Marinovic: Großer Glaube an die Chancen Neuseelands

  • Neuseeland will an den gefeierten Qualifikationserfolg für Südafrika 2010 anknüpfen

  • Auslosung der OFC-Vorrunde und interkontinentalen Playoff-Runde gibt Weg der "Kiwis" nach Katar vor

  • Torhüter Stefan Marinovic lobt Ehrgeiz und Selbstvertrauen des Teams

Als Neuseeland in der Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Südafrika 2010™ endlich die Durststrecke beendete und sich in der Playoff-Runde durchsetzte, war dies im "Land der langen weißen Wolke" ein Meilenstein für den Fussball – und für den Sport insgesamt. Die nachfolgenden Versuche, an diesen Meilenstein anzuknüpfen, endeten jedoch immer in bitterer Enttäuschung. Zunächst wurden die Kiwis im mächtigen Aztekenstadion von Mexikanern in die Schranken verwiesen, die nach einer Enttäuschung Wiedergutmachung leisten mussten. Dann mussten sie sich im Vorfeld der WM 2018 in Russland erneut in der interkontinentalen Playoff-Runde geschlagen geben – diesmal gegen kampferprobte Peruaner. Nun sind die Neuseeländer entschlossen, im dritten Anlauf endlich erfolgreich zu sein. Aller guten Dinge sind schließlich drei, oder? "Wir machen uns große Hoffnungen", so Neuseelands Nummer eins Stefan Marinovic im Gespräch mit FIFA.com. "Letztes Mal hat nicht viel gefehlt. Meiner Meinung nach haben wir ein sehr gutes Team. Wir haben viel Erfahrung auf dem Platz. Der Glaube an das Team wird in der Qualifikation riesig sein." "Der Trainer hat diesem Team in Bezug auf Kultur und seine Erwartungen seinen Stempel aufgedrückt, und er erwartet, dass wir uns für die WM qualifizieren. Was auch immer im WM-Playoff-Spiel gegen Peru [2017] passiert ist – es ist Vergangenheit und abgehakt."

Nach der Auslosung der OFC-Vorrunde am Montag und der Auslosung der interkontinentalen Playoff-Runde letzte Woche ist der Weg Neuseelands in der Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Katar 2022™ vorgezeichnet. Die Neuseeländer müssen sich im OFC-Qualifikationsturnier im März auf fünf schwere Spiele einstellen. Das Turnier wird aufgrund von COVID-19-Beschränkungen in Katar ausgetragen. Die Aufgabe dürfte alles andere als einfach werden, denn in ihrer Gruppe treffen die Kiwis auf Neukaledonien, zweimaliger Finalist des OFC Nations Cup, Fidschi, Traditionsteam aus der Pazifik-Region und Papua-Neuguinea, das 2016 im kontinentalen Wettbewerb den zweiten Platz belegte. Der Ausgang des strapaziösen, zweiwöchigen Turniers bleibt also abzuwarten. Eines steht allerdings fest: Wenn Neuseeland Ende 2022 erneut auf der Weltbühne stehen will, muss das Land eine weitere interkontinentale Playoff-Runde gewinnen. Gegner wäre diesmal das viertplatzierte Team der Concacaf, eine Position die derzeit von Panama belegt wird, Teilnehmer der WM 2018 in Russland.

Marinovic zählt zu den Leistungsträgern eines neuseeländischen Kaders, der in den letzten Jahren kaum international aktiv war. Die Neuseeländer haben in den letzten vier Jahren gerade einmal neun Länderspiele bestritten, wobei es eine Phase von 23 Monaten ohne ein einziges Spiel gab. Der 30-jährige Marinovic, der auf Vereinsebene in Israel aktiv ist, war vor vier Jahren in der WM-Qualifikation einer der großen Stützpfeiler Neuseelands. Er hielt zwei Elfmeter und verhalf den All Whites damit zum Sieg im OFC Nations Cup. Anschließend wusste er beim FIFA Konföderationen-Pokal 2017 zu beeindrucken und ließ sich auch in der angespannten Hochdruckatmosphäre der Playoff-Runde gegen Peru, die im Hin- und Rückspielmodus ausgetragen wurde, nicht aus der Ruhe bringen. Der hoch angesehene Schlussmann war bereits in Deutschland, England, der nordamerikanischen MLS und bei Wellington Phoenix aktiv und hat dem neuseeländischen Klub 2020 zum dritten Platz in der A-League verholfen, der besten Platzierung aller Zeiten. Mittlerweile bringt er es auf 30 Länderspieleinsätze und ist damit einer von nur fünf Spielern des jüngsten neuseeländischen Kaders, die eine zweistellige Anzahl von Länderspielen für sich verbuchen können. "Wir haben einen Haufen neuer Spieler aus der U-20 und U-23, die sich gerade einen Namen machen. Wir haben einige fantastische Spieler, die auf höchstem Niveau spielen, und wir wollen alle bei der WM dabei sein. Das sind die Erwartungen." "Der Coach bleibt mit uns allen in Kontakt und betont immer wieder, dass wir uns auf uns selbst konzentrieren sollen, allerdings mit einem Auge auf der Qualifikation und der Chance auf die WM-Teilnahme."

Stefan Marinovic of New Zealand makes a save