Dienstag 02 August 2016, 00:46

Chinas Torjägerin Shanshan peilt Auftaktsieg an

Das Team der VR China startet mit reichlich Vorschusslorbeeren in das Olympische Fussballturnier der Frauen von Rio 2016. Die Hoffnungen ruhen dabei zu einem Großteil auf Torjägerin Wang Shanshan. Die 26-jährige Angreiferin aus Tianjin hat dem Team schon mehrfach mit wichtigen Toren Erfolge beschert. Bei der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Kanada 2015™ trug sie im letzten Gruppenspiel mit einem Treffer zum 2:2-Unentschieden gegen Neuseeland bei, das den Chinesinnen den Einzug ins Achtelfinale sicherte. Hier erzielte sie dann den einzigen Treffer der Partie zum 1:0-Sieg gegen Kamerun.

Auch beim Olympia-Qualifikationsturnier der AFC im März war Shanshan im entscheidenden Moment zur Stelle, erzielte das Siegtor gegen die Republik Korea und bescherte den Chinesinnen damit das Ticket nach Rio. Beim 3:0-Sieg in einem Vorbereitungsspiel gegen Simbabwe trug sie sich vor einigen Tagen erneut in die Torschützenliste ein. Kein Wunder also, dass die chinesischen Fans auch im Auftaktspiel gegen Gastgeber Brasilien am Mittwoch auf die Torgefährlichkeit der Stürmerin setzen.

Shanshan selbst allerdings hat noch mehr Ziele, als den Ball im Netz unterzubringen. "Seit der FIFA Frauen-WM im vergangenen Jahr und der Olympia-Qualifikation bin ich durchaus selbstbewusster geworden", sagte sie gegenüber FIFA.com. "Aber ich muss mich läuferisch noch steigern und härter um den Ball kämpfen. Außerdem will ich meine Spielübersicht und mein Passspiel weiter verbessern."

"Wir sind sehr stolz darauf, bei den Olympischen Spielen anzutreten", so Shanshan weiter. "Wir wollen gute Ergebnisse holen und uns beweisen. Aber es gibt durchaus eine Kluft zwischen uns und den Spitzenteams. In den Partien gegen die besten Teams der Welt müssen wir uns darauf konzentrieren, uns zu verbessern."

Rückkehr auf die Position der Torjägerin Bei der Rückkehr der Chinesinnen auf die WM-Bühne und dem Vorstoß bis ins Viertelfinale von Kanada war Shanshan die einzige echte Stürmerin im Team. Auch unter dem neuen Nationaltrainer, dem Franzosen Bruno Bini, ist sie Stammspielerin im Angriff. Angesichts der enormen Torgefahr, die von ihr ausgeht, mag man kaum glauben, dass sie früher in der Innenverteidigung der Nationalmannschaft spielte und erst einen Monat vor dem Turnier in Kanada vom damaligen Trainer Hao Wei nach vorn beordert wurde.

Shanshan füllte ihre neue Rolle allerdings von Beginn an mit Bravour aus. In der Folgezeit blühte sie auf dieser Position regelrecht auf und trug mit schöner Regelmäßigkeit wichtige Länderspieltore bei. Wer allerdings ihre Vereinskarriere etwas genauer verfolgt hatte, konnte von ihrem Erfolg im Angriff kaum überrascht sein. Denn Shanshan hatte schon vorher für Tianjin im Sturm gespielt und die Saison 2014 mit der mehr als beeindruckenden Bilanz von 38 Treffern beendet.

Somit ist sie also in der Nationalmannschaft auf eine Position gerückt, die sie im Verein schon lange erfolgreich ausgefüllt hatte. "Meine Schnelligkeit gehört zu meinen großen Stärken", so ihre Selbsteinschätzung. "Außerdem kann ich ziemlich hoch springen und dann Tore per Kopf erzielen. Meine Lieblingsspieler sind (Lionel) Messi und (Luis) Suárez. Sie bleiben immer ruhig und vergeben nur wenige Chancen. Ich bewundere ihre herausragenden Torjägerqualitäten. Messi spielt zudem selbstlos und bereitet mit seinen Vorlagen oft gute Torchancen für seine Teamkameraden vor."

Binis Amtszeit als chinesischer Coach begann mit der erfolgreichen Qualifikation der Chinesinnen und der Rückkehr auf die olympische Bühne. Für Shanshan steht fest, dass der Franzose für viel frischen Wind sorgt. "Unter Trainer Bini wächst unser Selbstvertrauen", meint sie. "Jeden Tag bringt er uns etwas Neues bei. Oft stimmt er uns mit einen Motto oder auch mit einem Gedicht auf unsere Aufgaben ein. Und wir haben einen neuen Teamsong, mit dem wir in das nächste Turnier starten. Unter seiner Führung wächst der mannschaftliche Zusammenhalt und der Teamgeist wird besser."

Bini hat als Ziel den Gewinn einer Medaille in Rio ausgegeben. Shanshan selbst konzentriert sich lieber darauf, ihre internationale Erfahrung zu steigern. "Unsere Mannschaft ist noch recht jung. Zu Beginn der letzten WM war die Anspannung in unserem Team noch viel größer. Doch mit viel Training und unseren erfolgreichen Spielen haben wir besser zusammengefunden und sind jetzt viel entspannter. Natürlich peilen wir gute Ergebnisse an, doch noch mangelt es uns an Erfahrung. Wir müssen noch viel lernen und uns weiter steigern."

Verwandte Dokumente