Der Frauenfussball in Zentralasien ist nach der Pandemie wieder auf Kurs

22. Juni 2021
  • Der zentralasiatische Verband nutzt FORWARD-Mittel als Starthilfe für den Frauenfussball

  • Strenge Regeln sorgten vor, während und nach dem Turnier für 0 COVID-19-Fälle

  • Das Duell zwischen Usbekistan und der IR Iran wurde aufgrund der Tordifferenz entschieden.

Der zentralasiatische Fussballverband CAFA nutzt Gelder aus dem FIFA-Entwicklungsprogramm FORWARD, um den Frauenfussball wieder auf Kurs zu bringen. Nach zwei Jahren ohne Turniere, erzwungen durch die COVID-19-Pandemie, richtete der Verband nun seine U-20-Frauen-Meisterschaft aus, die am 18. Juni endete.

Die U-20-Auswahlteams aus Afghanistan, der IR Iran, Kirgisistan und Usbekistan reisten zu einem Fünf-Nationen-Turnier in die tadschikische Hauptstadt Dushanbe. Das sechste CAFA-Mitglied Turkmenistan konnte aufgrund von Reisebeschränkungen nicht teilnehmen.

"Alle haben den Fussball sehr vermisst und wir sind sehr froh, dass wir diese Veranstaltung ausrichten konnten", sagte CAFA-Präsident Rustam Emomali. "Wir versuchen, den Frauenfussball in unserer Region voranzubringen, denn es besteht enorm großes Potenzial."

CAFA-Generalsekretär Ulugbek Karimov fügte hinzu: "Die Unterstützung durch das FIFA-Entwicklungsprogramm FORWARD ist entscheidend. Ich denke, wir sollten mehr solche internationalen Turniere ausrichten, und wir hoffen, dass sich das Leben für die Menschen in unserer Region langsam wieder normalisiert. Wir halten unsere Wettbewerbe fast immer vor vollem Haus ab."

Alle Spiele wurden im Zentralstadion in Dushanbe ausgetragen, einer Spielstätte, die auch von der tadschikischen A-Nationalmannschaft für ihre Heimspiele genutzt wird. Aufgrund der COVID-19-Schutzmaßnahmen waren keine Zuschauer zugelassen. Das Turnier wurde unter strikter Einhaltung der lokalen medizinischen Vorschriften und der CAFA-Regeln für den Spielbetrieb durchgeführt. Alle Einrichtungen wurden vor und nach den Spielen gründlich desinfiziert, und die Teilnehmer und LOC-Mitglieder wurden regelmäßig auf ihre Temperatur und ihren Gesundheitszustand untersucht.

"Dieses Turnier bot den Mädchen endlich wieder eine Möglichkeit, zu spielen", sagte der Trainer Kirgisistans, Valerii Berezovskii. Im Vergleich zum Männerfussball haben die Mädchen weniger Spiele auf Nationalmannschaftsebene. Für viele Spielerinnen war es die erste Teilnahme an einem internationalen Turnier. Eine solche Veranstaltung ist eine wertvolle Gelegenheit, neue Leute zu treffen und alte Freunde wiederzusehen."

Für Usbekistans Trainer Ilkham Khanjariyev bot das Turnier zudem eine willkommene Gelegenheit, neue Spielerinnen auszuprobieren und taktisch zu experimentieren: "Unser Team ist jetzt zu fast 70 bis 80 Prozent bereit. Ich hoffe, dass wir für die Qualifikationsspiele für den AFC Asien-Pokal ein gut vorbereitetes Team haben werden. Wir möchten den Veranstaltern für die hervorragende Organisation und das herzliche Willkommen danken."

Das Turnier bot viel Spannung und Action. Das entscheidende Spiel zwischen den beiden Topfavoriten IR Iran und Usbekistan entpuppte sich als packendes Duell. Die Iranerinnen gingen durch Zohreh Erfani in Führung. Mit einem Doppelpack brachte Zarina Mamatkarimova dann Usbekistan in Führung, bevor Negin Zandi Dareh Gharibi, die später zur besten Spielerin des Turniers gewählt wurde, den Ausgleich erzielte.

Da Usbekistan und die IR Iran mit jeweils zehn Punkten gleichauf lagen, entschied die Tordifferenz über den Turniersieg. Usbekistan landete auf dem ersten Platz und die IR Iran auf dem zweiten. Kirgisistan belegte den dritten Platz, Afghanistan und Tadschikistan vervollständigten die Rangliste. Die usbekische Stürmerin Jasmina Abduganieva wurde Torschützenkönigin.

"Unser Team ist sehr glücklich, dass wir nach langer Zeit endlich an einem internationalen CAFA-Turnier teilnehmen konnten", sagte die siegreiche Spielführerin Tojinisokhon Rashidova. "Alle Gegner haben unseren Respekt verdient, und unabhängig von den Ergebnissen haben wir bei jedem Spiel etwas Neues gelernt. Für Spielerinnen in unserem Alter sind solche Erfahrungen unschätzbar wertvoll."

Der zentralasiatische Verband CAFA plant auch weiterhin den Einsatz von Geldern aus dem FIFA-Entwicklungsprogramm FORWARD. 2021 sind noch vier weitere Turniere geplant, nämlich zwei für Mädchen in den Altersklassen U-17 und U-23 im Juli sowie zwei für Jungen in den Altersklassen U-15 und U-18 im weiteren Verlauf des Jahres.

In Tadschikistan hat die FIFA-Abteilung für Frauenfussball zwei Entwicklungsprojekte verabschiedet, für die Gelder für den Frauenfussball aus dem FIFA COVID-19-Hilfsplan eingeplant sind.

Finanzielle Mittel bis zu USD 50.000 werden für einen Plan zur Entwicklung der Liga eingesetzt, mit potenzieller Unterstützung eines technischen Experten für zwei Jahre. Weitere USD 10.000 fließen in eine Kampagne für den Frauenfussball. Beide Projekte wurden vom Mitgliedsverband aus acht Entwicklungsprogrammen ausgewählt, die im September 2020 von der FIFA gestartet wurden.

Auch in Kirgisistan wird eine weitere Frauenfussball-Kampagne unterstützt. Derzeit werden auch in diesem Land Pläne für die Einführung einer U-13-Liga ausgearbeitet.