Pressemitteilung

Fédération Internationale de Football Association

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FIFA und FIFPro bekämpfen gemeinsam Hassreden in den sozialen Medien

  • Ein Bericht zeigt das Problem von Beschimpfungen gegen Spieler und Trainer in Sozialen Medien während internationaler Turniere auf

  • FIFA und FIFPRO starten Moderations-Tools zum besseren Schutz der Teilnehmer

  • Pädagogische Unterstützung und Beratung zur psychischen Gesundheit für Spieler bei künftigen FIFA-Turnieren

Anlässlich des Internationalen Tages der Vereinten Nationen zur Bekämpfung von Hassreden am Samstag, 18. Juni, hat die FIFA einen unabhängigen Bericht veröffentlicht, der das zunehmende Ausmaß von Beschimpfungen gegen Fussballer in Sozialen Medien während internationaler Turniere aufzeigt. In genau fünf Monaten beginnt die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft Katar 2022™. Die FIFA wird mit der weltweiten Profifussballergewerkschaft FIFPRO zusammenarbeiten und eine Planung zu koordinieren und umzusetzen, wie die teilnehmenden Teams, Spielerinnen und Spieler, Offizielle und Fans während der internationalen Turniere vor Beleidigungen und Hassreden in Sozialen Medien geschützt werden können. Der neu vorgelegte Bericht, für den während der Halbfinal- und Finalphase zweier internationaler Turniere (UEFA EURO 2020 und CAF Afrikanischer Nationen-Pokal 2021) mit künstlicher Intelligenz mehr als 400.000 Beiträge in Sozialen Medien untersucht wurden, ergab, dass über 50 Prozent der Spieler in irgendeiner Form diskriminierend beschimpft wurden, wobei ein Großteil dieser Äußerungen aus ihrem jeweiligen Heimatland kam. Homophobe (40 Prozent) und rassistische (38 Prozent) Kommentare machten den Großteil der Beschimpfungen aus. Viele dieser Kommentare sind auch weiterhin auf den Konten sichtbar, auf denen sie ursprünglich veröffentlicht wurden. Als Reaktion darauf werden FIFA und FIFPRO einen speziellen Moderationsdienst während Männer- und Frauenturnieren einführen, der erkannte Hassreden, die auf bestimmten Konten in Sozialen Medien veröffentlicht werden, scannt und verhindert, dass derartige Kommentare vom Adressaten und dessen Followern gesehen werden. Obwohl die beleidigende Äußerung für den ursprünglichen Verfasser und dessen Follower sichtbar bleibt, werden Sichtbarkeit und Reichweite deutlich verringert.

DOHA, QATAR - DECEMBER 16: FIFA President Gianni Infantino meeting with FIFPRO President David Aganzo on December 16, 2021 in Doha, Qatar. (Photo by Harold Cunningham/FIFA)

In dem Bericht wird auch hervorgehoben, dass 90 % der Konten, die laut der Studie diese missbräuchlichen Kommentare veröffentlicht haben, mit hoher Wahrscheinlichkeit identifiziert werden können. Da versteckte Kommentare für die FIFA und die FIFPRO privat sichtbar bleiben, bedeutet dies auch, dass sie an die betreffende(n) soziale(n) Plattform(en) und die Strafverfolgungsbehörden gemeldet werden können, damit weitere Maßnahmen ergriffen werden können. "Es gehört zu unseren Pflichten, den Fussball zu schützen, und dies fängt bei den Spielern an, die uns allen durch ihre Leistungen auf dem Spielfeld so viel Freude schenken", sagte FIFA-Präsident Gianni Infantino. "Leider gibt es die Entwicklung, dass ein bestimmter Prozentsatz von Beiträgen in den Sozialen Medien gegen Spielerinnen und Spieler, Trainerinnen und Trainer sowie Offizielle und die Mannschaften selbst gerichtet ist, und diese Form der Diskriminierung hat wie jede andere Form der Diskriminierung keinen Platz im Fussball." Der FIFA-Präsident fügte hinzu: "Im Vorfeld der FIFA Fussball-WM Katar 2022™ und der FIFA Frauen-WM Australien/Neuseeland 2023™ sehen die FIFA und die FIFPRO die Notwendigkeit, ein starkes Zeichen zu setzen und künftig auch in den Sozialen Medien zu überwachen, was bereits in den Stadien überwacht wird. Wir wollen, dass unsere Taten lauter sprechen als unsere Worte, und deshalb ergreifen wir konkrete Maßnahmen, um dieses Problem direkt anzugehen. Die Erkennung solcher Postings dient nicht nur dazu, den Fussball zu schützen und die schädlichen Auswirkungen zu vermeiden, die diese Beiträge haben können, sondern auch dazu, die heutigen und künftigen Generationen aufzuklären, die sich in den Sozialen Medien und auf dem Spielfeld mit unserem Sport beschäftigen. Wir stehen zusammen gegen dieses Problem und wir erwarten, dass auch die Social-Media-Plattformen zusammenstehen und uns aktiv dabei unterstützen, zur Lösung dieses Problems beizutragen." FIFPRO-Präsident David Aganzo sagte: "Mit dieser Zusammenarbeit erkennen wir unsere Verantwortung an, die Spielerinnen und Spieler und andere betroffene Gruppen vor Beleidigungen und Hassreden zu schützen, denen sie zunehmend an und um ihren Arbeitsplatz herum ausgesetzt sind. Diese Form der Beschimpfung hat tiefgreifende Auswirkungen auf ihre Persönlichkeit, ihre Familien, ihre Leistung sowie auf ihr allgemeines Wohlbefinden und ihre psychische Gesundheit." Der FIFRO-Präsident fügte hinzu: "Online-Beleidigungen sind ein gesellschaftliches Problem, und wir als Branche können nicht akzeptieren, dass diese neue Form des Missbrauchs und der Diskriminierung so viele Menschen einschließlich der Aktiven beeinträchtigt. Mehrere Spielergewerkschaften haben sehr gute Arbeit zu diesem Thema geleistet, die uns in Verbindung mit unserem jüngsten Bericht, den wir gemeinsam mit anderen Spielergewerkschaften veröffentlicht haben, viele Erkenntnisse für die künftige Herangehensweise an dieses Problem liefert. Untersuchungen wie diese Berichte sind von entscheidender Bedeutung, aber sie müssen zu Maßnahmen führen, die Prävention und Abhilfe schaffen. Wir sind froh, dass diese Zusammenarbeit mit der FIFA ein konstruktiver Schritt in diese Richtung ist." Im Rahmen der Partnerschaft werden FIFA und FIFPRO auch pädagogische Unterstützung – einschließlich bewährter Praktiken für die Verwaltung von Social-Media-Konten – und Beratung zur psychischen Gesundheit für alle teilnehmenden Spielerinnen und Spieler bei den FIFA-Turnieren in den Jahren 2022 und 2023 entwickeln und den Moderationsdienst während dieser Veranstaltungen einrichten.