Leidenschaft und Engagement bringen den Fussball in Tuvalu voran

5. Mai 2021
  • Tuvalu ist die aktuelle Etappe unserer Reise durch die Fussballwelt

  • Die polynesische Inselgruppe gehört zu den kleinsten Nationen der Welt

  • Trotz zahlreicher Herausforderungen hat der Fussball seinen festen Platz

Das Beispiel Tuvalu zeigt eindrucksvoll, wie sehr die Leidenschaft für das schönste aller Spiele den gesamten Globus umspannt. Die Inseln liegen auf halber Strecke zwischen Australien und Hawaii. Schon allein aufgrund dieser entlegenen Lage ist es schwierig, überhaupt nach Tuvalu zu gelangen. So fanden in den vergangenen Jahren oftmals weniger als 1000 Touristen den Weg nach Tuvalu.

Die Fussballhochburgen befinden sich buchstäblich am anderen Ende der Welt. Dennoch regiert König Fussball auch auf dem winzigen polynesischen Atoll. Die drei Haupt-Riffinseln und sechs Atolle sind über ein großes Gebiet verteilt und die geringe Bevölkerung - es ist eine der kleinsten Nationen der Erde - ist nur eine von zahlreichen Herausforderungen für den Fussballverband von Tuvalu (TIFA).

Trotzdem ist Tuvalu assoziiertes Mitglied der ozeanischen Fussball-Konföderation OFC und blickt auf eine reiche Fussballgeschichte zurück. Das Nationalteam feierte sein Debüt 1979 bei den Pazifikspielen, weniger als ein Jahr nach der Unabhängigkeit. Tuvalu war früher als Ellice-Inseln bekannt und entstand wie sein nächster Nachbar Kiribati.

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Internationale Erfolgsaussichten

2007 gelang Tuvalu bei den Pazifikspielen ein Remis gegen Tahiti, eine der führenden Fussballnationen der Pazifikregion. Fünf Jahre später vertrat eben jenes Tahiti Ozeanien beim FIFA Konföderationen-Pokal in Brasilien und bot dort weitaus stärkeren Teams wie den amtierenden Weltmeister Spanien die Stirn. Die Pazifikspiele 2007 fungierten zwar auch als erste Runde der WM-Qualifikation, doch Tuvalu war nicht zum Weiterkommen berechtigt.

Danach erhielt Tuvalu viel Unterstützung aus den Niederlanden. Der ehemalige Nachwuchs-Nationaltrainer Foppe de Haan führte das Team gar bei den Pazifik-Spielen 2011. Dort gelang ein Unentschieden gegen Guam, das sich in nachfolgenden WM-Qualifikationen durchaus respektabel schlug. Tuvalu war auch beim jüngsten Turnier 2019 dabei und kam dabei zu einem Unentschieden gegen Amerikanisch-Samoa.

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Hürden überwinden

Die weitere Entwicklung des Fussballs ist die nächste Herausforderung für den Verband. Die OFC legte im vergangenen Jahr fest, dass auch assoziierte Mitglieder an den Entwicklungsprogrammen teilnehmen und technische Hilfe von der Fussballabteilung der Konföderation in Anspruch nehmen können. Zudem erhalten sie jährliche Zuschüsse und Ausrüstung sowie Mittel für Kompetenzerwerb und die Förderung ihrer Nationalmannschaften.

Ein großes Hindernis ist die Tatsache, dass es in Tuvalu nur ein einziges Sportzentrum gibt, nämlich den Tuvalu Sport Ground auf der Hauptinsel. TIFA-Präsident Soseala Tinilau weist allerdings darauf hin, dass die Anlage oft nicht für das Spiel mit dem runden Leder zur Verfügung steht, da sie auch für Rugby genutzt wird. Das Spielfeld grenzt an den Flughafen und früher nutzten die Spieler sogar das Gras neben der Landebahn zum Aufwärmen und zum Trainieren.

Trotz der geringen Bevölkerung und all der Herausforderungen vor Ort hat der Fussball jedoch einen festen Stand. Tuvalu verfügt über beeindruckende acht Klubs, von denen jeder eine der Inseln des Landes repräsentiert. Jeder Klub hat zwei Männerteams und mit Unterstützung durch ansässige Firmen werden mehrere jährliche Wettbewerbe ausgespielt.

Zudem gibt es bei den Klubs auch jeweils ein Frauenteam. Wie überall sonst auf der Welt ist auch in Tuvalu der Frauenfussball im Aufwind. "Der Frauenfussball auf den Inseln entwickelt sich enorm und wir versuchen, das so gut wie möglich zu unterstützen", so Tinilau. "Wir arbeiten mit der OFC gemeinsam an der Entwicklung einer Strategie, die den Frauenfussball weiter voranbringen soll."