Duarte: "Senegal ist Favorit, aber alles ist möglich"

29. Aug. 2021
  • Bei der ersten Qualifikation für das Weltturnier warf Togo die Auswahl Senegals aus dem Rennen

  • 15 Jahre später sind die beiden Teams wieder in derselben Gruppe

  • Togo startet gegen Senegal und Namibia in die aktuelle WM-Qualifikation

Togo konnte sich erst einmal für die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ qualifizieren, nämlich für die Auflage von 2006 in Deutschland. Die Togolesen belegten damals mit 23 Punkten und zwei Punkten Vorsprung vor Senegal den ersten Platz in ihrer Qualifikationsgruppe. Am Ende hatten Sie aufgrund der Ergebnisse der direkten Zusammentreffen mit dem Rivalen die Nase vorn. In Lomé setzten sie sich mit 3:1 durch, in Dakar reichte es immerhin zu einem 2:2. Niemand hatte damals erwartet, dass Togo sich für die WM 2006 qualifizieren würde, vor allem, weil das Team gegen eine senegalesische Auswahl antrat, die bereits an der vorherigen Auflage (2002 in Korea/Japan) teilgenommen und dort das Viertelfinale erreicht hatte. 15 Jahre später hat das Los die beiden Teams wieder in dieselbe Gruppe katapultiert, und die Situation ist ganz ähnlich: Senegal hat nämlich an der letzten WM-Auflage in Russland teilgenommen, ist im Afrikanischen Nationen-Pokal 2019 bis ins Finale vorgestoßen und präsentiert sich im Vergleich zu Togo derzeit in Hochform. FIFA.com spricht mit Togos Trainer Paulo Duarte über diese kuriosen Übereinstimmungen. "Die Ereignisse von 2006 könnten für die mentale Einstellung der Spieler durchaus positiv sein, aber die Realität auf dem Platz ist eine andere. Togo befindet sich in einer Übergangsphase. In den letzten vier Jahren haben uns viele wichtige Spieler verlassen. Wir waren in ganz Afrika gefürchtet und haben in der Weltrangliste Platz 36 belegt, sind inzwischen aber auf Rang 133 abgerutscht", so der Trainer. "Eine Rückkehr Togos auf die vorderen Plätze wird nicht leicht sein. Dazu sind Zeit und viel Arbeit erforderlich. Die aktuelle senegalesische Auswahl ist doppelt so stark wie unsere. Auf jeden Fall ist das aktuelle togolesische Team weniger stark als die Mannschaft, die 2006 gegen Senegal gespielt und sich [für die WM] qualifiziert hat. So sieht die Lage in Wahrheit aus", fügt er hinzu.

Hart umkämpfte Gruppe

Togo muss in seiner Gruppe gegen Senegal, Kongo und Namibia antreten. Laut Paolo Duarte handelt es sich um eine "ausgeglichene Gruppe mit leichten Vorteilen für Senegal. Die senegalesische Mannschaft hat die Favoritenrolle und ist im Augenblick mit ihren vielen hochklassigen Spielern die beste Afrikas." "Auf dem Papier ist Senegal also der größte Anwärter in dieser Gruppe, wobei im Fussball alles möglich ist", warnt er. "Wir haben eine junge Mannschaft, der es noch an internationaler Erfahrung mangelt. Wir müssen noch mindestens zwei Jahre Arbeit investieren, um wieder auf dasselbe Niveau zu kommen wie vorher. Wir haben auf taktischer Ebene noch viel Arbeit vor uns, vor allem müssen wir noch Feinabstimmungen vornehmen und auch am psychologischen Aspekt arbeiten", so Duarte über die Situation seiner Schützlinge, die in Dakar gegen Senegal in die WM-Vorrunde starten und im zweiten Spiel Namibia empfangen.

Duartes Erfahrung wichtig für Togo

Paulo Duarte ist einer der erfolgreichsten Trainer in Afrika. Er hat mit Burkina Faso hervorragende Ergebnisse erzielt und das Land bis ins Halbfinale des CAF Afrikanischen Nationen-Pokals geführt. "Wir sind erst im Elfmeterschießen ausgeschieden. Das war wirklich hart", so der Portugiese rückblickend. "Meine Erfahrungen und meine Kenntnis des afrikanischen Fussballs sowie die taktischen Anforderungen, die ich an meine Spieler stelle, sind meine Markenzeichen als Trainer", meint Duarte mit Blick auf seine Erfahrung auf dem Kontinent. Was den Traum von einer zweiten WM-Qualifikation Togos angeht, fällt seine Antwort eindeutig aus: "Um ehrlich zu sein, ist unser Hauptziel die Qualifikation für den Afrika-Cup 2023, ein Turnier, von dem Togo jetzt zwei Auflagen verpasst hat [2019-2021]. Der Rest wird sich zeigen. Wir wissen, dass der Weg voller Risiken ist. Wir gehen ohne jeglichen Druck in die WM-Qualifikation, aber wir werden alles daransetzen, positive Ergebnisse zu erzielen." "Ich bin ein realistischer Trainer. Wir werden alle Partien mit großem Einsatz angehen, aber wir müssen mit beiden Beinen fest auf dem Boden bleiben", meint er zum Schluss.