Al Ahly will die Wende schaffen

Falls Rekordtitelträger Al Ahly in dieser Saison seine beeindruckende Trophäensammlung noch um den neunten Titel in der afrikanischen Champions League erweitern will, muss die Mannschaft schnellstens Boden gutmachen. Nach zwei Spieltagen in der Gruppenphase weist das Punktekonto des Kairoer Spitzenklubs nach zwei unerwarteten Niederlagen gegen Zesco United und ASEC Mimosas noch keinen einzigen Zähler auf. Doch die Roten Teufel haben an diesem Wochenende die Chance, mit einem Sieg gegen das formstarke Team von Wydad Casablanca in der Tabelle Boden gut zu machen.

Die beiden Bestplatzierten aus jeder Gruppe qualifizieren sich für das Halbfinale. Der Titelgewinner wird Afrika schließlich bei der FIFA Klub-Weltmeisterschaft Ende des Jahres in Japan vertreten.

Al Ahly unter Druck Anfang der Woche wurde Al Ahly aufgrund des Fehlverhaltens seiner Fans, die bei der Heimniederlage gegen ASEC Mimosas Pyrotechnik zündeten, mit einer Geldstrafe belegt. Doch die Mannschaft geht zuversichtlich in das so wichtige Heimspiel gegen den Tabellenführer aus Marokko. Denn binnen einer Woche feierte das Team des niederländischen Trainers Martin Jol mit dem Remis gegen Erzrivalen Zamalek den Gewinn der ägyptischen Meisterschaft und siegte zudem im Pokal mit 2:1 gegen Haras El-Hdoud.

Dabei musste Al Ahly im Pokal auf den hochtalentierten Mittelfeldspieler Ramadan Sobhi sowie auf Angreifer Malik Evouna verzichten, dessen Transfer nach China gegen Zahlung einer hohen Ablösesumme in dieser Woche bestätigt wurde. Damit wird er beim Spiel in der Champions League höchstwahrscheinlich nicht mehr zur Verfügung stehen. Sobhi befindet sich ebenfalls in Verhandlungen über einen Transfer ins Ausland und könnte bei Anstoß der Partie am Samstag im Stadion Borg el-Arab in Alexandria bereits in England sein.

"Ich habe die Taktik geändert und auf zwei Stürmer umgestellt. Dafür kommen wir mit etwas weniger Druck über die Flügel", erklärt Jol die Veränderungen in der letzten Begegnung, ohne sich jedoch bei der Aufstellung für die kommende Partie gegen Wydad in die Karten schauen zu lassen. Das Team aus Casablanca, das von Liverpool-Legende John Toshack – ehemals Trainer von Real Madrid sowie der walisischen Nationalmannschaft – betreut wird, setzte sich in der letzten Runde gegen den fünfmaligen Champion TP Mazembe durch und musste in der Gruppenphase bis dato noch keinen Gegentreffer hinnehmen.

In der anderen Partie der Gruppe A reist der ivorische Vertreter ASEC Mimosas, der am vergangenen Spieltag überraschend mit 2:1 bei Al Ahly gewann, zu Zesco United nach Sambia. Beide Teams haben drei Punkte auf dem Konto, nachdem sie jeweils gegen Al Ahly gewonnen und gegen Wydad verloren haben.

In der letzten Begegnung der sambischen Liga musste sich Zesco mit einem 1:1-Unentschieden gegen die Mufulira Wanderers begnügen. Jesse Were, der bislang beste Torjäger, erzielte dabei kurz vor der Pause den Ausgleich. Der kenianische Stürmer hat in der diesjährigen Champions League bereits zwei Tore auf seinem Konto. Auf ihm dürften nun auch gegen Mimosas die Hoffnungen von Trainer George Lwandamina ruhen.

Die Gäste reisen mit einem 1:0-Sieg gegen AS Denguele im Rücken zum Aufeinandertreffen ins Levy Mwanawasa Stadium in Ndola. Nach diesem Erfolg liegt ASEC Mimosas in der ivorischen Liga weiterhin acht Punkte hinter Spitzenreiter Tanda zurück, hat jedoch ein Spiel weniger ausgetragen. Für Trainer Siaka Traore kam der Erfolg nach zuvor vier sieglosen Spielen genau zur richtigen Zeit. "Wir wollen Punkte aus Sambia mitnehmen. Auswärts können wir befreit und ohne Druck aufspielen. Es wird sicherlich nicht einfach für uns, aber wir werden alles geben, um ein gutes Ergebnis zu erzielen und unsere Chancen auf den Einzug ins Halbfinale zu wahren."

Sundowns und Zamalek mit guter Ausgangsposition In Gruppe B sind nur noch drei Mannschaften im Rennen, nachdem ES Setif aufgrund von Zuschauerausschreitungen bei der Heimniederlage gegen die Mamelodi Sundowns vom Wettbewerb ausgeschlossen wurde. Die Mannschaft aus Südafrika reist nun erneut in den Norden des Kontinents, um mit Zamalek die Kräfte zu messen. Die Weißen Ritter haben ihre Auftaktpartie in Nigeria gegen Enyimba gewonnen. Auch die Sundowns konnten gegen den nigerianischen Vertreter drei Punkte einfahren, sodass nun beide mit einem entsprechenden Resultat das Tor zum Halbfinale weit aufstoßen können.

Im Gegensatz zu den Sundowns, deren letzte Ligapartie im Mai stattfand, ist Zamalek auf nationaler Ebene noch voll gefordert. Am vergangenen Wochenende trennte sich das Team mit einem Unentschieden von Al Ahly und bezwang anschließend Ittihad El-Shorta im ägyptischen Pokal. Gleichwohl sind die Spieler der Sundowns zuversichtlich, auch in Kairo bestehen zu können.

"Die Gruppe besteht jetzt nur noch aus drei Mannschaften, von denen sich zwei für das Halbfinale qualifizieren werden. Wir haben aktuell drei Punkte auf dem Konto, sodass ein Sieg gegen Zamalek eine kleine Vorentscheidung bringen könnte. Wir haben den Gegner bei einigen Spielen beobachtet. Sie lassen den Ball schnell laufen, sind bei Standardsituationen sehr gefährlich und spielen ein starkes Pressing. Doch wir werden gut vorbereitet in die Partie gehen. Wir müssen vor allem darauf achten, keine Standardsituationen zuzulassen", so Mittelfeldspieler Themba Zwane gegenüber einheimischen Medien.