Carlos Espínola und die Zuversicht Paraguays

  • Carlos Espínola zählt zu den ältesten Spielern bei der FIFA Futsal-WM

  • Litauen 2021 ist bereits seine vierte WM-Endrunde

  • Espínola hebt die starke Form seines Teams hervor und ist voller Zuversicht

"Wenn ich einen Favoriten nennen müsste, dann wäre es Paraguay. Ich sage den Leuten bei mir zu Hause, dass sie uns vertrauen können. Wir haben uns gut vorbereitet. Sie sollen uns die ganze Zeit unterstützen, denn wir werden für Aufsehen sorgen bei dieser WM."

Mit diesen eindeutigen Worten endete das Interview mit Carlos Espínola, dem 40-jährigen Torhüterroutinier der paraguayischen Auswahl. Zuvor hatte er FIFA.com erzählt, wie er seine vierte WM angehen wird, von seinen ehrgeizigen Zielen in Litauen gesprochen und auch davon, in welch starker Form die Auswahl Paraguays gegenwärtig ist.

Die Erfahrung spricht

Als einer der ältesten Spieler bei der FIFA Futsal-Weltmeisterschaft Litauen 2021™ weiß er durchaus, dass seine Meinung zählt. Man wird auf ihn hören als Vertreter der paraguayischen Auswahl und seine Worte lassen keine Zweifel offen: "Paraguay tritt hier mit der besten Mannschaft und auch in der besten Form an im Vergleich zu den anderen WM-Turnieren. Wir haben eine sehr starke Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern."

Wenn man ihn so überzeugend reden hört, fragt man natürlich, warum er sich so über sein Team äußert: "Für gewöhnlich hatten wir bei diesen Turnieren immer körperliche Nachteile. Wir haben uns jedoch über viele Monate gut vorbereiten können und deswegen glaube ich, dass diese Weltmeisterschaft anders wird. Wir reisen in starker Form an", betont er nochmals.

Die Physis ist ein Aspekt, auf den Paraguay besonders geachtet hat, nachdem man in Kolumbien 2016 im Viertelfinale ausgeschieden war. Dort hatte man nur wenige Sekunden vor dem Sechsmeterschießen noch einen bitteren Treffer der IR Iran hinnehmen müssen. "Vor diesem Spiel hatten wir schon viele Verletzte, was nicht zuletzt auf unsere körperlichen Defizite zurückzuführen war. Jetzt sind wir viel besser vorbereitet und werden weiter als in Kolumbien kommen." Als man ihn fragt, ob dies das Turnier Paraguays werden könne, antwortet er sehr direkt: "Ja, ich bin voller Zuversicht. Ich gehe davon aus, dass wir bis zum letzten Tag bleiben."

BANGKOK, THAILAND - NOVEMBER 07: Goalkeeper Carlos Espinola of Paraguay celebrates after winning the FIFA Futsal World Cup Group A match between Paraguay and Thailand at Indoor Stadium  Huamark on November 7, 2012 in Bangkok, Thailand.  (Photo by Lars Baron - FIFA/FIFA via Getty Images)

Optimale Vorbereitung

Es gibt einen weiteren Aspekt, der in den letzten Monaten der Vorbereitung für Paraguay spricht: Ein großer Teil der Auswahl spielt in der heimischen Liga, was für Auswahltrainer Carlos Chilavert sehr vorteilhaft war: "Wir haben im November des vergangenen Jahres mit einer Neuausrichtung nach der Pandemie begonnen und dieses Jahr haben wir das Ganze noch einmal intensiviert und täglich trainiert. Wir hatten sechs wichtige Vorbereitungsmonate und dem Trainer stand immer das komplette Team zur Verfügung", erzählt er.

Nach dieser guten Vorbereitung sind die Routiniers gefragt, für das Team zu arbeiten. Da im paraguayischen Kader acht WM-Neulinge stehen, kommt den erfahrenen Spielern eine bedeutende Rolle zu: "Ich bin der Spieler mit der größten Erfahrung und unsere Aufgabe besteht nun darin, die Gruppe davon profitieren zu lassen. Der ganze Druck sollte auf den erfahrenen Spieler liegen, so dass die Jungen bei ihrer ersten Weltmeisterschaft befreit aufspielen und ihr ganzes Potenzial zeigen können."

Die Weltmeisterschaft dürfte alles andere als leicht für Paraguay werden, denn schon am Dienstag geht es zum Auftakt gegen Spanien, den Weltmeister von 2000 und 2004 und einen der großen Rivalen: "Wir haben gleich am Anfang das schwerste Spiel und müssen perfekt vorbereitet sein. Nur wenn alles passt, werden wir sie besiegen können. Wir wissen, dass es sehr schwer wird", betont er.

Schwieriger Start

Zwei Freundschaftsspiele gegen Europameister Portugal waren ein guter Prüfstein für das Duell mit Spanien. "Wir haben zwar beide Spiele wegen einiger Kleinigkeiten verloren, aber wichtige Schlüsse ziehen können", erklärt er zuversichtlich und lässt dann keinen Zweifel an den Qualitäten seiner Auswahl: "Unser wichtigstes Merkmal ist die garra guaraní, unser besonderer Kampfgeist, der in der paraguayischen DNA eingebettet ist. Wir jagen jedem Ball hinterher, wir kämpfen aufopferungsvoll darum und wir werfen uns für unseren Mitspieler ins Geschehen. Das wird kein leichtes Spiel für Spanien."

Espínola zählt auch zu denen, die eine besonders ausgeglichene Weltmeisterschaft erwarten und weiß, dass Paraguay davon profitieren wird: "Bei der Weltmeisterschaft in Kolumbien wurde klar, dass jede Auswahl jede besiegen kann Bei dieser Weltmeisterschaft wird es genauso sein", versichert er.

Carlos Espínola über andere Torhürt der WM

Ein sehr kompletter Torhüter. Er ist auf dem Platz präsent und eine starke Persönlichkeit. Er pariert nicht nur hervorragend, sondern dirigiert auch sein Team. Das gefällt mir sehr gut an ihm. Über Spaniens Torhüter Juanjo 

Ich hatte die Gelegenheit, viele Spiele gegen ihn zu bestreiten, in denen wir leider oft unterlegen waren. Er hat sich immer weiter entwickelt und bei der letzten WM war er einer der überragenden Akteure. Abseits des Platzes ist er ruhig und ausgeglichen, aber im Spiel ist er allgegenwärtig. Über Argentiniens Torhüter Nico Sarmiento

Ich muss ihn einfach erwähnen. Seit Jahren mein Gefährte in so vielen Schlachten. Seit der WM in Thailand 2012 spielen wir in der Auswahl. Einmal ist er an der Reihe, dann stehe ich wieder im Tor, je nachdem, wer gerade besser in Form ist. Aus einem gesunden Konkurrenzkampf wurde eine starke Freundschaft, auch abseits des Platzes. Über Gabriel Giménez, Torhüter Paraguays und Mitspieler von Espínola

CALI, COLOMBIA - OCTOBER 01:  Nicolas Sarmiento of Argentina poses with the goalkeeper award and the World Cup trophy after the FIFA Futsal World Cup final between Russia and Argentina at Coliseo el Pueblo on October 1, 2016 in Cali, Colombia.  (Photo by Alex Caparros - FIFA/FIFA via Getty Images)