FIFA-Präsident bei Veranstaltung zum Gedenken an Artemio Franchi

  • Gedenkveranstaltung im Palazzo Vecchio in Florenz zum 100-jährigen Geburtstag von Artemio Franchi

  • Artemio Franchi war zehn Jahre lang UEFA-Präsident und auch FIFA-Vizepräsident

  • FIFA-Präsident: Die Spieler sind die eigentlichen Akteure - die Administratoren sollten im Hintergrund bleiben

FIFA-Präsident Gianni Infantino hat in Florenz an einer Veranstaltung zum 100. Geburtstag von Artemio Franchi, dem ehemaligen Präsidenten des italienischen Fussballverbands FIGC und der UEFA, teilgenommen. Auch der Vorsitzende der FIFA-Schiedsrichterkommission Pierluigi Collina war bei der Gedenkveranstaltung im historischen Palazzo Vecchio in Florenz dabei. Artemio Franchi war zwei Mal FIGC-Präsident (von 1967 bis 1976 und erneut von 1978 bis 1980) und zudem von 1973 bis 1983 UEFA-Präsident, bis er bei einem Verkehrsunfall starb. Außerdem war er neun Jahre lang FIFA-Vizepräsident und Mitglied des FIFA-Exekutivkomitees. Franchi spielte eine Schlüsselrolle bei der Einführung des UEFA-Pokals und war hauptverantwortlich für die Erweiterung der UEFA-Europameisterschaft, die ab 1980 mit acht Mannschaften ausgetragen wurde. Mehrere italienische Vereine haben ihre Stadien nach ihm benannt - darunter die Profiklubs Fiorentina, derzeit in der Serie A, und Siena, in der Serie C.

FIFA President Gianni Infantino at the event to commemorate Artemio Franchi. Photo: Maurizio Borsari

"Es ist eine große Ehre, hier zu sein, um Artemio Franchi zu feiern", sagte der FIFA-Präsident in seiner Ansprache. "Wir sind hier, um über das zu sprechen, was er dem Fussball gegeben hat. Denn er war nicht einfach nur Präsident der UEFA oder Vizepräsident der FIFA, sondern ein Mensch, der die sportlichen Werte verteidigte, einen Kontinent vereinte und an seine eigenen Ideen glaubte." "Er wurde ein Jahr nach der Niederlage Italiens gegen Nordkorea bei der FIFA Fussball-WM 1966™ FIGC-Präsident. Innerhalb eines Jahres gewann Italien die UEFA-Europameisterschaft und erreichte zwei Jahre später das Finale der FIFA Fussball-Weltmeisterschaft 1970™." Der FIFA-Präsident nutzte die Gelegenheit, um über die Rolle der Administratoren im Sport zu sprechen und daran zu erinnern, dass sie so weit wie möglich im Hintergrund agieren sollten. "Unsere Rolle besteht nicht darin, Protagonisten zu sein, sondern im Dienste des Sports zu stehen und die Bühne zu bereiten für die eigentlichen Akteure, die Spieler", sagte Infantino. "Als Sachwalter des Fussballs müssen wir die Werte des Sports schützen, wie es Artemio Franchi getan hat. Eine Führungsfigur zu sein bedeutet, zuzuhören, aber auch Entscheidungen zu treffen und danach zu handeln."

FIFA President Gianni Infantino at Viola Park

Infantino schlug außerdem vor, das Stadio Olimpico in Rom nach Paolo Rossi zu benennen, dem italienischen Stürmer, der 1982 Weltmeister wurde und 2020 starb. Im Anschluss an die Veranstaltung besuchte der FIFA-Präsident den Viola-Park, wo das neue Trainingszentrum der Fiorentina gebaut wird. Außerdem übermittelte er seine besten Wünsche an den niederländischen Nationaltrainer Louis van Gaal, der am Sonntag bekannt gab, dass er wegen Prostatakrebs behandelt wird, sowie an Siniša Mihajlović, den Trainer des italienischen Serie-A-Vereins FC Bologna, der sich wegen Leukämie in Behandlung befindet.