Guinea sät die Samen für seine "Championnes"

  • Im Rahmen des Projekts "Championnes" besucht eine FIFA-Delegation besucht Guinea

  • Das Ziel: Mädchen sollen durch Fussball eine hochwertige Ausbildung in einem sicheren Umfeld erhalten

  • Treffen mit Yeo Moriba, der Mutter der Pogba-Brüder und Botschafterin des Frauenfussballs in Guinea

Seit März 2021 arbeiten die FIFA, die Agence française de développement (AFD) und die Nichtregierungsorganisation Plan International France gemeinsam daran, diskriminierende Einstellungen und Praktiken gegenüber Frauen und Mädchen zu bekämpfen und sie bei ihrer Emanzipation zu unterstützen. Herausgekommen ist das Programm "Championnes". Dieses Projekt wurde bereits in Benin, Togo und Guinea umgesetzt, wohin eine FIFA-Delegation vom 23. bis 29. Mai 2022 reist. Die Aufgabe besteht darin, durch die Ausübung des Fussballspiels zur Förderung der Führungsqualitäten junger Mädchen und zur Gleichstellung der Geschlechter in einem schützenden Umfeld beizutragen, nämlich in der Schule.

Yeo Moriba, die Mutter der Pogba-Brüder, Botschafterin des guineischen Frauenfussballs und ehemalige Nationalspielerin, erzählt FIFA.com: "Die Schule hat mir die Möglichkeit gegeben, Fussball zu spielen. Ich habe schon sehr früh mit dem Fussballspielen begonnen, auf der Straße, mit Freundinnen und Freunden aus der Nachbarschaft, aber ich stieß schnell auf ein großes Hindernis: Dieser Sport wurde von Jungen dominiert. Zu meiner Zeit gab es kein Frauenteam. Erst die Schule ermöglichte es mir, einem Frauenteam beizutreten, als ich 13, 14 Jahre alt war." Die Dinge haben sich bis heute nicht wesentlich geändert. In Guinea, wie auch in vielen anderen westafrikanischen Ländern, ist die Schule für viele Mädchen, die sich für Fussball begeistern, immer noch ein beliebtes Umfeld. Das Projekt "Championnes" bietet 5.390 Mädchen im Alter von zwölf bis 24 Jahren die Möglichkeit, Fussball innerhalb einer modernisierten und angemessen ausgestatteten Infrastruktur zu spielen, um ein harmonisches Zusammenleben unabhängig vom Geschlecht zu ermöglichen.

"Es ist ein schönes Projekt", findet denn auch Yeo Moriba, "zumal es in Guinea aus sportlicher Sicht weder an Talent noch an Ehrgeiz mangelt. Aber es müssen die Voraussetzungen für den Erfolg geschaffen werden. Leider fehlt es an Infrastruktur, Ausrüstung und Personal, um den Frauenfussball in meinem Land einzubinden und voranzubringen." Es ist nicht ausgeschlossen, dass die Teilnehmerinnen des Programms "Championnes" eines Tages zu echten Fussballstars werden. Das oberste Ziel bleibt jedoch, dass sich die Mädchen durch das Fussballspielen emanzipieren und die Gleichberechtigung der Geschlechter durchsetzen können, wobei die Trainingseinheiten übrigens gemischt sind. Zur Erinnerung: In Guinea sind 54 Prozent der Mädchen bereits vor ihrem 17. Lebensjahr verheiratet und 29 Prozent gehen nicht zur Schule. Yeo Moribas Kinder sind alle Jungen. Während ihre Zwillinge Mathias und Florentin eine anständige, aber keine überragende Fussballkarriere hingelegt haben, hat ihr dritter Sohn Paul mit der französischen Nationalmannschaft bei der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Russland 2018™ sogar den Titel errungen. Entsprechend erinnert Moriba erinnert daran, wie wichtig die Eltern für den Werdegang der Kinder sind – unabhängig von deren Geschlecht: "Die Rolle der Eltern ist wesentlich. Man muss sie begleiten, beraten, schützen, ermutigen, antreiben und ihnen helfen. Egal, ob sie erfolgreich sind oder nicht, man darf nie aufhören, seine Kinder zu begleiten. Und man muss alles geben." Das Programm "Championnes" richtet sich in erster Linie an junge Mädchen. Aber auch Eltern, Familien und Gemeinden im weiteren Sinne sind Teil des Projekts. Auch hier soll das Bewusstsein für geschlechtsspezifische Ungleichheiten und die Bedeutung von Bildung für junge Mädchen geschärft werden. "Es gibt immer noch zu viele Mädchen, die sich selbst den Zugang zu Fussballplätzen verwehren", sagt Yeo Moriba und fügt hinzu: "Ich möchte sie ermutigen, die Barrieren zu überwinden. Sie dürfen sich nicht entmutigen lassen, sondern müssen an sich glauben. Fussball ist ein Faktor der Selbstverwirklichung."