Mahrous ist bereit für seine zweite Chance

31. Aug. 2021
  • Nizar Mahrous hätte als Spieler fast die WM-Qualifikation geschafft

  • Er hofft darauf, den lang gehegten Traum der Syrer nun als Trainer wahr zu machen

  • Mahrous spricht über die Chancen Syriens in der Asien-Qualifikation und das Spiel gegen die IR Iran

Nizar Mahrous war gerade 22 Jahre alt, als er in der Asien-Qualifikation für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Mexiko 1986™ spielte und mit Syrien die letzte Runde erreichte. Hier allerdings platzte der Traum von der ersten WM-Endrundenteilnahme durch eine 1:3-Niederlage gegen Irak. Gut 35 Jahre später ist Mahrous mit dem syrischen Nationalteam wieder im Rennen, dieses Mal allerdings als Trainer. Er wurde vor Beginn der dritten asiatischen Qualifikationsrunde für Katar 2022 zum neuen Coach Syriens ernannt. Damit bietet sich ihm eine Chance, die Enttäuschung von damals wiedergutzumachen und den lang ersehnten Traum der Nation von einem Auftritt auf der größten Fussballbühne der Welt wahr zu machen. In einem Exklusiv-Interview mit FIFA.com erinnert sich Mahrous an die Niederlage gegen Irak und bekräftigt, sie werde ihn in seiner neuen Rolle am Ruder der Nationalmannschaft nur bestärken.

Nov 1985:  Nizar Mahrous of Syria takes on the Iraq defence during the World Cup qualifying match against Iraq played in Damascus, Syria. The match ended in a 0-0 draw. \ Mandatory Credit: Allsport UK /Allsport

"Als Spieler habe ich es bis zum letzten Spiel der Qualifikationsrunde geschafft", sagte er. "Das motiviert mich, nun das zu erreichen, was ich vor langer Zeit nicht erreichen konnte. Ich bin recht optimistisch, weil wir eine gute Mischung aus im Inland und im Ausland aktiven Spielern haben, und ich hoffe, dass wir dieses Mal unser Ziel erreichen werden." Mahrous ist bereits zum dritten Mal Trainer der syrischen Nationalmannschaft, nachdem er bereits 2004 und 2011 kurzzeitig im Amt war. Die letzte Amtszeit bezeichnete er als die bisher beste, weil er deutlich mehr Zeit mit der Mannschaft verbringen konnte. "2004 war ich nur eine Woche im Amt, denn es war nur für ein einziges Spiel", erklärte er. "Meine Erfahrung im Jahr 2011 war etwas Besonderes, weil wir viel Vorbereitungszeit hatten. Wir haben einige Freundschaftsspiele gegen große Mannschaften bestritten, und im Kader standen zahlreiche sehr gute Spieler." Der 58-jährige Nationalcoach sagte weiter: "Dieses Mal wird es wieder anders, denn wir hatten vor den Qualifikationsspielen nicht besonders viel Zeit. Trotzdem sind wir optimistisch. Wir hoffen, dass die Dinge nach unseren Wünschen laufen, und wenn es uns gelingt, einen gefestigten Kader zusammenzustellen, dann haben wir die nötige Stabilität, um die Qualifikation zu schaffen."

Kommende Herausforderungen

Mahrous steht vor einer schweren Aufgabe, denn Syrien spielt in Gruppe A gegen die Republik Korea, die IR Iran, die Vereinigten Arabischen Emirate, Irak und Libanon – eine Gruppe, die der erfahrene Trainer als "leicht und schwer" zugleich bezeichnet. Auf die Frage nach den Chancen seiner Mannschaft antwortete er: "Die Kluft zwischen den Mannschaften ist nicht groß, und wir haben eine Chance, vor allem, wenn wir einen festen Kader haben. Wir hoffen, dass wir eine geeignete Aufstellung finden können, die uns in dieser entscheidenden Phase der Qualifikation konkurrenzfähig macht.

Syria coach Nizar Mahrous talks with his assistants during a training session

Wir treffen auf vier unserer Nachbarn, was ein zweischneidiges Schwert ist, denn diese Teams kennen sich sehr gut. Auf jeden Fall werden es schwere Spiele. Es gibt einige heikle Aspekte rund um die Spiele, und die Mannschaften liegen leistungsmäßig sehr eng beieinander. Es sind die Details, die den Ausschlag geben werden." Mahrous war in seiner 25-jährigen Trainerkarriere bereits in den Vereinigten Arabischen Emiraten, in Irak und in Libanon tätig, was seiner Meinung nach ein Vorteil sein wird, wenn Syrien in den kommenden Monaten gegen diese Mannschaften antritt. "Ich habe dadurch einen guten Einblick in die Spieler und ihre Spielweise sowie in all die anderen kleinen Details, die für jeden Trainer wichtig sind", erklärte er. "Meine Erfahrung als Trainer in diesen Ländern verschafft uns einen kleinen Vorteil, und es ist wichtig, dass wir das in den Qualifikationsspielen ausnutzen."

Schwerer Start

Syrien startete am kommenden Donnerstag in die aktuelle Runde in Gruppe A. Erster Gegner ist die IR Iran, die bereits fünf Mal bei WM-Endrunden dabei war, auch bei der letzten Auflage 2018 in Russland. Die Iraner präsentierten sich in der zweiten Runde im Juni in bestechender Form, und Mahrous sieht in ihnen die größte Gefahr für Syriens Chancen. "Die Iraner haben sich enorm verbessert und alle ihre Spiele in der zweiten Runde gewonnen. Das zeigt, was für eine gute Einheit sie sind", sagte er. "Sie haben in letzter Zeit auch viel Charakter gezeigt, mehr noch als Mannschaften wie die Republik Korea, die nicht ganz so eng gestrickt sind." Mahrous ist zuversichtlich, dass seine Mannschaft bei ihrem schwierigen Auftaktspiel auswärts eine gute Leistung zeigen und sich eine gute Ausgangsposition für den Rest der Qualifikation verschaffen kann: "Wir bekommen es mit einer starken Mannschaft zu tun, aber wir hoffen, dass wir dem Gegner Paroli bieten können. Wir werden versuchen, alle Herausforderungen zu meistern, damit wir einen guten Start hinlegen und uns eine gute Grundlage für den Rest des Qualifikationsturniers schaffen können."