Jaziri befeuert Tunesiens Ambitionen beim Arabien-Pokal

  • Tunesien mit 5:1-Kantersieg gegen Mauretanien

  • Jaziri, bester Spieler des Spiels, erzielt Doppelpack und Hackentrick-Tor

  • Der Stürmer analysiert das Spiel und die Ambitionen seines Teams beim Arabien-Pokal

Im Fussball gibt es viele Aktionen, die sich zu Markenzeichen bestimmter Spieler entwickelt haben. Die Pirouetten, die Zinédine Zidane mit dem Ball vollführte, sind als Zidane Roulette bekannt. Der Panenka-Elfmeter ist nach Antonín Panenka benannt. Hackentrick-Tore werden mit dem ehemaligen algerischen Starspieler Rabah Madjer in Verbindung gebracht, der für den FC Porto im Finale der UEFA Champions League gegen den FC Bayern München auf diese Weise einen fantastischen Treffer erzielte. Jedes Mal, wenn ein Spieler jetzt mit der Hacke ein Tor erzielt, kommt Madjers Name ins Spiel. Wer das Glück hatte, Tunesiens Auftaktspiel gegen Mauretanien zu sehen, kam ebenfalls in den Genuss eines solchen Meisterwerks des Fussballs. Insgesamt fielen in dieser Partie sechs Tore, fünf für die Tunesier und eins für den Gegner. Unter diesen fünf Treffern war auch ein Hackentrick-Tor von Seifeddine Jaziri, der im Fünfmeterraum improvisierte und die Kugel im Madjer-Stil ins Netz beförderte. Nach der Partie kommentiert Jaziri sein wunderschönes Tor am Mikrofon von FIFA.com: "Ich wusste, dass Fakhreddine Ben Youssef den Ball in diesen Bereich spielen würde. Ich habe verfolgt, wie der Torwart den Ball abprallen ließ, und die einzige Möglichkeit, ein Tor daraus zu machen, war per Hacke."

Präziser Abschluss Tunesien beeindruckte gegen Mauretanien mit seiner starken Offensive. Das Team erzielte fünf Tore, hätte aber bei Verwertung aller Chancen durchaus noch höher gewinnen können. Auf die Frage nach den größten Stärken des Teams entgegnet Jaziri: "Wir sind eine großartige Truppe. Der starke Zusammenhalt ist unser Erfolgsgeheimnis. Die jungen Spieler haben Respekt vor den älteren, und umgekehrt ist es genauso. Die Atmosphäre auf dem Platz ist wunderbar, und wir hoffen, dass es so weitergeht und wir auch die nächsten Spiele gewinnen." "Wir sind hoch konzentriert und denken von Spiel zu Spiel. Der heutige Sieg war gut, aber er ist nur ein Anfang. Wir haben noch einen weiten Weg vor uns. Bei solchen Turnieren ist es sehr wichtig, das erste Spiel zu gewinnen, und das haben wir geschafft. Aber wir haben noch zwei weitere Spiele gegen Syrien und die VAE und müssen unsere gute Arbeit für den Rest des Turniers fortsetzen."

Seifeddine Jaziri of Tunisia poses

Titelaspirationen Jaziri hat das erste Tor bei der ersten Auflage des Arabien-Pokals unter der Ägide der FIFA erzielt und damit ein kleines Stück Geschichte geschrieben. Mit Blick auf die Gegner Tunesiens erklärt er: "Mauretanien ist eine gute Mannschaft, aber jetzt werden wir uns auf das Syrien-Spiel konzentrieren, das wir gewinnen wollen."

Der Spieler von Zamalek machte deutlich, dass er den begehrten Titel unbedingt gewinnen will. "Unser Ziel ist der Turniersieg. Die Menschen in Tunesien haben es verdient und wir werden alles tun, um sie glücklich zu machen", erklärt er.

Auf die Frage, welches Team in diesem Turnier seiner Meinung nach weit kommen wird, antwortet er nach langem Zögern: "Ich hoffe, dass wir im Finale auf Algerien treffen werden." Harte Arbeit zahlt sich aus Jaziri hatte zu Beginn seiner Fussballkarriere mit Schwierigkeiten zu kämpfen, bis er zu Zamalek wechselte, einem der renommiertesten Klubs in Ägypten und der arabischen Fussballwelt. Zuvor hatte er für Club Africain gespielt, wo ihn einige Widrigkeiten zurückwarfen. Weitere Stationen waren CS Hammam-Lif und US Ben Graden in Tunesien, bevor er einen Vertrag bei Tanta in Ägypten unterzeichnete. Anschließend kehrte er in sein Heimatland zurück, wo er für Stade Gabesien spielte, und nach zahlreichen Wechseln auf Leihbasis zog es ihn zu El Mokawloon, wo er sich zu einem herausragenden Spieler entwickelte. So kam er schließlich zu Zamalek, entwickelte sich dort zu einem der besten Spieler des Klubs und wurde ins Nationalteam berufen. Auf die Frage, was er getan hat, um schließlich doch noch an die Spitze vorzustoßen, sagt der 28-Jährige: "Wenn du hart arbeitest und dir ein Ziel steckst, dann kann dich nichts aufhalten. Du musst durchhalten, um den Gipfel zu erreichen. Dann wirst du dein Ziel am Ende erreichen, egal, welche Hindernisse sich dir in den Weg stellen." Mit Blick auf seine persönlichen Ambitionen beim Turnier erklärt Jaziri: "Ich möchte das Turnier als bester Torschütze beenden. Zwei Tore habe ich bereits auf dem Konto und ich hoffe, es in den kommenden Spielen sogar noch besser zu machen."