Gambia baut Barrieren für Mädchen ab, die Fussball spielen wollen

9. Sept. 2021
  • Ausrüstung von adidas für 14 Teams in der 'Play N Grow'-Liga

  • Bis 2023 soll die Liga auf 28 Team anwachsen

  • Organisierter Fussball und Talentförderung für das Nationalteam in allen sieben Regionen

"Mein Leben ist mein Leben. Ich weiß, was gut und was schlecht ist, und der Fussball ist definitiv gut."

Teenager Sira Bah aus Gambia wollte ihre Eltern unbedingt davon überzeugen, dass der Fussball einen ebenso gangbaren Weg bieten könnte wie alles, was sie im Klassenzimmer lernen könnte. Allerdings hatte auch die Partnerschaft von FIFA und adidas zur Unterstützung des Entwicklungsprogramms Gambias für die Frauenligen großen Anteil daran, dass sie zu Hause und in der Schule mit ihren Argumenten überzeugen konnte.

"Die Leute fragten mich immer wieder, warum ich nicht einfach meine Ausbildung geradlinig zu Ende bringe. Ich sagte ihnen dann: Nun, Bildung bedeutet nicht, dass es nur um den Unterricht geht. Auch Aktivitäten neben dem Lehrplan sind sehr wichtig für die Bildung. Ich habe versucht, meine Eltern zu überzeugen - schließlich ist es mein Leben.

Sie sagten mir, ich solle mit dem Fussball aufhören, aber ich sagte ihnen, Nein, ich kann damit nicht aufhören. Fussball ist mein Hobby und ich kann damit jetzt nicht aufhören. Stattdessen habe ich mich einer organisierten Mannschaft angeschlossen. Meine Mutter sagte mir erneut, ich solle mit dem Fussball aufhören, aber meine Stiefmutter ist Trainerin. Meine Mutter wollte immer noch, dass ich aufhöre, aber letztlich habe ich sie überzeugt. Ich bin jetzt Teamsprecherin. Ich bin sehr stolz auf mich. Ich möchte der FIFA danken, denn sie war sehr innovativ und hat die Möglichkeiten aufgezeigt und sichtbar gemacht. Ich danke Ihnen für Ihre Sorgfalt und Aufmerksamkeit."

In Gambia wird eine klare Strategie umgesetzt, um die regelmäßige Teilnahme an strukturierten U-17-Ligen zu erleichtern und so die Entwicklung des Fussballs an der Basis zu fördern und gleichzeitig die Gemeinden zu unterstützen, in denen die soziokulturellen Probleme erheblich sein können.

adidas leistet praktische Hilfe in Form von Ausrüstungsspenden, mit denen 14 Teams unterstützt werden. Zudem gibt es im ersten Jahr der FIFA/GFF-Mädchenfussballliga finanzielle Unterstützung in Höhe von USD 50.000. Und auch Experten werden das Projekt mit ihrem Wissen unterstützen.

Die erste Liga startete in diesem Jahr mit 14 Mannschaften, doch diese Zahl soll weiter steigen. 2022 soll die Zahl der teilnehmenden Mannschaften auf 20 und 2023 sogar auf 28 erhöht werden. Die Erwartung ist, dass die höhere Anzahl von Spielerinnen 50 Trainerinnen und Trainern die Möglichkeit gibt, die Entwicklung des Breitenfussballs fortzusetzen.

Auf diese Weise wird der Weg zur Nationalmannschaft geebnet, wobei alle sieben Regionen mit einer höheren Anzahl von Spielerinnen, Trainerinnen, Betreuerinnen und Schiedsrichterinnen zur Entwicklung des Frauenfussballs beitragen, die alle in die Strukturen rund um das Nationalteam integriert werden.

FIFA Frauenfussballexpertin Thuba Sibanda ist begeistert von der umfassenden Entwicklung, die dazu geführt hat, dass Mädchen eine klare Möglichkeit haben, eine Laufbahn im Fussball einzuschlagen.

"Die Arbeit, die in Gambia geleistet wird, und die unglaublichen Geschichten einheimischer Mädchen und Frauen, die jeden Tag dafür kämpfen, den Sport auszuüben, den sie lieben, sind ein starkes Statement für die Bedeutung des Fussballs. Sie machen deutlich, warum es wichtig ist, den Fussball für alle zugänglich zu machen und Mädchen zu inspirieren, ihre Träume zu verfolgen.

"Wir müssen für einen gleichberechtigten Zugang zu Ressourcen, Bildung und Infrastruktur sorgen, ein sicheres Umfeld für Mädchen und Frauen schaffen, damit sie Fussball spielen können, und sie weiterhin stärken. Wir können denjenigen, die im Fussball tätig sind, helfen, ihr Selbstvertrauen zu stärken und die geschlechtsspezifischen Barrieren zu überwinden, die Mädchen und Frauen in der Vergangenheit an der Teilnahme gehindert haben.

Je mehr wir dies tun können, desto mehr können wir sicherstellen, dass unsere Mädchen und Frauen auf und abseits des Spielfelds erfolgreich sind. Wir helfen ihnen, ihre Gemeinden aufzubauen, damit sie zu Orten werden, an denen sie ihre Träume für eine bessere Zukunft verwirklichen können." Der Beginn der ersten Frauenfussball-Strategie im Jahr 2018 in Verbindung mit dem großen Erfolg der FIFA Frauen-WM Frankreich 2019™ zeigt, dass die Priorität des Frauenfussballs so hoch wie nie zuvor ist. Das Ziel der FIFA ist es, den Frauenfussball in den Mainstream zu bringen und dafür zu sorgen, dass Frauen und Mädchen auf der ganzen Welt Chancen im Fussball haben - sowohl auf als auch neben dem Spielfeld.

Die am 8. September 2021 vorgestellten Entwicklungsprogramme der FIFA für den Frauenfussball für die Jahre 2020 bis 2023 sollen allen Mitgliedsverbänden neue Möglichkeiten bieten und mit finanzieller Unterstützung aus dem FIFA-Entwicklungsprogramm FORWARD einhergehen. Diese Programme können an die individuellen Bedürfnisse und Visionen der einzelnen Mitgliedsverbände für den Frauenfussball angepasst werden.