Mit der Tabelle in der Hand

1. Sept. 2021
  • Chile – Brasilien: das spektakulärste Duell des 9. Spieltags

  • Peru – Uruguay und Ecuador – Paraguay versprechen Hochspannung

  • Ganz im Zeichen der Copa América 2021

Die Südamerika-Qualifikation für die nächste Auflage der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ wird mit dem ersten von drei Spieltagen im September fortgesetzt. Nach dem September-Fenster ist Halbzeit in Südamerika. Der neunte Spieltag steht ganz im Zeichen der letzten Auflage der Copa América. Ein Blick auf die Tabelle zeigt, wie hart umkämpft der Wettbewerb ist, denn nur fünf Punkte trennen den Dritten vom Tabellenschlusslicht.

FIFA.com präsentiert die Spieltagsvorschau.

Spielplan des neunten Spieltags (alle Angaben in Ortszeit) Donnerstag, 2. September

Bolivien – Kolumbien (16.00 Uhr) Ecuador – Paraguay (16.00 Uhr) Peru – Uruguay (20.00 Uhr) Venezuela – Argentinien (20.00 Uhr) Chile – Brasilien (21.00 Uhr)

Chile's Arturo Vidal gestures at the crowd during their Russia 2018 FIFA World Cup qualifiers match against Brazil, at the Nacional stadium in Santiago de Chile, on October 8, 2015.   AFP PHOTO / MARTIN BERNETTI

Das Topspiel

Chile – Brasilien, Santiago de Chile (Estadio Monumental) Chile (7., 6 Punkte) hat nach der Amtsübernahme von Martín Lasarte positive Signale gesendet, braucht jedoch dringend ein positives Ergebnis, um mehr Selbstbewusstsein zu tanken. Was gäbe es da Besseres als einen Heimsieg gegen einen Rivalen, der bisher all seine Spiele gewonnen hat. Doch einmal abgesehen von den eigenen Problemen werden die Chilenen es mit einer brasilianischen Mannschaft (1., 18) zu tun bekommen, die ohne Druck befreit aufspielen kann und nie die Hände in den Schoß legt. Dabei haben die Chilenen eines noch immer im Hinterkopf: In der Qualifikation für Russland 2018 waren es die bereits qualifizierten Brasilianer, die ihnen die letzte Chance auf die WM-Teilnahme raubten. Statistik: Brasilien ist seit 23 WM-Qualifikationsspielen ungeschlagen. Interessant ist, gegen wen die Brasilianer ihre letzte Niederlage kassiert haben. Das waren nämlich die Chilenen, die sich im Oktober 2015 am ersten Spieltag der Qualifikation für Russland 2018 in Santiago mit 2:0 durchsetzten.

Die anderen Spiele

Ecuador (3., 9) empfängt Paraguay (6., 7) in einem Duell der Gegensätze, denn ein Team kennt kein Remis, während das andere es auf vier Unentschieden in sechs Partien bringt. Während La Tri gegen die Paraguayer seit sechs Heimspielen nicht mehr verloren hat, hat die Albirroja in der WM-Qualifikation eine Serie von fünf Auswärtsspielen ohne Niederlage vorzuweisen. Keines der beiden Teams konnte seine Form nach einem guten Start aufrechterhalten, doch das Ergebnis dieses Spiels kann die Aussichten für beide entscheidend verändern.

MIRAFLORES, BOLIVIA - NOVEMBER 12:  Carlos Gruezo of Ecuador  celebrates with Gonzalo Plata of Ecuador after scoring the third goal of his teamduring a match between Bolivia and Ecuador as part of South American Qualifiers for Qatar 2022 at Estadio Hernando Siles on November 12, 2020 in Miraflores, Bolivia. (Photo by Aizar Raldes - Pool/Getty Images)

Nachdem Peru (10., 4) nur einen von möglichen 15 Punkten geholt hatte, gelang dem Team ein Sieg gegen Ecuador und der dritte Platz bei der Copa América. Jetzt hoffen die Peruaner, ihre Aufholjagd gegen Uruguay (4., 8) fortsetzen zu können. Auch die Uruguayer haben es bisher an Beständigkeit mangeln lassen. Die Blanquirroja blickt auf eine Negativserie von fünf Heimniederlagen in Folge zurück, empfängt jedoch einen Gegner, der seit mehr als drei Spielen (197 Minuten) kein Tor mehr erzielen konnte. Wenn Bolivien (8., 5) sich in den Kampf um die vorderen Plätze einschalten möchte, dann könnte dieser Spieltag Gelegenheit dazu bieten. Die Bolivianer sind in der WM-Qualifikation seit drei Spielen ungeschlagen (ein Sieg, zwei Unentschieden). Das ist die längste Positivserie des Teams seit 2008. Leicht wird es allerdings nicht werden, denn Kolumbien (5., 8) hat die Bolivianer bei den letzten fünf Aufeinandertreffen im Rahmen dieses Turniers besiegt, zweimal in La Paz.

LA PAZ, BOLIVIA - JUNE 03: Marcelo Moreno Martins of Bolivia celebrates after scoring the third goal of his team during a match between Bolivia and Venezuela as part of South American Qualifiers for Qatar 2022 at Estadio Hernando Siles on June 03, 2021 in La Paz, Bolivia. (Photo by Aizar Raldes - Pool/Getty Images)

Argentinien (2., 12) tritt die Reise nach Venezuela (9., 4) an und erlebt gerade seine beste Phase seit der Amtsübernahme von Lionel Scaloni. Die Argentinier haben sich nämlich den Titel bei der Copa América gesichert, ihren Spielerpool erweitert und gehen voller Selbstvertrauen in die Partie. Sie haben bereits 20 Länderspiele ohne Niederlage auf dem Konto. Auf Seiten Venezuelas gibt Interimstrainer Leo González sein Debüt auf der Trainerbank. Er hat das Amt vom scheidenden Portugiesen José Peseiro übernommen.

Der Spieler im Fokus

Luis Díaz (Kolumbien) Nach einer Glanzleistung bei der Copa América (vier Tore in fünf Spielen) dürfte der 24-jährige Außenbahnspieler in den nächsten Spielen Kolumbiens eine Schlüsselrolle spielen. Seine beständig guten Leistungen auf Vereinsebene in Portugal stehen im krassen Gegensatz zu den unbeständigen Auftritten eines Teams, das zwar in der Tabelle gut platziert ist, aber im Moment großen Schwankungen unterliegt und keinen guten Mittelweg zu finden scheint. Mit seiner individuellen Klasse könnte Díaz der zündende Funke sein, den die Cafeteros brauchen.

LIMA, PERU - JUNE 03: Luis Díaz of Colombia celebrates with teammate Mateus Uribe and William Tesillo after scoring the third goal of his team during a match between Peru and Colombia as part of South American Qualifiers for Qatar 2022 at Estadio Nacional de Lima on June 03, 2021 in Lima, Peru. (Photo by Paolo Aguilar - Pool/Getty Images)

Hätten Sie's gewusst? Der Vertrag des Venezolaners Leo Gonzalez als Interimstrainer läuft zwar nach den Spielen im September aus, er verfügt jedoch über reichlich Erfahrung im Fussball seines Landes. Der 49-Jährige hat nämlich als Spieler 40 Spiele und drei Auflagen der Copa América für das venezolanische Nationalteam bestritten. Damit ist er der sechste ehemalige Nationalspieler der Vinotinto, der das Amt des Nationaltrainers übernimmt.