielen gegen die großen Mannschaften 2018 mitnehmen können, dann ist es Hoffnung – die Hoffnung, dass auch wir es auf die ganz große Bühne schaffen können. Mit viel harter Arbeit, mit großem Einsatz und Disziplin bei allen im Team ist es möglich, dass sich die Philippinen für die WM-Endrunde qualifizieren."

Spielführerin Palacios, die bereits seit zehn Jahren für ihr Land spielt, ist sich über die Auswirkungen eines solchen Erfolgs voll und ganz im Klaren.

"Die Qualifikation ist kaum vorstellbar, bis es wirklich so weit ist. Ich denke, ich würde mich wie ein rundum glückliches kleines Kind fühlen, wenn dieser Traum wahr wird. Das ist der Traum, unser großes Ziel."

Philippines goalkeeper Inna Palacios (Credit: PFF and Mia Montayre)

Selbsterklärter Außenseiter

Mit der Qualifikation für den AFC Asien-Pokal der Frauen in Indien, wo zwölf Teams dabei sind, kämen die Philippinen dem Traum von der WM-Teilnahme ein gutes Stück näher. Rein rechnerisch stehen die Chancen sehr gut, noch einen Schritt weiter zu kommen. Die besten fünf Teams (außer Australien) qualifizieren sich direkt für Australien/Neuseeland 2023.

Zwei weitere Nationen nehmen am neu geschaffenen interkontinentalen Playoff-Turnier teil. Was also würde die erfolgreiche Qualifikation für den Frauenfussball auf den Philippinen bedeuten? "Das würde den Frauenfussball definitiv aufwerten", sagte die 27-jährige Palacios. "Wenn es gelingt, möchte ich, dass das Land merkt, wie stark die weiblichen Athleten des Landes sind, und ich hoffe, dass der Frauenfussball populärer wird und mehr Mädchen spielen werden.

Die Teilnahme an der WM 2023 würde die Agenda der Philippinen zur Förderung des Frauenfussballs bis hinunter zur Basis erweitern.

Das würde die Philippinen nicht nur in Südostasien, sondern auch auf dem gesamten Kontinent zu einem Vorreiter im Bereich Frauenfussball machen. Schließlich liebt es jeder, wenn Außenseiter Erfolgsgeschichten schreiben."