FIFA-Präsident fordert "ehrgeizige Ziele" für Frauen in Entscheidungspositionen

FIFA-Präsident Gianni Infantino forderte die Fussballgemeinschaft heute eindringlich dazu auf, weitere Quoten zur Erhöhung der Anzahl der Frauen in Entscheidungspositionen zu akzeptieren und damit einen Beitrag zur Zukunftssicherung des Fussballs zu leisten.

Infantino erklärte anlässlich seiner Teilnahme an der zweiten FIFA Frauenfussball- und Führungskonferenz im Home of FIFA in Zürich: "Lassen Sie uns ehrgeizige Ziele stecken und schauen, wo uns das hinführt."

Die aktuellen Reformen der FIFA umfassen auch statutenmäßige Verpflichtungen zur Förderung und Unterstützung des Frauenfussballs sowie von Frauen im Fussball, darunter auch die Vorgabe, dass mindestens eine Frau pro Konföderation in den neuen FIFA-Rat zu wählen ist.

"Das sind mindestens sechs, es müssen jedoch mehr sein", so Präsident Infantino. "Wir müssen uns alle Ausschüsse ansehen. Der Frauenfussball und Frauen im Fussball haben Priorität. Sie sind ein integraler Bestandteil der Lösung für die Zukunft des Fussballs."

Bei der Konferenz mit dem Schwerpunkt "Gleichstellung durch Reformen" standen drei Themenbereiche im Mittelpunkt: die Entwicklung des Frauenfussballs, Frauen in Führungspositionen sowie Reformen. Bei der Veranstaltung gab es unter anderem Gastauftritte der Tennislegende Billie Jean King, der ehemaligen U.S.-Starspielerin Abby Wambach, von Professor Michael Kimmel (Stony Brook University) sowie von Barbara Slater (BBC Director of Sport).

King erklärte, die FIFA solle sich in Untermauerung der Reformen zu drei Zielen bekennen, darunter ein Drittel Frauen in Führungspositionen, die Ernennung eines neuen FIFA-Generalsekretärs, der sich bereits zuvor durch die Unterstützung der Gleichstellung der Geschlechter ausgezeichnet hat, sowie "eine ernstzunehmende kommerzielle Strategie für den Frauenfussball als primärem Wachstumsbereich".

"Ziel ist nicht nur eine Reform, sondern gleichzeitig auch eine Transformation", erklärte sie. "An die FIFA: Wir schreiben das Jahr 2016. Dies ist Ihre Chance, eine positive Veränderung herbeizuführen. Dies ist Ihre Chance, das Richtige zu tun."

Die Forderung nach einer kommerziellen Strategie für den Frauenfussball wurde auch von Moya Dodd, Mitglied des FIFA-Exekutivkomitees, unterstützt und spiegelt die Handlungsaufforderungen wider, die letztes Jahr von der FIFA-Arbeitsgruppe für Frauenfussball vorgebracht worden waren.

FIFA-Vizepräsident Sunil Gulati sagte, die vom außerordentlichen FIFA-Kongress am 26. Februar verabschiedeten Reformen seinen "erst der Anfang des Prozesses". "Wenn es bei den Beschlüssen der letzten Woche aufhört und sich der Prozess nicht in den Konföderationen und Mitgliedsverbänden fortsetzt, dann ist es kein Erfolg."

Gulati forderte für die aktuelle Amtszeit von Präsident Infantino, die 2019 endet, außerdem einen bedeutenden Anstieg der FIFA-Aktivitäten zur Förderung des Frauenfussballs. "Wir sollten diese in drei Jahren um das zehnfache erhöhen", sagte er.

Laut Wambach, die ihre Fussballschuhe letztes Jahr nach dem Titelgewinn der USA bei der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft™ an den Nagel gehängt hatte, muss dem Frauenfussball durch den Weltfussballverband und seine Mitgliedsverbände oberste Priorität eingeräumt werden. "Der Frauenfussball bietet ein viel größeres Wachstumspotenzial als der Männerfussball", erklärte sie. "Die FIFA kann sich hier eindeutig positionieren."

Die FIFA Frauenfussball- und Führungskonferenz findet jährlich anlässlich des Weltfrauentags statt und soll eine Plattform für eine offene und ehrliche Debatte darüber bieten, wie der Weltfussballverband seine Unterstützung für Frauen im Fussball verbessern kann.

"Dies ist ein Symbol für das, was wir in der Zukunft erreichen möchten", so Präsident Infantino.