Nnadozie – In vielerlei Hinsicht die Nummer 1

3. Dez. 2020
  • Chiamaka Nnadozie ist die Torfrau Nigerias, des besten afrikanischen Teams im FIFA-Ranking

  • Mit 18 Jahren stellte sie bei der WM 2019 einen neuen Altersrekord auf

  • Danach konnte sie ihre Karriere zu ihrer großen Begeisterung in der französischen Division 1 fortsetzen

Nigeria wird dieses Jahr als bestplatziertes Team Afrikas in der Weltrangliste der Frauen abschließen. Derzeit trennen 13 Plätze die Super Falcons auf Rang 38 von Kamerun, dem zweitbesten Team vom afrikanischen Kontinent. Nigeria hat diese Spitzenstellung bereits seit 17 Jahren inne, also seit Bestehen der Weltrangliste.

"Es ist schwer, ganz oben anzukommen, aber ebenso kompliziert ist es, sich an der Spitze zu halten. Dein Team ist das Team, das es zu schlagen gilt, das alle vom Thron stoßen wollen", erklärt Torfrau Chiamaka Nnadozie am Mikrofon von FIFA.com. "Von unserer Seite aus betrachtet, müssen wir uns an der Spitze behaupten. Daher darf man unsere dominierende Position nie als gegeben hinnehmen und natürlich nie aufhören zu arbeiten."

Die Super Falcons haben gerade einen Weckruf erhalten. Nachdem sie bei der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2019™ den Sprung ins Achtelfinale geschafft und damit das beste Ergebnis eines afrikanischen Teams aller Zeiten erzielt hatten, verpassten sie die Qualifikation für das Olympische Fussballturnier Tokio 2020. Côte d’Ivoire machte den Nigerianerinnen den Startplatz streitig, obwohl das Team auf dem Spielfeld keinen Sieg errang (0:0, 1:1). "So etwas passiert. Wir sind uns bewusst, dass die Konkurrenz immer stärker wird, aber wir geben nicht auf", so die nigerianische Torhüterin.

Chiamaka Nnadozie hat einen starken Charakter. Den braucht sie auch, um im Alter von 19 Jahren Torhüterin eines solchen Teams zu sein. "Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, dass ich nicht unter Druck stehe. Der Druck ist groß. Aber ich habe gelernt, damit umzugehen", erklärt sie. "Es kommt darauf an, gelassen zu bleiben und einen kühlen Kopf zu bewahren. Man darf nie in Panik ausbrechen, komme was da wolle. Mit Gelassenheit kannst du jede Situation meistern."

Nnadozies Prognosen für die Auszeichnung The Best – FIFA-Welttorhüter(in):

"Bei den Männern bin ich ein großer Fan von Manuel Neuer. Er ist also mein Favorit. Bei den Frauen wird es meiner Meinung nach auf ein Duell zwischen Sarah Bouhaddi und Alyssa Naeher hinauslaufen. Ich würde keiner von beiden den Vorzug geben. Sie sind in meinen Augen die besten Torhüterinnen der Welt."

19 Jahre und ein beeindruckender Werdegang

Ihr Erfolgsrezept scheint gut zu funktionieren. Im Anschluss an die FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft Frankreich 2018, bei der sie bereits mit ihrem Talent aufhorchen ließ, legte Nnadozie auch bei der FIFA Frauen-WM 2019 überzeugende Auftritte hin und stellte sogar einen Rekord auf: Mit 18 Jahren und 186 Tagen, war sie die jüngste Torhüterin, der es in einem WM-Spiel gelang, ihren Kasten sauber zu halten (2:0-Sieg gegen die Republik Korea).

"Das bedeutet mir sehr viel. Anfangs hatte ich nicht einmal damit gerechnet, den Sprung in den 23er-Kader zu schaffen. Bei dieser WM dabei zu sein, zu spielen und ein Clean Sheet hinzubekommen ... Damit ist für mich gleich eine ganze Reihe von Träumen in Erfüllung gegangen", so die Torfrau. "Das macht sich sehr gut in einem Lebenslauf! Und es macht mir Mut. Dadurch bekomme ich Lust, noch weiter zu kommen."

Inzwischen ist sie dank ihres großen Talents in der französischen Division 1 gelandet, "einem harten, hochklassigen Wettbewerb, der sicherlich zu den besten der Welt gehört", erklärt sie. Nnadozie steht beim Paris FC unter Vertrag und lebt natürlich in der gleichnamigen Stadt. "Paris ist einfach unglaublich. Ich habe natürlich schon viele Straßen durchkämmt. Der Eiffelturm, der Triumphbogen ... Ich bin sehr glücklich mit meinem Leben hier", meint sie, obwohl es in diesem Alter sicher nicht einfach ist, so weit entfernt von der Familie zu leben. "Das ist sehr schwer, aber das bringt mein Beruf eben mit sich. Ich muss mich auf meine Zukunft konzentrieren."

Das gilt umso mehr, weil es auch um die Zukunft der Super Falcons geht.