Lalas: Die Fähigkeit zur Veränderung ist eine Stärke

8. Okt. 2021
  • Alexi Lalas beteiligt sich an der Debatte um die Zukunft des Fussballs

  • Er stieß in Doha zum Technischen Beratergremium der FIFA und diskutierte über den internationalen Spielkalender

  • Der Ex-US-Star, ein geborener Skeptiker, spricht von der Notwendigkeit, anpassungsfähig und offen für Veränderungen zu bleiben

Alexi Lalas stach schon immer aus der Menge heraus. Als bärtiger, rothaariger Rocker des US-amerikanischen Teams bei der FIFA Fussball-WM 1994™ ebenso wie durch seinen Wechsel in die Serie A kurz nach dieser WM-Endrunde wurde er bekannt. In den letzten Jahren hat sich der ehemalige Innenverteidiger aber auch als prominenter Experte, TV-Analyst und Kommentator in den Sozialen Medien als starke, unabhängige Stimme einen Namen gemacht. "Ich bin von Natur aus skeptisch, manchmal sogar zynisch", sagt er über sich selbst. "Aber bei allem versuche ich, mir die Zeit zu nehmen, die Denkweise der anderen zu verstehen und mir die Zahlen und Daten anzuschauen, wenn es um Entscheidungen geht. Und ich lasse mich von guten Argumenten auch überzeugen.

Was hier vorgeschlagen wird, ist eine tiefgreifende Veränderung, eine Veränderung an etwas Grundlegendem. Das wird ganz sicher auch viel Skepsis hervorrufen, und es wird zuweilen eine gewisse Zurückhaltung gegenüber dieser Veränderung geben. Die Fähigkeit zur Veränderung ist jedoch auch eine Stärke. Und ganz egal, ob es sich um eine Einzelperson, eine Firma oder eine Organisation handelt, es ist wichtig, die Fähigkeit zu haben, zu sagen: 'Was in der Vergangenheit funktioniert hat, funktioniert nicht unbedingt jetzt und nicht unbedingt in der Zukunft.' Denn unsere Welt verändert sich, und sicher können wir alle nach den letzten Jahren bestätigen, dass sich die Welt sehr, sehr schnell verändern kann. Einer der Gründe, warum ich zu diesem Treffen [des Technischen Beratungsgremiums der FIFA in Katars Hauptstadt Doha] kommen wollte, war, weil ich verstehen wollte: 'Warum denkt Arsène Wenger, dass dies richtig ist?' Und ich war wirklich angenehm überrascht von den vielen Informationen, von der Bereitschaft, über verschiedene Dinge zu sprechen, zu debattieren, zu diskutieren und zu widersprechen, um herauszufinden, ob dies etwas ist, das dem Spiel, das wir alle lieben und dem wir letztendlich helfen wollen, wirklich helfen wird."

4 JUL 1994: ROMARIO OF BRAZIL SURGES PAST ALEXI LALAS OF USA DURING THE 1994 WORLD CUP FINALS SECOND ROUND MATCH AT STANFORD STADIUM IN PALO ALTO, CALIFORNIA. Mandatory Credit: Chris Cole/ALLSPORT

Eines der Hauptziele der von Wenger geleiteten Überprüfung ist die Verringerung der Anzahl und Häufigkeit von Reisen für Spitzenspieler. Lalas, der während seiner aktiven Karriere zahlreiche Transatlantikflüge über sich ergehen lassen musste, hält dies für ein absolut lohnenswertes Ziel. Er sagte: "Wenn man sich die Reisetätigkeit von Spielern ansieht - wobei einige natürlich mehr reisen als andere - sammeln sie eine Menge Vielfliegermeilen. Man reist heutzutage zwar durchaus angenehmer, problemloser und auch luxuriöser. Doch auch das fordert seinen Tribut, nicht nur körperlich, sondern auch geistig. Und ich hoffe, dass die Menschen, die diese Reisen unternehmen, aus den richtigen Gründen reisen. Es ist nicht nur aus persönlicher Sicht sinnvoll, die damit einhergehenden Belastungen zu verringern, sondern auch aus kommerzieller Sicht. Es sind wertvolle Güter, die man in Form dieser Spieler hat, und wenn man sie als solche behandelt, hat man hoffentlich etwas, das über die Jahre hinweg Bestand hat und geschätzt wird. Man muss sich mit den Dingen beschäftigen, die man tun kann, um den Spielern die Möglichkeit zu geben, ihr Bestes zu geben, wenn sie auf dem Platz stehen, sowohl für ihren Verein als auch für ihr Land."