Afrika startet in die Qualifikation für die FIFA Frauen-WM 2023

19. Okt. 2021
  • Afrika ist der dritte Kontinent, in dem die Qualifikation für Australien & Neuseeland 2023 beginnt

  • In drei Qualifikationsrunden werden vier direkte WM-Teilnehmer ermittelt

  • Am ersten Spieltag beherrscht das Duell zwischen dem elfmaligen Afrikameister Nigeria und Ghana die Schlagzeilen

Die Qualifikation für die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Australien/Neuseeland 2023 in Afrika wird anders als jede zuvor ablaufen.

Lange Zeit waren Nigeria und Ghana die unangefochtenen Spitzenteams in Afrika, doch wie in vielen anderen Teilen der Welt ändern sich auch im afrikanischen Frauenfussball die Zeiten schnell. So schaffte Äquatorial-Guinea den Durchbruch bei der Qualifikation für Deutschland 2011, Kamerun und die Elfenbeinküste gelang dies vier Jahre später, und Südafrika setzte den Trend bei Frankreich 2019 fort.

Dieses Mal dürfte es zu einem besonders heißen Kampf um die vier direkten Tickets kommen, eines mehr als bei der letzten Frauen-WM. Insgesamt nehmen 32 Nationen an dem erweiterten Turnier in Australien und Neuseeland teil.

In der ersten Qualifikationsrunde, die größtenteils am Mittwoch stattfindet, treten 44 Nationen an. Nach den Rückspielen in der kommenden Woche wird die Liste der Aspiranten für 2023 um die Hälfte geschrumpft sein, wobei das Format keinen Spielraum für Fehler lässt. Marokko ist als Gastgeber der nächsten Kontinentalmeisterschaft ebenfalls im Rennen dabei, so dass insgesamt die Rekordzahl von 45 Nationen antritt.

CAF-Qualifikation für die FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2023

Runde 1 22 Heim- und Auswärtsspiele 20. bis 26. Oktober

Runde 2 11 Heim- und Auswärtsspiele Daten noch offen

CAF Afrikanischer Nationen-Pokal der Frauen Gastgeber Marokko und die elf siegreichen Teams der Runde 2 2. bis 23. Juli 2022

Die besten vier Teams der Afrikameisterschaft qualifizieren sich direkt für Australien/Neuseeland 2023. Zwei weitere Nationen nehmen am interkontinentalen Playoff-Turnier teil.

CAF Women’s Africa Cup of Nations Morocco 2022 draw

Die vertrauten Namen

Ausgerechnet Nigeria und Ghana wurden in der Runde 1 als direkte Gegner ausgelost. Das Duell zwischen diesen beiden Nationen ist das Highlight dieser Runde. Zusammen bringen es beide Teams auf elf Teilnahmen an Frauen-Weltmeisterschaften. Nigeria hat noch keine Auflage verpasst. Doch nach dem Rückspiel am Sonntag in Accra wird nur noch eines der beiden Teams im Rennen sein. Der erfahrene amerikanische Trainer Randy Waldrum führt das nigerianische Team, das nach einem relativ arbeitsreichen Jahr 2021 alle seine Starangreiferinnen zur Verfügung haben wird, allen voran die für Barcelona spielende Asisat Oshoala.

Kamerun spielte sich mit starken Leistungen bei der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft Kanada 2015 ins weltweite Rampenlicht. Das Team verlangte dem damaligen Weltmeister Japan alles ab und verlor nur knapp. Im letzten Gruppenspiel gelang dann ein verdienter Sieg gegen die Schweiz und damit der Einzug in die zweite Runde. Starstürmerin Gaelle Enganamouit steht nicht mehr zur Verfügung, doch das Team geht optimistisch in das Duell gegen den Nachbarn aus der Zentralafrikanischen Republik. In Runde 2 wäre der Gegner dann der Sieger des Duells zwischen Sierra Leone und Gambia.

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Die neueren Namen

Südafrika war in der Qualifikation für Kanada 2015 nur ganz knapp gescheitert. Vier Jahre später waren die Südafrikanerinnen dann erstmals auf der größten Bühne des Frauenfussballs dabei. Banyana Banyana zeigte in Frankreich durchaus respektable Leistungen. Das Jahr 2021 war indes eher durchwachsen. Zwar gab es einen bemerkenswerten Sieg gegen Nigeria, kurz danach aber auch eine ungewohnte Niederlage bei der COSAFA-Meisterschaft.

Kaum jemand hatte erwartet, dass Sambia beim jüngsten Olympischen Fussballturnier der Frauen für Furore sorgen würde, doch die Copper Queens boten Brasilien einen harten Kampf und hatten Pech, dass sie nur ein Unentschieden gegen die VR China erreichten. Stürmerin Barbra Banda etablierte sich mit ihren sechs Toren als neuer Weltstar, nachdem die 21-Jährige in der chinesischen Liga bereits Torschützenkönigin geworden war. Sambia steht jedoch vor einem schweren Auftaktspiel gegen Malawi, das jüngst gegen Südafrika siegte.

Tansania kann zwar nicht auf eine lange Geschichte zurückblicken - 2011 nahmen sie zum einzigen Mal am CAF Afrikanischen Nationen-Pokal der Frauen teil -, doch die Twiga Stars gelten aufgrund ihrer jüngsten Form als vielversprechender Außenseiter. Die Ostafrikanerinnen nahmen als Gast an der COSAFA-Meisterschaft teil und setzten sich im Halbfinale gegen Sambia durch, bevor sie schließlich Südafrikas lange Vorherrschaft bei diesem Turnier beendeten.