Arabische Nationen ernten die Früchte ihrer Entwicklungsarbeit für den Frauenfussball

7. Sept. 2021
  • Am Montag endete der dritte Arabien-Cup der Frauen

  • Jordaniens Triumph unterstreicht die bemerkenswerten Fortschritte der vergangenen Jahre

  • Das Turnier bot eine hervorragende Gelegenheit zur Vorbereitung auf die Qualifikationsspiele für die FIFA Frauen-WM 2023

Der Frauenfussball ist zwar nicht die beliebteste Sportart in der arabischen Welt, hat aber in den vergangenen Jahren zahlreiche talentierte Spielerinnen hervorgebracht, von denen viele beim Arabien-Cup der Frauen 2021 in Ägypten glänzten. Die dritte Auflage des regionalen Turniers ging am Montag zu Ende, wobei Jordanien zum ersten Mal den Sieg feiern konnte. Der Höhepunkt des Wettbewerbs fiel mit dem ersten Jahrestag der Gründung des FIFA-Programms zusammen, das es den Verbänden ermöglicht, zusätzliche Ressourcen und Fachwissen für die Entwicklung des Frauenfussballs auf nationaler Ebene abzurufen. Zahlreiche Verbände auf der ganzen Welt haben bereits von dieser Initiative profitiert. Samar Nassar, Mitglied des jordanischen Fussballverbands und Präsidentin des Organisationskomitees des Turniers, sprach mit FIFA.com über die Bedeutung der Teilnahme von Nationalteams an dem Turnier und den Auswirkungen auf die Entwicklung des Frauenfussballs. "Der Arabien-Pokal der Frauen gibt vielen arabischen Spielerinnen Hoffnung, dass sich die nationalen Verbände künftig noch stärker für den Sport interessieren", sagte sie. "Wir hoffen, dass das Turnier die Entwicklung des Frauenfussballs weiter vorantreibt und eine solide Grundlage für die arabischen Nationalmannschaften schafft. Wir sind uns der positiven Auswirkungen des Turniers sehr bewusst. Wir spüren den Enthusiasmus der Spielerinnen, die diesen Wettbewerb als wichtigen Ausgangspunkt sehen, um ihre Hoffnungen und Träume von weiteren Verbesserungen im Frauenfussball zu verwirklichen."

Jordanien im Aufwind Seit der Ausrichtung der FIFA U-17-Frauen-WM 2016 in Jordanien hat der Frauenfussball in dem Land enorme Fortschritte gemacht. Der denkwürdige Sieg gegen Tunesien (mit mehreren in Europa aktiven Profispielerinnen) im Finale des Arabien-Pokals der Frauen ist der verdiente Lohn für die geleistete Arbeit. Die Ernennung des portugiesischen Trainers David Nascimento zu Beginn dieses Jahres hat sich ebenfalls als Schlüssel zum Erfolg Jordaniens erwiesen. Dem ehemaligen Verteidiger von Utrecht ist es gelungen, eine Reihe von Spielerinnen, die bereits bei der FIFA U-17-Frauen-WM vor fünf Jahren erfolgreich waren, mit einer Handvoll anderer erfahrener Köpfe zu vereinen, allen voran Maysa Jbarah, die als Profi in Frankreich spielt und im Finale den Siegtreffer erzielte. Nun wartet eine neue Herausforderung auf Nascimentos Schützlinge: In wenigen Wochen beginnt die Qualifikation für den AFC Asien-Pokal der Frauen 2022, bei dem sie in Gruppe G auf die IR Iran und Bangladesch treffen. Gestärkt durch den Sieg in Ägypten hoffen die Jordanierinnen, zum dritten Mal in Folge an dem kontinentalen Turnier teilzunehmen und ihr Ziel zu erreichen, sich zum ersten Mal in ihrer Geschichte für die FIFA Frauen-WM™ zu qualifizieren.

Starke afrikanische Präsenz Die afrikanischen Nationen zeigten bei dem Turnier durchweg starke Leistungen, wobei drei Mannschaften des Kontinents die K.o.-Runde erreichten: Gastgeber Ägypten und Tunesien setzten sich in Gruppe A gegen Libanon und Sudan durch, während Algerien die Gruppe B vor Jordanien und Palästina gewann. Für die Sudanesinnen war das Eröffnungsspiel gegen Ägypten gleichzeitig ihr internationales Debüt. Trotz der drei Niederlagen in Gruppe A zeigte das unerfahrene sudanesische Team einige positive Momente, auf denen man für die Zukunft aufbauen kann. "Nachdem die neue nationale Liga zwei Spielzeiten absolviert hatte, wurde beschlossen, eine Nationalmannschaft zu gründen, nachdem sich einige wirklich gute Spielerinnen herauskristallisiert hatten", so Mervat Hussein, Vorstandsmitglied des sudanesischen Fussballverbands und Leiterin der Frauenfussballkommission ihres Landes. "Das Ziel war es, auf regionaler und globaler Ebene vertreten zu sein und an afrikanischen, arabischen und internationalen Turnieren teilzunehmen."

Weiter auf Wachstumskurs Alle am Arabien-Pokal der Frauen beteiligten Teams nutzten die Veranstaltung, um sich auf ihre bevorstehenden Qualifikationsspiele für die Frauen-WM 2023 vorzubereiten. Die Begegnung zwischen Ägypten und Tunesien in der Gruppenphase wird in der ersten Runde der Qualifikation für den CAF Afrikanischen Nationen-Pokal der Frauen 2022 wiederholt, bei dem vier Tickets für Australien und Neuseeland 2023 vergeben werden. In der gleichen Runde trifft Algerien auf Sudan. "Dies ist für uns eine gute Gelegenheit, uns bestmöglich auf die Asien-Qualifikation vorzubereiten", sagte Libanons Trainer Wael Gharzeddine, dessen Spielerinnen in Gruppe D mit Myanmar, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Guam spielen und sich erstmals für den AFC Asien-Pokal der Frauen qualifizieren wollen. Palästina konnte sich in Ägypten ebenfalls gut behaupten und trifft in der Qualifikation für Indien 2022 in Gruppe H auf Thailand und Malaysia.

Die Ergebnisse

Gruppe A Ägypten – Sudan 10:0 Tunesien – Libanon 0:0 Sudan – Tunesien 1:12 Libanon – Ägypten 0:4 Ägypten – Tunesien 2:2 Libanon – Sudan 5:1 Gruppe B Jordanien – Algerien 1:3 Algerien – Palästina 4:1 Palästinä – Jordanien 1:4 Halbfinale Ägypten – Jordanien 2:5 Algerien – Tunesien 2:2 (3:4 im Elfmeterschießen) Finale Jordanien – Tunesien 1:0