FIFA begrüsst neuen Kommissionsbericht des Europarats zum Sport

  • Bericht mit Aufruf an Mitgliedsstaaten, Zuständigkeit der FIFA zur Regelung des Fussballtransfersystems anzuerkennen

  • Hinweis auf Bedeutung des neuen Vermittlerreglements

  • Bericht unterstützt das Projekt der FIFA zur Einrichtung einer Kinderschutzabteilung, die sich mit Fällen von Missbrauch im Sport befasst 

Der Ausschuss für Kultur, Wissenschaft, Bildung und Medien der Parlamentarischen Versammlung des Europarats hat heute den von Georg Foulkes verfassten Bericht „Fussballverwaltung: Wirtschaft und Werte“ verabschiedet, in dem die laufende FIFA-Reform des Transfersystems gewürdigt wird.

Der Bericht ruft die Mitgliedsstaaten des Europarats dazu auf, die globale Zuständigkeit der FIFA zur Regelung des Fussballtransfersystems anzuerkennen, einschliesslich des Erlasses von Vorschriften zum Schutz Minderjähriger, der Transparenz von Geldflüssen in Verbindung mit Transfers sowie eines vernünftigen Regelwerks für den Zugang zur und die Ausübung der Tätigkeit von Agenten oder Vermittlern.

In seinem Resolutionsentwurf hält der Bericht fest, dass die Versammlung grossen Wert auf die Reform des Transfersystems lege, einschliesslich neuer Regelungen zu Vermittlern, wie sie von der FIFA in Zusammenarbeit mit anderen Interessengruppen eingeleitet worden sei, und sie überzeugt sei, dass die Hauptziele dieser Reform gerechtfertigt seien: Sicherung von Transparenz bei Geldflüssen, Minderung vertraglicher Instabilität und Spekulation bei gleichzeitiger Festlegung zumutbarer Obergrenzen für bisweilen ungeheuerliche Vermittlerprovisionen, stärkere Umverteilung an ausbildende Vereine sowie besserer Schutz Minderjähriger vor Ausbeutung.

Vermittler

Bei den Vermittlern betont der Bericht die Bedeutung von Transparenz bei allen Geldflüssen im Zusammenhang mit internationalen Transfers und ruft die FIFA und andere Interessengruppen dazu auf, sich darauf zu verständigen, dass nicht nur die Provisionen, sondern auch alle Bearbeitungsgebühren von Vermittlern für internationale Transfers nach und nach über eine Abrechnungsstelle abgewickelt werden sollten und Vermittler und deren Tätigkeit darauf hin überprüft würden, ob die geltenden Vorschriften eingehalten würden.  

Ebenso unterstrichen wird die Bedeutung eines Verbots von Auswüchsen sowie die Begrenzung von Vermittlergebühren durch die Festlegung eines maximalen Anteils an der Bruttotransfersumme und/oder am Bruttogehalt, der diese Gebühren nicht überschreiten dürfe, sowie einer absoluten Obergrenze bei der Gesamtsumme, die freigebende Vereine bei Transaktionen an Vermittler zahlen dürften.

In seinen Erläuterungen betonte Georg Foulkes, dass die Vermittler Dreh- und Angelpunkt von Transfertransaktionen seien, indem sie für alle Parteien am Tisch sässen, aber vor allem für ein Kartell von Grossklubs tätig seien und Hunderte Millionen Euro, Dollar und Pfund in die eigene Tasche wirtschafteten, während die Spitzenklubs ihren Rang zu verteidigen versuchten, indem sie den Markt für aufstrebende und etablierte Stars monopolisierten.

Seit 2017 hat die FIFA getreu der Vision 2020–2023: ein wirklich globaler Fussball des FIFA-Präsidenten bereits viel unternommen, um das Transfersystem fairer und transparenter zu gestalten. So hat der FIFA-Rat schon drei Reformpakete verabschiedet. Ein Überblick über die wichtigsten Erfolge bei der Reform des Transfersystems ist hier zu finden.

 

Arbeitsreformen, Menschenrechte und Kinderschutz

Die FIFA nimmt die Forderungen nach weiteren Anstrengungen zum Schutz von Minderjährigen, zur Förderung von Frauen im Sport und zum Schutz der Menschenrechte zur Kenntnis.

Der Resolutionsentwurf lobt ferner den Beitrag, den die FIFA bei der Einleitung der laufenden Reform des Arbeitsrechts in Katar gespielt habe, sowie die Tätigkeit der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), der internationalen Gewerkschaften sowie von Nichtregierungsorganisationen in Katar.

Wie das geltende FIFA-Bewerbungsverfahren legt auch der Bericht grossen Wert auf die konsequente Durchsetzung der Menschenrechte in allen Ländern, die sich um Grossveranstaltungen im Fussball bewerben. Zudem befürwortet der Bericht eine unabhängige Sportaufsichtsstelle, an deren Gründung die FIFA derzeit arbeitet. So wurden kürzlich umfassende Konsultationen mit mehr als 230 Interessengruppen weltweit durchgeführt, die fachliche Einschätzungen und Beweise mit klaren Handlungsempfehlungen vorlegten.

Die Parlamentarische Versammlung des Europarats wird voraussichtlich Ende Januar 2022 über den Bericht abstimmen.