Media Release

Federation Internationale de Football Association

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IFAB-Jahresgeschäftssitzung für Empfehlung zur dauerhaften Einführung einer Option für fünf Auswechslungen

25. Nov. 2021

Die heutige Jahresgeschäftssitzung des International Football Association Board (IFAB) setzte ein klares Zeichen für das Wohlbefinden der Spieler, indem sie der IFAB-Jahresversammlung im März 2022 empfiehlt, im Spitzenfussball die Option für fünf Auswechslungen pro Team dauerhaft einzuführen. Weitere Themen bei der Jahresgeschäftssitzung, die unter der Leitung der FIFA virtuell durchgeführt wurde, waren Tests mit Auswechslungen bei Gehirnerschütterungen sowie aktuelle Informationen zu Innovationen bei Systemen mit Video-Schiedsrichterassistenten (VAR). Aufgrund der weltweiten Folgen der COVID-19-Pandemie auf den Fussball hatte der IFAB im Mai 2020 eine vorübergehende Änderung an Regel 3 – Spieler beschlossen. Die Änderung, die auf einen Antrag der FIFA zum Schutz der Gesundheit der Spieler zurückgeht, bietet allen nationalen und internationalen Wettbewerben der obersten Stufe die Möglichkeit, pro Team und Spiel bis zu fünf Auswechslungen zuzulassen. Die Änderung wurden angesichts der aktuellen Lage mehrfach verlängert, zuletzt für alle bis zum 31. Dezember 2022 endenden Spitzenwettbewerbe.

Der IFAB-Vorstand stellte sich heute hinter die von den Fussball- und Technik Beratungsgremien am 27. Oktober 2021 abgegebene Empfehlung, nachdem mehrere Konföderationen, Verbände, Ligen und andere wichtige Interessengruppen eine dauerhafte Aufnahme dieser Option in die Spielregeln (ab Ausgabe 2022/23) beantragt hatten. Gemäß Beschluss des Vorstands sollen die Wettbewerbe unter Berücksichtigung ihrer jeweiligen Bedürfnisse selbst über eine Erhöhung der Anzahl Auswechslungen entscheiden, wobei das bestehende Kontingent von Auswechselgelegenheiten (drei plus Halbzeit) bestehen bleibt. Definitiv entschieden wird bei der nächsten IFAB Jahresversammlung am 4. und 5. März 2022 in Zürich (Schweiz).

Präzisierungen für Regeln 2022/23

Erörtert wurden auch Präzisierungen für die nächste Ausgabe der Spielregeln, u. a. dass ein Torhüter vor einem Strafstoß/Elfmeter auf der Torlinie stehen muss, aber nicht bestraft wird, wenn er im Moment der Ausführung des Strafstoßes/Elfmeters mit einem Fuß hinter der Torlinie steht.

Verlängerung der Tests mit Auswechslungen bei Gehirnerschütterungen

Des Weiteren wurden die Mitglieder über die ersten Ergebnisse der weltweiten Tests mit zusätzlichen dauerhaften Auswechslungen bei Gehirnerschütterungen informiert. Obwohl sich seit Beginn der Tests im Januar 2021 schon über 100 Wettbewerbe beteiligt haben, wurden erst sehr wenige Gehirnerschütterungen gemeldet.

Auf Empfehlung der Fussball- und Technik-Beratungsgremien wurde beschlossen, die Tests über den ursprünglichen Zeithorizont hinaus (August 2022) um ein weiteres Jahr zu verlängern und den Fokus darauf auszurichten, dass Spieler bei einer möglichen oder tatsächlichen Gehirnerschütterung zu deren Schutz dauerhaft ausgewechselt werden.

Weitere Themen

Die FIFA informierte über künftige Innovationen, die Wettbewerbsorganisatoren mit beschränktem Budget Zugang zu günstigeren VAR-Systemen bieten sollen, sowie über die neusten Fortschritte bei Systemen, die Video-Spieloffiziellen dabei helfen, Abseitssituationen schneller und genauer zu erkennen (halbautomatische Abseitstechnologie). Das IFAB-Vorstand befasste sich mit dem jüngsten Vorschlag, eine Verlängerung der Halbzeitpause von 15 auf 25 Minuten zu erwägen. Mehrere Mitglieder teilten ihre Bedenken mit, insbesondere im Hinblick auf die möglichen negativen Auswirkungen auf das Wohlergehen und die Sicherheit der Spieler, die sich aus einer längeren Inaktivität ergeben. Auf dieser Grundlage wurde beschlossen, diesen Vorschlag nicht weiter zu verfolgen. Bei der Jahresgeschäftssitzung wird die Tagesordnung der Jahresversammlung bestimmt, bei der alle vorgeschlagenen Änderungen an den Spielregeln geprüft werden. Alle Änderungen, die bei der IFAB-Jahresversammlung im nächsten Jahr verabschiedet werden, treten mit den neuen Spielregeln am 1. Juli 2022 in Kraft.